26. Dezember 2008

Erdverkabelung

Die Umfrage zur Erdverkabelung der Stromleitungen durch das Montafon auf diesem Blog ist erwartungsgemäß eindeutig ausgefallen: Von den 36 abgegebenen Stimmen votierten 30 für die Verlegung der Kabel unter die Erde, während sich nur 6 für die Beibehaltung der Freileitungen aussprachen.
Ein klares Meinungsbild, das auch im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen zur Zukunft des Tourismus im Montafon berücksichtigt werden sollte.
Weitere detaillierte Informationen zur Erdverkabelung finden sich auf der Website der Bürgerinitiative Pro Nofatnom.

6. Dezember 2008

Frau im Bergbau

Harter Kampf um die Kohle
Frau im Bergbau: Arbeit knöcheltief im Schlamm.

Am heutigen Barbara-Tag wird die Ausstellung über Frauen im Bergbau eröffnet.
In Vorarlberg hat sich bislang noch kein Forscherteam dem Thema gewidmet, fest steht jedoch, dass in der Hochblüte des Silber-, Kupfer und Erzabbaus im Montafon, also zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert, auch viele Frauen unter Tag beschäftigt waren.
Billige Arbeitskräfte
Das erklärt sich auch daraus, dass die Arbeit bzw. der Broterwerb über die Jahrhunderte eine Familienangelegenheit war. Neben den Frauen, die, so die Leiterin des Hittisauer Frauenmuseums Elisabeth Stöckler, entgegen anderer Vorstellung damals ganz selbstverständlich berufstätig waren, wurden somit allerdings auch Kinder eingesetzt. Das war nicht immer im Berg, aber überall dort, wo ihre Arbeitskraft - ohne oder bei geringerem Lohn - gebraucht wurde, schufteten sie mit.
Frühe Proteste
Dokumentiert wird dies etwa auf alten Stichen oder in Dokumenten. So beschwerten sich Mitte des 16. Jahrhundert im bekannten Tiroler Bergbauort Schwaz etwa Knappen über ihre zahlreichen weiblichen Arbeitskollegen, die ihnen den Verdienst streitig machten. "Der Berg ist Mannes-, nicht Weiberarbeit", heißt es da.
Im 20. Jahrhundert war man längst anderer Meinung. Und deshalb widmet sich das Frauenmuseum Hittisau ab heute (dem Tag der Bergbau-Schutzpatronin Barbara) dem Thema und eröffnet die Ausstellung "Von Kohle gezeichnet".
Starke Begegnungen
Gezeigt werden dabei in erster Linie Fotodokumente von Dariusz Kantor. Es sind beeindruckende Bildgeschichten, die er erzählt. Unterwegs war er vor allem in Oberschlesien bzw. im heutigen Polen. Bei aller Ästhetik bringen diese Bilder die Härte der Arbeit zum Ausdruck. Eine starke Begegnung. In Hittisau setzt man sich zudem in Vorträgen mit dem Thema auseinander. Für Vorarlberg bleibt, diesen Aspekt des Bergbaus im Montafon näher zu beleuchten.
Die Ausstellung wird im Frauenmuseum in Hittisau, heute, 4. Dezember, 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis 28. Februar zu besichtigen, Freitag und Samstag, 15 bis 17 Uhr, Sonntag, 14 bis 17 Uhr und nach tel. Vereinbarung: +43/5513/6209-50.
(VN, 4.12.2008)

21. November 2008

Bilanzpräsentation der Geschichtswerkstatt Silbertal

Freitag, 28. November, 20 Uhr
Silbertal, Vereinshaus

An diesem Abend entwirft die Geschichtswerkstatt Silbertal ein rückblickendes Selbstbild. Wesentliche Ergebnisse der Arbeit werden vorgestellt, aber auch die Arbeitsweise und das Selbstverständnis dieser Gruppe sind Thema des Abends. Nicht zuletzt widmet sich die Veranstaltung der Frage, was regionalhistorische Basisprojekte wie dieses leisten können. Immerhin darf die Silbertaler Geschichtswerkstatt für sich in Anspruch nehmen, ein singuläres und exemplarisches Beispiel dörflicher Erinnerungsarbeit zu sein. Großen Anteil daran haben der Heimatschutzverein und die Museen Montafon.

Seit Juli 2007 arbeitet die Geschichtswerkstatt Silbertal an einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Mittlerweile hat sich diese Initiative zu einem überregional beachteten und geschätzten Modell lebendiger Erinnerungskultur entwickelt.
Der Bilanzabend bietet nun Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse und eine rückblickende Gesamteinschätzung dieses Projektmodells kennen zu lernen.

Programm:
• Geleitworte Landesrat Mag. Siegi Stemer
• Präsentation der Publikation „Von Silbertal nach Sobibor. Über Josef Vallaster und den Nationalsozialismus im Montafon“ von Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber, Vorarlberger Landesarchiv.
• Einblick in die Aktivitäten der vergangenen eineinhalb Jahre mittels einer Filmdokumentation des ORF-Journalisten Markus Barnay.
• Bilanz und persönliche Erfahrungen einzelner Mitglieder der Geschichtswerkstatt Silbertal, mit kulturellen Zukunftsaspekten.
• Vorstellung eines Grundkonzeptes für die Neugestaltung eines öffentlichen Erinnerns an Krieg und
Nationalsozialismus in Silbertal.
• Würdigung von Silbertaler Jugendlichen für ihre Projektinitiative zum Thema „Zivilcourage.“

Moderation Jutta Berger, Journalistin (Der Standard)

19. November 2008

Die Montafonerin

Freitag, 21. November 2008,
19.30 Uhr Schruns,
Montafoner Heimatmuseum

Die Montafonerin.
Auf den Spuren weiblicher Lebenswirklichkeit vom 16. bis zum 21. Jahrhundert
(Buchpräsentation mit Mag. Christina Arnold)


Was kann der moderne Mensch von den Frauen und ihrer Geschichte in der kleinen geographischen Region des Montafons lernen? Diese Frage werden die Leserinnen und Leser individuell für sich beantworten, wenn sie sich von der Kraft, Leistung und Ausstrahlung der Montafonerinnen berühren lassen. Das Buch basiert auf historischen Quellen und zeichnet ein buntes Bild von Tradition, Brauchtum, sprachlichen Besonderheiten und gelebten Werten. Es öffnet die Augen für das Leben – das Leben der Frauen, wie sie es unter den zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten meistern und aktiv gestalten. Wenn heute postuliert wird, „Die Zukunft ist weiblich“, dann hat das zutiefst mit Lebens- und Überlebensstrategien zu tun, die Frauen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Die Montafonerinnen geben dafür ein anschauliches Beispiel.


Zum Buch sprechen die Autorin Mag. Christina Arnold (sie ist geborene Schrunserin und lebt heute in Birgitz bei Innsbruck) sowie Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber (Mitherausgeber des 4. Bandes der Montafoner Geschichte)


1. November 2008

Grenzüberschreitungen. Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen

Vernissage der Ausstellung im Heimatmuseum Prättigau Grüsch:
Freitag, 14. November 2008, 19.00 Uhr

Das Phänomen Grenze, seine Entstehung und Wirkung auf Menschen sowie die Grenze als
Schauplatz schicksalhafter Ereignisse stehen im Mittelpunkt der GRENZÜBERSCHREITUNGEN:
Das 20. Jahrhundert brachte rasante Veränderungen und Entwicklungen mit sich, die in
der Betrachtung von Grenzen besonders deutlich werden. Kernpunkte sind die Auseinandersetzungen
mit der Grenze aus historischer Perspektive, aber auch aus der Perspektive
der Menschen zu beiden Seiten, wie zum Beispiel aus derjenigen von landwirtschaftlichen
Hilfskräften, Schmugglern, Zöllnern, Schleppern oder Flüchtlingen.



Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag und Sonntag, 14.00 bis 17.00 Uhr.
Führungen und Sonderöffnungen jeweils auf Anfrage.
Weihnachten geschlossen.
Finissage: 28. Juni 2009

Kulturhaus Rosengarten, Hauptstrasse 17, Postfach 123, 7214 Grüsch
Tel. 081 325 16 82, Fax 081 325 35 91
info@kulturhaus-rosengarten.ch, www.kulturhaus-rosengarten.ch

19. Oktober 2008

Grenzgeschichte. Historisches zur Grenze im Montafon

Vortrag von Michael Kasper am Donnerstag 23.10.2008 um 19:30 Uhr in der Wintersportausstellung im alten Gemeindeamt Tschagguns


Historische Aspekte der Grenze; ihre Entwicklung, Veränderung und vor allem ihre Bedeutung für die Bevölkerung stehen im Mittelpunkt dieses Vortrages. In einem thematischen Längsschnitt werden die unterschiedliche Wahrnehmung von Grenzen im Laufe der Geschichte, die verbindenden und trennenden Aspekte, welche die Lebensräume im Umfeld der Grenze prägten sowie die mit dem Phänomen Grenze zusammenhängenden sozioökonomischen Auswirkungen beleuchtet.

Das Böse im Menschen

8. Oktober 2008

Erdverkabelung

Die Verlegung der Hochspannungsleitungen unter die Erde scheint im Montafon also wirklich ein ernsthaftes Thema zu werden. Dass die VIW sich das gerne sparen würden, ist wohl keine große Überraschung - der Firma bringt das unmittelbar in erster Linie Kosten. Fakt ist aber auch, dass die Tourismusregion Montafon durch diesen unübersehbaren Teil der "Kulturlandschaft" massiv beeinträchtigt wird. Man denke etwa nur an die Autobahnabfahrt Montafon, wo man sich in einem Hochspannungsmasten-Wald bewegt, im Hintergrund das idyllische Zementwerk. Als Urlauber/in, der/die die Berge und die Natur sucht, würde ich da nur ungern in Richtung Montafon abfahren...
Ähnliches gilt dann für das Tal selbst. Auf den Spazier- und Radwegen entlang der Ill summen nicht die Bienen, sondern surren die Hochspannungs-Leitungen... Dazu kommt dann noch der Umstand, dass die höchsten menschlichen Bauten nicht die Kirchtürme, sondern die Strommasten sind (ausser vielleicht in Gargellen, aber das ist ein anderes Thema...). Engagement und Initiative sollte man nun nicht nur von Bürgerbewegungen und direkt betroffenen Bürgermeistern erwarten, sondern vor allem vom Stand Montafon, der ja in letzter Zeit nicht unumstritten war und gerade in diesem Bereich zeigen könnnte, dass er auch Probleme lösen und die Entwicklung im Montafon positiv weiterbringen kann...


Beitrag vom 8.10.08 auf vorarlberg.orf.at.

6. Oktober 2008

Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 19.30 Uhr in St. Gallenkirch, Hotel Vermala

Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern.
Eine Annäherung an das Geschäft mit der Grenze am Beispiel der Biographie Meinrad Juens

(Vortrag von MMag.a Edith Hessenberger)


Das sagenumwobene Schmugglerwesen wird heute stark romantisiert. Edith Hessenberger (Ethnologin und Kuratorin der Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum) lädt zu einem Blick hinter die Kulissen ein: Wer waren Schmuggler? Wie sah ihr Alltag aus? Und welchen Stellenwert hatte das Schmuggeln wirklich für die Montafoner? Mit der Biographie Meinrad Juens, der in der NS-Zeit auch zahlreiche Flüchtlinge in die Schweiz geleitet hat, wird nicht nur ein interessanter Aspekt, sondern eine besonders beeindruckende Persönlichkeit der Montafoner Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts beleuchtet.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung "Grenzüberschreitungen" im Montafoner Heimatmuseum Schruns (die noch bis zum 26. Oktober geöffnet ist und ab 14. November im Museum Rosengarten in Grüsch zu sehen ist).


Zwangsarbeit in Vorarlberg am Beispiel der Illwerke

Diesen Freitag wird die 2005 abgeschlossene und bisher nicht veröffentlichte Dissertation zum Thema "Zwangsarbeit in Vorarlberg am Beispiel der Illwerke" im Rahmen der Ausstellung "Grenzüberschreitungen - Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen" erstmals in Vorarlberg der Öffentlichkeit präsentiert. Nach den teilweise hitzig geführten Diskussionen um die Zugänglichkeit der Arbeit (die erst im Frühjahr 2008 im Vorarlberger Landesarchiv zur Einsichtnahme hinterlegt wurde und bis dahin gesperrt war) sowie deren Qualität (die von Historikern der Malingesellschaft in Frage gestellt wurde) kann mit Spannung die Präsentation mit anschließender Diskussion in Gaschurn erwartet werden. Es ist zu hoffen, dass sich auch die Kritiker ins innere Montafon begeben und dort mit dem Autor einen fachlichen Disput führen werden...

Ausschreibungstext zum Vortrag von Dr. Jens Gassmann am 10.10.08 um 19:30 im Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn:

"Die Geschichte der montanen Baustellen der Vorarlberger Illwerke während der Zeit des Nationalsozialismus sorgten in den vergangenen Jahren häufig für wissenschaftliche aber auch emotionale Dispute. Ihrer Verpflichtung zur Aufklärung nachkommend, haben die Vorarlberger Illwerke AG im Rahmen einer Dissertation die Aufarbeitung dieses Kapitels der Firmengeschichte in Auftrag gegeben. Herausgekommen ist eine nicht alltägliche Dissertation, welche beides, Mikrokosmos wie Makrokosmos dieser Zeit, in einem synchronen wie diachronen Schnitt beleuchtet. Nicht nur die Politik der Elektrizitätswirtschaft auf Reichsebene, sondern auch die ganz alltägliche Geschichte des Fremdarbeiters auf der Baustelle, seine Lebensumstände, Versorgungssituation werden beleuchtet und vorgestellt.

Schwerpunkt dieses ersten, für die breite Öffentlichkeit zugänglichen, Vortrages bildet die soziale Situation unter der Fokussierung Fremd sein, an der Grenze leben und davon nichts wissen!?"


15. September 2008

Bronzezeit zum Anfassen

In Tirol und den angrenzenden Gebieten spielte der Bergbau bereits in prähistorischen Zeiten eine bedeutende Rolle. Erze und entsprechende Erzeugnisse aus der Region wurden über weite Strecken gehandelt, und die Erzlagerstätten waren ein wichtiger Faktor für die Besiedlung des Alpenraums. Die Bergbauaktivitäten und die damit zusammenhängende Besiedlung hatten weitreichende Einflüsse. So lassen sich heute noch der früheste Anbau von Getreidepflanzen und die Abholzung von Wäldern zur Deckung des Holzbedarfs für den Bergbau anhand von Pollenprofilen nachweisen. Viele Flurnamen gehen auf bergbauliche Aktivitäten zurück. Die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen dem Bergbau und Kultur, Wirtschaft und Umwelt ist das Ziel des Spezialforschungsbereichs HiMAT, in dem Archäologen, Historiker, Sprachwissenschaftler, Ethnologen, Mineralogen, Biologen, Geographen und Ingenieurwissenschaftler zusammenarbeiten. Neben der Universität Innsbruck sind die Universitäten Basel, Frankfurt und Tübingen beteiligt sowie das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum und das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie Mannheim.


Ein Projekt im Rahmen des Spezialforschungsbereich HiMAT untersucht die bronzezeitliche Besiedlung und den Bergbau im Montafon. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr finden deshalb dort Grabungen statt. Die Wissenschaftler nahmen dies zum Anlass gemeinsam mit Montafon-Tourismus und dem Stand Montafon die Bevölkerung und die Gäste in Bartholomäberg zu einem „Tag der offenen Grabung“ einzuladen. Die Besucher konnten dabei die Ausgrabungen der Archäologen beobachten und die in der Bronzezeit übliche Technik des Kupfergießens kennenlernen. Die ganz kleinen Gäste durften gar selbst zu den Werkzeugen greifen und sich als Archäologen versuchen. Projektleiter Prof. Rüdiger Krause aus Frankfurt führte die Besucher zur bronzezeitlichen Siedlung am Friaga Wald. SFB-Sprecher Prof. Klaus Oeggl vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck kredenzte bronzezeitliche Küche, wobei das Menu aus Gersten-Linseneintopf mit Speck, Süßer Hirse, Linsen in Bier und Wildschweinbraten bestand. Das Duo Jabadao sorgte mit keltisch-irischen Klängen für die passende musikalische Umrahmung. „Der Publikumsandrang war sehr groß“, berichtet Dr. Mario Prast vom Koordinationsbüro von HiMAT. „Für die beteiligten Wissenschaftler war es eine gute Gelegenheit, die Kontakte mit der lokalen Bevölkerung sowie Wirtschaft und Politik zu pflegen.“ Der Spezialforschungsbereich wird von den Gemeinden Bartholomäberg und Silbertal sowie vom Stand Montafon finanziell gefördert.

Links:

12. September 2008

Vortrag "Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800"

Zur laufenden Ausstellung "Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800" steht jetzt der Eröffnungsvortrag von Michael Kasper als Online-Beitrag in der Reihe "Verba volant - Onlinebeiträge des Vorarlberger Landesarchivs" zur Verfügung.

Zum Inhalt:
Neben einem Überblick zur Geschichte des Montafons zwischen 1780 und 1820 stehen die lokalen Führungsschichten zur Zeit der Einführung der bayerischen Gemeindeverfassung im Mittelpunkt dieses Vortrags. Wie sah damals die soziale Schichtung aus und wer waren die politischen und wirtschaftlichen Eliten im Montafon? Zwei recht bekannte Vertreter der Oberschicht stellen Johann Joseph Batlogg und Ignaz Vonier dar. Ihre Strategien zur Sicherung und zum Ausbau ihrer sozialen Stellung im Tal werden ebenso beleuchtet wie das Kreditvergabesystem in der ländlichen Gesellschaft, die Karrieren und Ämterlaufbahnen der Dorfhonoratioren sowie die Übernahme bürgerlicher Ideale und Lebensstile durch die bäuerlich geprägte Oberschicht.

Zum Nachlesen:
Michael Kasper: Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800

7. September 2008

"Hannibal Brooks"

Vor 40 Jahren wurde Hannibal Brooks u.a. in St. Anton im Montafon gedreht:
Die Anfangsszene (im Trailer ab Sek. 23) mit dem entgleisenden Zug wurde mit der Montafonerbahn gedreht...

Filminhalt:
"During World War II, Brooks, a peace-loving British soldier, is captured by the Germans in Italy and placed on a prison train to Germany. On board, he meets Packy, an American prisoner of war who engineers an escape for them against Brooks's will. They are captured and taken to a prison camp outside Munich. Brooks is assigned to work at the local zoo, where he becomes attached to Lucy, a 15-year-old elephant. The elephant keeper is killed during an air raid; and Brooks is detailed to take Lucy by train to a zoo in Innsbruck, Austria. Their railroad car is commandeered by SS Col. von Haller, however, thus forcing Brooks and Lucy to make the journey by foot. Accompanying them are Willi, a friendly Austrian guard; Vronia, a Polish prisoner who is their cook; and Kurt, a disagreeable German guard who frequently gets drunk and insults both Vronia and the elephant. Brooks accidentally kills Kurt when the latter threatens to shoot Lucy; and Willi suggests they cross the Alps to the Swiss border, 60 miles away. Brooks agrees, but insists upon taking along Lucy. Brooks sets out with Lucy on the long trek across the Alps after Vronia and Willi have gone on ahead. En route, he repeatedly crosses paths with his pursuers, led by von Haller, as well as with Packy, who now leads a guerrilla band of escaped prisoners. Finally, Brooks, Packy, Vronia, and Willi all reach the border, whereupon von Haller, who is deserting as the war nears its end, tries to doublecross them to make good his own escape. During the fighting that breaks out, Vronia and Willi, who have betrayed their loyalties, are killed, but Lucy knocks down a border post and leads Brooks, Packy, and the remnants of his small army, to safety in Switzerland." (Quelle: http://www.tcm.com/tcmdb/title.jsp?stid=77303)

video

HiMAT-Publikation in Antiquity

Eine Vorstellung des SFB HiMAT wurde nun in Antiquity (Vol 82, Issue 317, September 2008) publiziert und ist auch online unter http://antiquity.ac.uk/ProjGall/oeggl/index.html zu sehen.

1. September 2008

Ein Montafoner Steuerbuch aus dem Jahr 1645

Neuerscheinung:

Ein Montafoner Steuerbuch aus dem Jahr 1645. Bemerkungen zur regionalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der frühen Neuzeit - Edition und sozialstatistische Auswertung


Serielle quantitative Quellen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des ländlichen Raumes in der frühen Neuzeit sind in peripheren alpinen Regionen wie etwa Vorarlberg verhältnismäßig selten. Eine Ausnahme bilden jedoch die, zum Großteil im Vorarlberger Landesarchiv in Bregenz überlieferten, Steuerbücher aus dem Montafon, die vom 17. bis ins 19. Jahrhundert reichen und von der regional- und lokalhistorischen Forschung bislang weitgehend unbearbeitet geblieben sind. Anhand dieser relativ dicht überlieferten Verzeichnisse aus den einzelnen Kirchspielen des Montafons ist es möglich, die demographische Entwicklung und die sozialen Strukturen sowohl der einzelnen Dörfer als auch der gesamten Talschaft zu rekonstruieren, sowie deren Veränderungen zu analysieren. Mit dieser Arbeit wird anhand des ältesten Montafoner Steuerbuches aus dem Jahr 1645 das für zahlreiche weitere wirtschafts- und sozialhistorische Untersuchungen grundlegende quantitative Quellenmaterial erstmals editorisch und sozialstatistisch erschlossen. (Klappentext)

26. August 2008

Ein kleiner Führer durch das Montafoner Heimatmuseum Schruns

Kürzlich erschien die Broschüre zum Montafoner Heimatmuseum und bereichert das belebte Museum - demnächst wird es auch eine englische Fassung der Publikation geben.

Viele Besucherinnen und Besucher des Montafoner Heimatmuseums sind überrascht, dass sich hinter der zwar stattlichen aber nicht übermäßig groß wirkenden Fassade am Schrunser Kirchplatz eine reichhaltige Sammlung verbirgt, die sich auf 19 Räume – über vier Stockwerke erstreckend – verteilt. Zählt man noch die nicht – beziehungsweise halböffentlichen Räume wie das Depot und das Archiv dazu, dann führt der Weg durch das Haus über sechs Stockwerke! Der vorliegende Museumsführer spiegelt das Erscheinungsbild des Museums im Sommer 2008 wider. Dieser Hinweis ist vor allem deshalb wichtig, weil die Entwicklung des Hauses als dynamisch zu bezeichnen ist und Änderungen in vielen Bereichen – auch die Schausammlung im Dauerausstellungsbereich betreffend – vorgenommen werden. Auch aus diesem Grund haben wir die Variante eines Museumsführers gewählt, die nicht streng wissenschaftlichen Kriterien unterliegt. Unser Ziel ist es vielmehr, den Gang durch das Museum in etwa so festzuhalten, wie Sie ihn auch im Rahmen von Führungen erfahren dürfen, das heißt, die Texte zu den einzelnen Räumen basieren großteils auf Erzählungen von unseren Museumsführerinnen und Museumsführern. In diesem Sinne ist auch der gewählte sprachliche Stil des vorliegenden Museumsführers zu sehen.

(Vorwort Andreas Rudigier, Peter Strasser im Juni 2008)


Der Museumsführer kann in allen Montafoner Museen zum Preis von € 5 erworben werden, Onlinebestellungen über Bestellformular oder Email - museum.schruns@montafon.at

9. August 2008

Grenzüberschreitungen (Exkursion mit Erzählabend und Übernachtung)

Die zweitägige Exkursion am 21./22. August 2008 über die Schweizer Grenze ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Grenze. Experten begleiten die Exkursion, berichten von eigenen Erfahrungen oder erzählen Geschichten zur Grenze an den Originalschauplätzen. Die Route führt von Gargellen auf den Spuren von Schleppern und Flüchtlingen über den Sarotlapass nach St. Antönien, wo abends ein tolles Prättigauer Menü und ein grenzüberschreitender Austausch mit Schweizer Zeitzeugen am Programm steht. Tags darauf geht es über den Plasseggenpass entlang von Schmugglerpfaden und vorbei am „Kaffeeloch“ zurück nach Tschagguns.

Zöllner und Schmuggler unter sich

Erzählabend am Mi, 20. August 2008 um 20:00 Uhr im Restaurant Muntanella-Stöbli in St. Gallenkirch

Das Montafoner Heimatmuseum lädt zu einem Erzählabend der anderen Art: Erstmals werden ein Zöllner (Helmut Dobler) und ein Schmuggler (Jakob Netzer) gemeinsam im Rahmen eines Zeitzeugengespräches über ihren Beruf und ihre Erfahrungen an der Grenze im Gebirge berichten. Das Aufeinandertreffen zweier in Schmugglergeschichten oft als Gegner dargestellter Personengruppen garantiert einen spannenden und unterhaltsamen Abend, an dem ausreichend Platz für abenteuerliche Geschichten, Erinnerungen, aber auch für Publikumsfragen sein wird. Moderiert wird die Veranstaltung von Edith Hessenberger (Kuratorin der Ausstellung "Grenzüberschreitungen" im Montafoner Heimatmuseum Schruns).

7. Juli 2008

Archäologie in der Silvretta

Partenen (Bielerhöhe), am Freitag, 25. Juli 2008, 10-16 Uhr

Seit 2007 untersucht ein neues archäologisches Projekt „Rückwege“ der Universität Zürich (Leitung Dr. Thomas Reitmaier) gemeinsam mit Partnern aus der Schweiz und Österreich die bislang weitgehend unerforschte Silvrettagruppe zwischen dem Paznaun, dem Unterengadin und dem Montafon. Im Vordergrund der stark interdisziplinär und diachron ausgerichteten Arbeiten steht dabei die Beziehung Mensch – Umwelt im Hochgebirge, das heißt, die Suche nach frühen menschlichen Begehungs- und Besiedlungsspuren von ersten nacheiszeitlichen Jagdgruppen über prähistorische Hirten bis hin zu transalpinen Verbindungen über die Passgebiete.

Auch im diesjährigen Sommer sind die Forscherinnen und Forscher der Universitäten Zürich und Innsbruck wieder für vier Wochen im Hochgebirge unterwegs. Knapp vor Ende der heurigen Untersuchungen laden wir Sie ein, den Archäologen bei der Arbeit zuzusehen und in längst vergangene Zeiten einzutauchen. Besichtigungsmöglichkeiten bestehen im Ochsental beziehungsweise auf der Bielerhöhe. Genaue Angaben über den Standort erhalten Sie am 25. Juli ab 10 Uhr beim Infopoint auf der Bielerhöhe (Montafon Tourismus, Nähe Kiosk Restaurant Silvrettasee) beziehungsweise an jenem Tag unter den Telefonnummern 0676-5481071 (Thomas Reitmaier) oder 0664/1104992 (Andreas Rudigier).

Die Veranstaltung findet außer bei Schneefall bei jeder Witterung statt. Eine den hochalpinen Umständen entsprechende Kleidung und entsprechendes Schuhwerk wird vorausgesetzt.

17. Juni 2008

„Die Herren im Tal“


Dienstag, 24. Juni 2008, 19.30 Uhr

Gaschurn, Montafoner Tourismusmuseum


Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800


(Ausstellungseröffnung und Vortrag von MMag. Michael Kasper)


Neben einem Überblick zur Geschichte des Montafons zwischen 1780 und 1820 stehen die lokalen Führungsschichten zur Zeit der Einführung der bayerischen Gemeindeverfassung im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Wie sah damals die soziale Schichtung aus und wer waren die politischen und wirtschaftlichen Eliten im Montafon? Zwei prominente Vertreter der Oberschicht stellen Johann Joseph Batlogg und Ignaz Vonier dar. Ihre Strategien zur Sicherung und zum Ausbau ihrer sozialen Stellung im Tal werden ebenso beleuchtet wie das Kreditvergabesystem in der ländlichen Gesellschaft, die Karrieren und Ämterlaufbahnen der Dorfhonoratioren sowie die Übernahme bürgerlicher Ideale und Lebensstile durch die bäuerlich geprägte Oberschicht.


Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "200 Jahre Gemeindeorganisation in Vorarlberg".


11. Juni 2008

Diskussion: Stand Montafon

Ausgelöst durch eine Initiative der Vorarlberger Grünen entstand in den letzten Tagen eine Diskussion über die Rechtmäßig/widrigkeit bzw. grundlegend die Rechtsform des Standes Montafon. Insbesondere die demokratische Legitimierung des Gemeindeverbandes wurde in Frage gestellt, da bisher die Montafoner Bürgermeister im Gremium des Standes - ohne bei ihren jeweiligen Gemeinderäten Rückfrage gehalten zu haben - (mitunter weitreichende) Entscheidungen trafen.

Zur Diskussion vgl. folgende Beiträge:

Stand Montafon rechtswidrig? (vol.at)

Rechtslage des Standes Montafon. (orf.at)


video
Interview mit Johannes Rauch bzgl. "Stand Montafon" (video.vol.at)

10. Juni 2008

Artikel von Manfred Tschaikner

Aus dem kürzlich erschienenen Heft 88/2008 der Bludenzer Geschichtsblätter (Inhaltsverzeichnis) stehen folgende Beiträge zur Montafoner Geschichte als Downloads zur Verfügung:

Manfred Tschaikner: Luzius Hauser, Pfarrer von Bartholomäberg - ein überregional gefragter Hexenfinder und Heiler.

Manfred Tschaikner: Teufelsbanner, Weltspiegel und Geldmännlein - weitere Fälle von Schatzgräberei im Montafon.


Erfolgreiche Ausstellungseröffnung "Grenzüberschreitungen"

Am 5. Juni besuchten über 180 Personen die Eröffnung der diesjährigen Sommerausstellung des Montafoner Heimatmuseums „Grenzüberschreitungen – Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen“. Das große Interesse sowohl an der Ausstellung als auch an der gleichnamigen Publikation weist auf die Relevanz und Aktualität des Themas „Grenze“ hin. Inhaltlich wird ein umfassender Bogen von der historischen Entwicklung der Grenzen bis zur aktuellen Bedeutung von Grenzen gespannt. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet das Thema Flucht. Dabei liegen die Hauptaugenmerke sowohl auf den Fluchtschicksalen der Jahre 1938-1945 als auch auf der Situation von Flüchtlingen heute. Die in Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum Prättigau erarbeitete Ausstellung wird mit historischen, thematischen und geographischen Grenzüberschreitungen ihrem Titel in umfassender Weise gerecht und stellt einen neuerlichen Höhepunkt in der Arbeit der Montafoner Museen dar.

v. l.: LSth. Mag. Markus Wallner, Kuratorin MMag.a Edith Hessenberger, Museumsleiter MMag. Dr. Andreas Rudigier

Mehr Bilder von der Eröffnung auf:
http://www.bludenz.com/fotos/Gut_besucht__Ausstellungser_ffnung__Grenz_ber/

29. Mai 2008

Grenzüberschreitungen III


Einladung zur Ausstellungseröffnung
am Donnerstag, 5. Juni 2008, 19.30 Uhr
im Montafoner Heimatmuseum Schruns


Programm:

AlpenSalonOrchester

Begrüßung Standesrepräsentant Dr. Erwin Bahl

AlpenSalonOrchester

Zur Ausstellung Kuratorin MMag. Edith Hessenberger

AlpenSalonOrchester

Eröffnung Landesstatthalter Mag. Markus Wallner

AlpenSalonOrchester

Moderation: Dr. Andreas Rudigier

Grenzüberschreitungen II

Informationen

Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum Schruns:
5. Juni – 26. Oktober 2008, Dienstag – Samstag, 14 – 17 Uhr,
im Juli und August: Dienstag – Samstag, 10 – 17 Uhr, Sonntag 14 – 17 Uhr
Führungen: jeden Dienstag um 17 Uhr sowie jederzeit auf Voranmeldung
Kinder und Jugendliche: Zur Ausstellung wird ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche angeboten – informieren Sie sich bitte beim Heimatmuseum

Ausstellung im Heimatmuseum Prättigau Grüsch:
15. November 2008 – 28. Juni 2009, Samstag und Sonntag, 14 – 17 Uhr
Sonderöffnungszeiten und Führungen auf Voranmeldung immer möglich

Veranstaltungen:

  • 11. Juli: Alltag von Asylwerbern im Montafon, Flüchtlingsheim Maria Rast (Schruns, 15-19 Uhr)
  • 20. August: Zöllner und Schmuggler unter sich, Erzählabend (St. Gallenkirch, genauer Veranstaltungsort offen, 19.30 Uhr)
  • 21./22. August: Grenzüberschreitungen. Auf den Spuren von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen (Exkursion Gargellen – Partnun – Tschagguns)
  • 29. August: Grenzüberschreitung zwischen Frankreich und Montafon – Empfang von Schülerinnen im Rahmen eines Austauschprojekts („Französisches Zimmer“ im Montafoner Heimatmuseum Schruns, 18 Uhr)
  • 26. September: Finissage des Kunstprojekts ALLMENDE (Montafoner Heimatmuseum Schruns, 18 Uhr)
  • 4. Oktober: Grenzüberschreitendes Projekt zwischen Jugendlichen aus Frankreich und dem Montafon, Filmpräsentation in der Langen Nacht der Museen (Montafoner Heimatmuseum Schruns, 20 Uhr)
  • 10. Oktober: Zwangsarbeit auf den Baustellen der Illwerke zur Zeit des Nationalsozialismus, Vortrag von Jens Gassmann (Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn, 19.30 Uhr)
  • 16. Oktober: Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern. Eine Annäherung an das Geschäft mit der Grenze am Beispiel der Biographie Meinrad Juens, Vortrag von Edith Hessenberger (St. Gallenkirch, Veranstaltungsort offen, 19.30 Uhr)
  • 23. Oktober: Grenzgeschichte. Historisches zur Grenze im Montafon, Vortrag von Michael Kasper (Altes Gemeindeamt Tschagguns, 19.30 Uhr)
  • 26. Oktober: Tag der offenen Tür – Abschluss des Ausstellungsprojekts „Grenzüberschreitungen“ (Montafoner Heimatmuseum Schruns, 14-18 Uhr)
  • 14. November: Eröffnung der Ausstellung „Grenzüberschreitungen“ (Heimatmuseum Prättigau, Grüsch, 19 Uhr)
Kontakt: Montafoner Heimatmuseum Schruns, 05556/74723, 0664/1104992, museen@montafon.at
Konzept: MMag.a Edith Hessenberger
Mitarbeit: Dr. Andreas Rudigier, Mag. Michael Kasper, Bruno Winkler, Brigitta Pflugfelder-Held, Elisabeth Walch, Georg Breuß, Otto Rudigier

Grenzüberschreitungen I

Grenzüberschreitungen
Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen


Im Rahmen dieser Ausstellung, die im Sommer 2008 im Montafoner Heimatmuseum in Schruns und im Winter 2008/09 im Heimatmuseum Prättigau in Grüsch gezeigt wird, rückt die Grenze zwischen dem Montafon und dem Prättigau, zwischen Österreich und der Schweiz in den Mittelpunkt.
Diesmal ist es im Besonderen die Grenze im Gebirge, in deren turbulente und dramatische Geschichte Einblicke genommen werden.
Die Ausstellung spielt mit der Wahrnehmung von Grenzen und regt zum Nachdenken über die Idee und Funktion der Grenze an – vor allem in einer historischen Gegenüberstellung: Grenze in der NS-Zeit, Grenzen heute. Hier werden auch Parallelen zu den EU-Außengrenzen und der aktuellen
Flüchtlingsthematik gezogen. Verbindende (z. B. Schmuggeln, Fliehen) und trennende (Zollwachhäuser, räumliche Trennung der Regionen/Identitäten) Aspekte der Grenze werden in einem zeitgeschichtlichen Rahmen aufgezeigt.

Zur Ausstellung erscheint eine von Edith Hessenberger herausgegebene umfangreiche Buchdokumentation im Rahmen des fünften Sonderbandes der Montafoner Schriftenreihe.

13. März 2008

Leere Bauernhäuser


Im Zusammenhang mit den leer stehenden Häusern im Montafon hagelt es Kritik am Bundesdenkmalamt. Hauseigentümer und Museumsvertreter werfen dem Amt vor, zu bürokratisch vorzugehen. Das Amt weist die Vorwürfe zurück.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Amt und den Eigentümern lasse sehr zu wünschen übrig, sagten Vertreter der Montafoner Museen am Mittwoch in der Sendung "Kultur nach 6" bei Radio Vorarlberg.
Im Hinblick auf die vielen leerstehenden Häuser beispielsweise habe das Amt zwar eine wichtige Funktion. Es komme aber seiner Rolle als Vermittler zwischen Kulturschutz und den individuellen Bedürfnissen der Hauseigentümer nicht ordentlich nach.
Andreas Rudigier von den Montafoner Museen wirft dem Amt vor, zu bürokratisch zu sein. Es gebe keine Schnittstelle zu den Eigentümern, so Rudigier. Das hänge damit zusammen, dass das Denkmalamt zu wenig Personal habe und dadurch nicht immer anwesend sein könne.
Aber gerade an der Schnittstelle zwischen öffentlichem Pflegeanspruch und persönlichen Wünschen müsse man sensibel zwischen Tradition und modernen Standards abwägen, so Rudigier.
Man wolle die alten Häuser schließlich nicht alle in Museen verwandeln, sondern in genutzte und belebte Gebäude. Im Bundesdenkmalamt sieht man die Dinge anders und hält Verbesserungen nicht für notwendig.
Das Lorenzin-Haus in Gortipohl stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Vorderhälfte des Doppelhauses wurde im Jahr 1548 errichtet, der hintere Teil ist vermutlich noch älter.
Eigentümer Erwin Lorenzin, selbst einst im Baugeschäft tätig, nahm die Renovierung in Angriff. Die Sanierung begann anfangs in Absprache mit dem Denkmalamt. Doch es habe zu viele leere Versprechungen von Seiten des Denkmalamtes gegeben, kritisiert Lorenzin.
Man habe im Denkmalamt zu wenig verstanden, dass ein altes Gebäude auch heute bewohnbar sein müsse. So sei es ihm beispielsweise verboten worden, das Deckenniveau zu ändern.
Die ganze Diskussion gehe nun über ungefähr zehn Jahre, so Lorenzin. Nun habe er keine Lust mehr und gebe auf.
Im Denkmalamt glaubt man noch an eine Fortführung des Projekts. Das Lorenzin-Haus gehöre zu den bedeutendsten Häusern des Montafons, so Renate Madritsch vom Bundesdenkmalamt. In dieser Kategorie gebe es nur mehr zehn Häuser, dadurch müsse es mit besonderer Sorgfalt restauriert werden. Im August werde eine Restauratorin kommen.

Diskussion "Alte Bauernhäuser"



Diskussion um Nutzung alter Bauernhäuser
In der Talschaft Montafon verfallen nach und nach viele der ehemaligen Bauernhäuser. Der Gaschurner Bürgermeister Martin Netzer kann sich eine touristische Nutzung der alten Gebäude vorstellen.
Die Lebensgewohnheiten ändern sich, Familien werden kleiner und die Landwirtschaft weicht neuen Erwerbszweigen. Viele der ehemaligen Bauernhäuser im Montafon verfallen nach und nach.
Die Montafoner Bürgermeister haben unterschiedliche Lösungsansätze. Die Gemeinden Gaschurn und St. Gallenkirch erstellen derzeit gemeinsam ein räumliches Entwicklungskonzept. Der Gaschurner Bürgermeister Martin Netzer möchte, dass alte Bauernhäuser leichter umgewidmet werden können.
Damit wäre der Verkauf gesichert und neue Eigentümer müssten die Gebäude nicht mehr landwirtschaftlich nutzen, sondern könnten sie auch touristisch nutzen, etwa als Ferienwohnungen. Die Opposition ist gegen die Pläne, eine Entscheidung soll frühestens Ende März fallen.
In der Gemeinde Bartholomäberg ist man gegen eine touristische Nutzung der alten Bauernhäuser. Damit mache man sich den Ausverkauf der Heimat selbst, so Bürgermeister Martin Vallaster.

31. Januar 2008

Informationsveranstaltung "Via Valtellina"

Im Rahmen dieser Veranstaltung am Montag, 11.2.08, 19:30 im Gemeindesaal St. Gallenkirch, wird Ihnen das länderübergreifende Projekt näher und vor allem auch ein möglicher Routenverlauf in Galgenul und Gargellen vorgestellt.


Gerne wollen wir mit Ihnen über diese Route diskutieren, wobei uns klar ist, dass dies nicht alles während dieser Informationsveranstaltung passieren kann, sondern dass wir uns in separaten Terminen in den Wochen danach treffen werden.

Die ViaValtellina (Veltliner Weg) ist eine historische Route zwischen Schruns (Montafon) und Tirano (Veltlin), die großteils durch die Schweiz führt und über Jahrhunderte als Handelsweg diente. Im Rahmen eines so genannten Saumhandels führten die Säumer vor allem Wein, Tabak und Kaffee nach Norden und etwa das Montafoner Braunvieh aber auch Salz und andere Dinge des täglichen Gebrauchs in den Süden. Im Montafon erinnern noch alte Häuser und Namensbezeichnungen (wie der Veltliner Weg in Schruns) an diese Zeit. Die Route führt von Schruns über Gargellen, Schlappiner Joch, Klosters, Davos, Scalettapass, S-chanf, Samedan, Pontresina, Berninapass, Poschiavo nach Tirano.

Die ViaValtellina wird vom Institut ViaStoria (Universität Bern) betreut und seit Mai 2007 offiziell als internationaler Wanderweg touristisch angeboten.

Die Planung des Wegverlaufs im Montafon und die Erhebung kulturgeschichtlicher Besonderheiten an diesem Weg werden derzeit von den Montafoner Museen, dem Stand Montafon und der Gemeinde St. Gallenkirch durchgeführt.

Montafon im Gemeindelexikon 1907

Auf der Website austrian literature online findet sich auch das digitalisierte Gemeindelexikon für Tirol und Vorarlberg aus dem Jahr 1907 mit den Ergebnissen der Volkszählung von 1900.
Hier als pdf-Datei der Auszug für die Gemeinden des Montafons.