19. Januar 2009

Richard Beitl (1900-1982)

Donnerstag, 29. Jänner 2009,
19.15 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns

Richard Beitl (1900-1982). Dichtung – Wissenschaft – Wirken für die Heimat (Ausstellungseröffnung)

Dem Volkskundeprofessor, Schriftsteller und langjährigen Schrunser Kulturreferenten Richard Beitl (1900-1982) wird die Winterausstellung im Montafoner Heimatmuseum in Schruns gewidmet. Der aus Schruns stammende Beitl war als Dozent für Volkskunde in Berlin tätig und verfasste auch heute noch gültige Publikationen. In der Nachkriegszeit setzte er sich als Schrunser Kulturreferent für den Bau der Hochjochbahn und gegen die Ableitung der Litz ins Klostertal ein und spielte eine entscheidende Rolle in der Auseinandersetzung um die Schreibweise „Montavon“. Hohe Bekanntheit erlangte er als Schriftsteller von Romanen („Angelika“, „Johringla“).

Zur Eröffnung sprechen Dr. Paul Rachbauer und Prof. Klaus Beitl.


Im März erscheint zu Richard Beitl ein Band der Montafoner Schriftenreihe, zu dem international renommierte Autorinnen und Autoren beitragen und das breite Schaffen Beitls anschaulich darlegen werden. Vorträge und Lesungen ergänzen ebenfalls im März und April das Rahmenprogramm zur Ausstellung, die bis 18. April zu sehen ist.

Kommentare:

albert.ottenbacher hat gesagt…

Lesefrüchte aus

Richard Beitl (Hrsg.), Volkskunde und Schule, Ein Wegweiser zum volkskundlichen Unterricht, Völkisches Lehrgut, Schriftenreihe zur Neugestaltung des Volksschulunterrichtes, Leipzig 1934

S. 3) Adolf Helbok, verdient um die Gründung des 'Atlas der deutschen Volkskunde'

S. 4) Vorkämpfer des Nationalsozialismus in Tirol, schreibt über 'Siedlung und Haus als Ausdruck des Gemeinschaftslebens', von dem grellen Lichtstrahl einer neuen Zeit, Mitarbeiterin der N.S. - Kulturgemeinde über 'Die Sprache des Volkes', Leiter der Reichsfachstelle für Volkskunde über 'Volkstracht - gestern und heute'

'Der Herausgeber darf in aller Bescheidenheit, aber auch mit Freude dieses Buch anmelden als Zeugnis einer wirklichen Arbeitsgemeinschaft und einer treuen Kameradschaft, wie sie der Nationalsozialismus dem jungen Gelehrten heute zur Pflicht macht. Nicht nur der Inhalt, auch die Haftung soll diesem Buch ein Recht geben, in einer Reihe zu erscheinen, die sich 'Völkisches Lehrgut' nennt.

S. 15) Beitl 'Volkskunde des Kindesalters', Kind 'nicht als zufällige Einzelpersönlichkeit, als Individuum, sondern als Angehöriger des Volkes, als Teilhaber des Gemeinschaftsgeistes '

S. 19) Schreckgestalten 'Zufluchtsort von Inhalten des Volksglaubens', 'ganz überwiegend alter und neuer deutscher Volksglaube, mythischer Geistesbesitz der Erwachsenen, vor allem aber des Kindes'

S. 24) Adolf Helbok, 'begnadet vom Geiste desselben Blutes', 'zielbewusst in die Denkbahnen des Führers einmünden', 'Der aus dem volksgemeinschaftlichen Denken und Fühlen gewordene Arbeitsweg von Forschung und Lehre', 'das völkische Wollen der Deutschen', 'Wesen der Volksgemeinschaft'

S. 34) Oswald A. Erich, Volkskunst und kindliches Gestaltungsvermögen, Erzieher, der sich seiner neuen, völkischen Aufgaben bewusst ist, Spielzeugkühe 'von wahrhaft prähistorischem Aussehen' in Basel

S. 47) Schutz vor der 'Entartung' der Volkstracht, S. 48) 'Ehrenkleid der Heimat', 'Bedeutung der Volkstracht als Ausdruck deutschem Volkstums', der'Trachtenerhaltungsgedanke'

S. 69) 'Sturmabteilung, Schutzstaffel, Gauleiter, Hitlerjugend, Wehrsport, Weltanschauung, Schulung usw. spiegeln einen Ausschnitt aus der Welt des neuen Deutschland, an der jeder deutsche Mensch heute lebhaften Anteil nimmt.'

S. 86) Blüte des Volksgesanges, von der ungeheuren geschichtlichen und volkstümlichen Kraft des Führers

....

Ein kleiner Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit

mit freundlicher Empfehlung

Albert Ottenbacher

monti hat gesagt…

Herzlichen Dank für diese kritischen Anmerkungen!!!

albert.ottenbacher hat gesagt…

Unter

http://www.albert-ottenbacher.de/goldstern_museum/index.html

steht noch mehr zur Aufarbeitung der Vergangenheit :

Klaus Beitl stellt in Bezug auf Eugenie Goldstern die Frage „nach dem Versiegen ihrer wissenschaftlichen Forschungen“40 Mitte der Zwanziger Jahre. Er kann nicht ausschließen, daß es zusammenhängt mit der „zunehmenden Einengung des Blickes der neuromantischen und nationalen Volkskunde.“41 Meint er das Stichwort „Jude“ im Wörterbuch der deutschen Volkskunde, das sein Vater 1936 herausbringt ? Dort werden die Begriffe des „Ewigen Juden“, „Blutjuden“ und des „Packjuden“ erklärt. Recht und Brauch zeigen „in der Vergangenheit das deutsche Volk in fast sachlicher Trennung vom fremdrassigen Volkstum.“42 In der Ausgabe von 1955 fragt er sich, ob sich mit der Gründung des eigenen Staates „in der orientalischen Stammheimat auch eine volkstümliche Nationalkultur, ein eigentliches jüdisches Volkstum“ entwickeln wird.43 Sein Sohn läßt in der Auflage von 1974 das Stichwort zwischen Judas Thaddäus und Judenblume entfallen.

Die Quellen finden Sie unter

http://www.albert-ottenbacher.de/goldstern_museum/index.html#sdfootnote42anc

Mit besten Grüßen !

Albert Ottenbacher