Montag, 13. Mai 2013

Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg

Donnerstag, 16. Mai, 20 Uhr
Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn
 
Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg
Buchpräsentation mit Sigi Schwärzler

Wenngleich die Thematik des Wilderns in Vorarlberg nicht neu ist und seit Jahrhunderten fremdes Wild illegal erlegt wird, so ist es bis zum heutigen Tage medial ein eher wenig bearbeitetes Kapitel. Umso mehr gebührt Sigi Schwärzler, dem Autor des Buches „Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg“, das Verdienst, sich erstmalig monographisch dieses heimatkundlichen hochinteressanten Themas angenommen zu haben.

Unter dem Begriff des Wildschützen verstand man eine Person, die der Jagd nachging, ohne dazu berechtigt zu sein. Nur waren just Existenz und Ausmaß der Jagdberechtigung bestimmter Personenkreise zwischen den Jagdausübenden einerseits und den Forstorganen beziehungsweise den landesfürstlichen Behörden andererseits umstritten. Was sich aus der Sicht Ersterer als „gutes altes Recht“ präsentierte, konnte aus obrigkeitlicher Perspektive durchaus als Rechtsanmaßung und „Verachtung landesfürstlicher Autorität“ qualifiziert werden. Wilderei war nicht irgendein peripheres Delikt, sondern eines, das in der Volkskunde der Unterschichten eine große Rolle spielte. Es war das Männerdelikt „par excellence“.


Montag, 29. April 2013

hem.at.land - Mundarttexte und Musik

Freitag, 3. Mai 2013 um 19:30 Uhr
im Gasthof Löwen, Tschagguns

hem.at.land
Mundarttexte und Musik


Heimat sei dort, wo man sich aufregt: O Heimatland!
Und Heimat ist dort, wo man sich wohl fühlt: O Hoamatle, o Hoamatle. Der Volksmund weiß es schon lange: Ohni zanggat wörd net gliabt.

Lob und Spott, Ärgerliches und Liebes, Lustiges und Ernstes, gereimt und ungereimt spiegeln die Mundart-Texte Einstellungen von Einheimischen und Zweiheimischen wieder, lassen Altheimische und Neuheimische zu Wort kommen.

Zam Rima sen si guat ofglet mengs Gschichtli kunnt do ofs Tapet – und die HAUSMUSIK LÖWEN ist Garantie, dass die Veranstaltung, bei Gespräch, Essen und Trinken d Lüt zemma brengt.

Mit Heinrich Pfanner, Vandans, Helene Rüdisser, Schruns, Franz Rüdisser, Schruns, Valentina und Ismayil, Schruns, Hausmusik Löwen, Tschagguns. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe mundartMAI.

Mittwoch, 17. April 2013

18. Montafoner Trachtengespräche

18. Montafoner Trachtengespräche
Produkt Schafwolle – die Lodenfabrik, die Herstellung des neuen Mäßli und das Montafoner Steinschaf



Montag, 22.04.2013, 19:00 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns



Die Montafoner Museen mit den Montafoner Trachtengesprächen wollen auf die Erwartungen, Anregungen und Wünsche ihrer Besucher/innen immer wieder aufs Neue eingehen. Wir versuchen nach wie vor unser Stammpublikum bei der einheimischen Bevölkerung vergrößern. Die Geschichte und die Produkte der Lodenfabrik in Schruns werden einleitend zum Thema gemacht. Sigrid Bannier kommt extra zu Besuch, um über ihre Arbeit am neuen Mäßli zu berichten. Die Dokumentation über die Herstellung wurde vergangenes Wochenende von Ulrike Bitschnau (Geschäftsführerin des Landestrachtenverbandes) den Montafoner Museen übergeben. Sie wird informieren warum es sich so schwierig gestaltete jemanden zu finden, der das Mäßli wieder herstellen kann.
Peter Kasper und Martin Mathies werden schließlich das Montafoner Steinschaf vorstellen, dessen Wolle im Mäßli verarbeitet wird.

Nach dieser Präsentation werden wir uns dann der Frage widmen: Wie viel Montafoner Steinschaf ist im Mäßi? Und in der Publikumsdiskussion - Was ließe sich noch aus dieser Wolle herstellen? Wie kann daraus ein gefördertes Projekt werden?
Mit Sigrid Bannier (Filzerin), Ulrike Bitschnau (Landestrachtenverband), Marion Ebster (Stand Montafon), Peter Kasper und Martin Mathies (Montafoner Steinschafzüchter), Elisabeth Walch (Montafoner Museen).

Montag, 08. April 2013

Montafoner Museen: Jahresbericht 2012

Ab 9. April erhältlich, für HSV-Mitglieder bei der Generalversammlung gratis.

Michael Kasper (Hg.), Jahresbericht 2012. Montafoner Museen. Heimatschutzverein Montafon. Montafon Archiv, Schruns 2013.
INHALT:

Jahresbericht
Jahresbericht der Montafoner Museen (Michael Kasper)  4
   
Ausstellungen
So jung! – Fotografien erzählen von geglückter und verlorener Kindheit im Montafon (Bruno Winkler)  10
„Ich träume noch von der Kuranstalt“ – Eine Ausstellung (Lisa Hessenberger)  14
Wenn jemand geht (Marko Zink)  20
Feste und Bräuche im Montafoner Jahreskreis (Michael Kasper, Elisabeth Walch)  22
   
Vermittlung & Veranstaltungen
septimo 2012 (Michael Burger)  28
Heimat bauen (Bruno Winkler)  29
„Von der Wissenschaft zur Gastwirtschaft“ – Silvretta Historica Tagung 2012
(Christoph Walser, Thomas Reitmaier, Karsten Lambers )  32
Die ViaValtellina (Karin Valasek)  34
Kulturlandschaftswanderungen (Leo Walser)  37
Montafoner Trachtengespräche (Elisabeth Walch)  39
Meine, deine, unsere Tracht – Eine globale Beziehungsgeschichte (Theresia Anwander)  41
Exkursion Stoffdruckmuseum Hard (Elisabeth Walch)  44
Engadiner Begegnung in St. Moritz (Elisabeth Walch)  45
Erzählen ist Immaterielles Kulturerbe im Montafon (Edith Hessenberger)  47
Mach Urlaub do im Tal (Annelies Zerlauth)                49
Social Media in den Montafoner Museen (Michael Kasper)  50
   
Zeitgeschichte
Der Montafoner Arbeitskreis (Dirk Strohmann)  52
„Das werd ich nie vergessen!“ – Erinnern zwischen Kollektivität und Individualität (Lisa Hessenberger)   60
Berühmte Gäste im Montafon (Désirée Mangard)   66
Zwangsarbeit auf den Baustellen der Vorarlberger Illwerke 1938-45 (Michael Kasper)  67
Joseph Cordiers Kriegstagebuch in deutscher Sprache (Edith Hessenberger)  71
„Der Kreuzzug des Reichsbundes“ – Das erste Gipfelkreuz auf dem Piz Buin (Michael Kasper)  82
Ein Blick ins Gipfelbuch des Piz Buin der 1940er Jahre (Andreas Brugger)  88
Entwicklung der alpinen Leistungsphysiologie um die Jahrhundertwende (Hanns-Christian Gunga)  90
Zwecks Herstellung geordneter Zustände (Franz Rüdisser)  96
   
Migrationsgeschichte
Im Sturm nach Amerika (Meinrad Pichler)  98
Zwei Berichte zur Montafoner Arbeitsmigration 1806/07 (Michael Kasper)  101
„Aus dem Thal Montefu in Tyrol“ (Markus Bauer)  102
   
Geschichte & Kunstgeschichte
Die Frevelbücher der Herrschaft Bludenz (1544-1599) (Nicole Ohneberg)  112
Ein Gang durch die Geschichte des Zeinisjochs (Michael Kasper)  121
Gab es Viehmärkte auf Vermunt? (Dieter Petras)  130
St. Nikolaus in Gortipohl (Andreas Rudigier)   133
Paßnamen und Grenzen im Montafon (Guntram Plangg)  137

Archäologie
Bergbau im südlichen Vorarlberg – ein montanarchäologischer Survey (Georg Neuhauser, Sarah Leib)  146
Archäologie im Montafon – neue Erkenntnisse zur frühen Wirtschafts- und
Besiedlungsgeschichte (Rüdiger Krause et al.)  151
   
Kultur- & Naturlandschaft
Vom Wandel in der Kulturlandschaft (Friedrich Juen)  158
Lösungsansätze zwischen Dynamik und Tradition – von der Erfindung eines Werkzeugs zum
Erhalt der Maisäßlandschaften Montafon (Marion Ebster)  161
Kennzeichnung „Montafoner Baukultur“ (Leo Walser)  165
Der »Alte Pfarrhof« –  Mühleweg 4 in Innerberg (Klaus Pfeifer)  166
Informationen, Beratungen und Stellungnahmen zu Kulturlandschaftsprojekten (Leo Walser)  174
Kulturgut „Schragazu“ (Edith Hessenberger)  175
Förderungen für bauliche Kulturgüter (Leo Walser)  178
Kulturlandschaftsfonds des Standes Montafon (Leo Walser)  179
Kampf um Aufmerksamkeit: Tourismusinszenierung der Berge (Stefan Forster)   180
Die Montafoner Kulturlandschaft im 19. Jahrhundert (Michael Kasper)  183
Kult[ur] ist in. Das Projekt Montafoner Kulturlandschaft (Nadine Kasper, Patrick Rösler)  188
Die Blockgletscher der Verwallgruppe (Katharina Stocker)  190
„Bergsteigen unter Tage“ (Alexander Klampfer)  196
Das Biotopinventar Vorarlberg (Ruth Swoboda)  201
Raumentwicklung Montafon (Martin Strele, Christoph Breuer)  203
100 Jahre Fideliskapelle Gargellen (Wilfried Dür)  208
   
Museen / Archiv / Heimatschutzverein
Die Museumssammlung wächst! (Elisabeth Walch)  210
Bericht aus dem Montafon Archiv (Andreas Brugger)  212
Jahresabschluss 2012 (Judith Ganahl)  214
Heimatschutzverein Montafon  215
Autorinnen und Autoren  216
Bildnachweis  217
Publikationen  218

Preis: EUR 12,--/6,-- (Nichtmitglieder/Mitglieder)
Bestellung unter info@montafoner-museen.at Versand (Inland) + EUR 2,90

GV Heimatschutzverein Montafon

Dienstag, 9. April, 19 Uhr
Vereinshaus Silbertal

Ordentliche Generalversammlung des Heimatschutzvereins Montafon

Tagesordnung:

1 Begrüßung
2 Genehmigung des Protokolls der letzten Generalversammlung (das Protokoll liegt bei der Versammlung auf und kann auf Wunsch auch vorher im Heimatmuseum eingesehen werden)
3 Bericht des Obmanns zum Vereinsjahr 2012
4 Bericht der Kassierin zum Vereinsjahr 2012
5 Stellungnahme der Kassaprüfer und Entlastung der Kassierin
6 Entlastung des Vorstands
7 Vorschau auf das Vereinsjahr 2013 und Genehmigung des Voranschlags
8 Festsetzung des Mitgliedsbeitrags für 2014
9 Allfälliges

Im Rahmen der Generalversammlung wird auch der Jahresbericht 2012, der über 50 Beiträge zu den vielfältigen Tätigkeitsbereichen des Heimatschutzvereins umfasst, präsentiert und kann von den anwesenden Mitgliedern gratis mitgenommen werden (später kostet er dann...).

Freitag, 22. März 2013

Ostern im Montafon

Am Beginn der Passionszeit stellte im Montafon der „Schmerzhafte Samstag“, der Tag vor dem Palmsonntag, einen ersten Höhepunkt dar. An diesem Tag fand in der größten Wallfahrtskirche des Tales, in Tschagguns, das bedeutendste Wallfahrtsfest des Jahres statt.

Am Palmsonntag folgte die Palmenweihe, bei der große Sträuße aus Weißtannen- und Buchenästen, Palmkätzchen und Haselruten zur Weihe in der Kirche vorbereitet werden. Auf die Haselstecken wurden mitunter kleine rote Winteräpfel gespießt, oder aus Zweigen wurd ein Kreuz geformt. Auch Wacholder, Buchsbaum oder Stechpalme kamen in den Strauß. Nach dem Palmsonntag wurden die geweihten Palmen unter das Dach der Häuser gesteckt, um Blitz und Feuer abzuwehren. Ein Zweiglein kam als Haussegen hinter das Kruzifix in der Stubenecke, das Kreuzlein des Straußes gegen das Verhexen in den Stall. Schließlich wurden einzelne Zweige bei Gewittergefahr im Herd verbrannt.





Für die männliche Dorfjugend beginnt dann in der Karwoche am Gründonnerstag die große Zeit. Wenn am Abend des Gründonnerstages die Kirchenglocken für drei Tage verstummen, kommt der große Auftritt der „Rätschner“. Der Volkskundler Richard Beitl berichtete dabei folgendes vom Tun der Schrunser Schulbuben vor dem Ersten Weltkrieg:

„Am Tag nach Palmsonntag beriefen einige, die Zufall, Reichtum der Eltern, Ehrgeiz, Alter oder irgendeine Tüchtigkeit zu Führern in der Schule bestimmt hatte, alle Besitzer von Rätschen oder Kartafeln auf die Gemeindebünte. Die Rätschen waren schwere Holztafeln, auf denen mehrere Hämmer, durch eine Drehwalze angespannt und gehoben, den scharfen, prasselnden Lärm eines Maschinengewehres erzeugten. Die Aufstellung der Rätschner hatte ihre festen Regeln. Zuerst kamen die schwächlichen Zweihämmer und zuletzt die von allen geachteten Achthämmer, die schwer in der Schulter hingen. An die Spitze, ans Ende und in die Mitte traten die Bevorzugten, die sich für dieses Jahr die große, mittlere und kleinere und das Totenglöggli gesichert hatten, alles handfeste, abgegriffene Holzbretter, in denen ein großer Klöppel hin und her schwang. Das Totenglöggli ging am Ende des Zuges, und wenn einer aus dem Dorf in den Kartagen starb, mußte es talaus, talein, bergauf und bergab auf allen Wegen geläutet werden, wofür der Glockenträger zusätzlich ein Silberstück bekam.
Wenn am Mittwoch die Mette nahe war, versammelten sich alle Rätschner auf dem Platz und zogen dann im Gleichtakt der Beine und Hämmer durchs Dorf. Das prasselte und knatterte dann um die Hausecken: rrr – rrr – rrrr – rrr – rrr – rrrr -. Mit den ersten Kirchgängern trafen auch die Buben am Seitenportal ein, schwangen die Rätschen an die alte Mauer und traten in die erleuchtete Kirche. Genauso wurde am Morgen und Abend ausgerückt. Nur das ‚Läuten‘ ganz in der Frühe besorgten die großen Holzglocken. […]“


Mehr zu diesem Thema im Jahresbericht 2011 der Montafoner Museen: http://www.stand-montafon.at/montafoner-museen/shop/jahresberichte

Samstag, 16. März 2013

Der Papst und das Montafon

Das Wappen und Siegel des Montafons zeigt in silbernem Schild zwei schwarze, gekreuzte Schlüssel. Das Symbol der gekreuzten Schlüssel ist dem päpstlichen Wappen entnommen, wird seit dem frühen 15. Jahrhundert verwendet. 



Während des Appenzellerkriegs (1405–1408) organisierten sich die Montafoner zu einem „Land“ (sog. Stand) und verwendeten als Zeichen im Wappen die zwei vom Hof St. Peter (bei Bludenz) abgeleiteten gekreuzten Petrusschlüssel.
Dieses Wappen wurde später eigenmächtig, um die eigene Bedeutung innerhalb der Vorarlberger Landstände zu erhöhen, zum päpstlichen Wappen umgestaltet, indem dem Wappenschild noch eine dreifache Papstkrone hinzugefügt wurde. Begründet wurde dies damit, dass Papst Johannes XXIII angeblich auf dem Weg zum Konzil von Konstanz in einer Sänfte vom Klostertal über den Kristberg ins Montafon getragen wurde, um der Pest zu entgehen und den Montafonern zum Dank dann das Recht auf diese Insignien verliehen habe.
1700 gestattete Papst Innozenz XII den Montafonern aber schließlich auch offiziell die Führung dieses Wappens. Hohe katholische Geistliche mit Montafoner Wurzeln und die Vorgesetzten Tales hatten sich für diese Bestätigung in Rom eingesetzt.

Donnerstag, 14. März 2013

12. März 1938: Hugo Ebners und Jura Soyfers Fluchtversuch über Gargellen

12. März 1938: Hugo Ebners und Jura Soyfers Fluchtversuch über Gargellen - ein Beispiel für die folgenschwere Rolle der einheimischen Gendarmerie in den Tagen nach dem Anschluss

Bereits in den ersten Tagen nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 wurden im Rahmen einer großen Verhaftungswelle ca. 76.000 Österreicher festgenommen und binnen kürzester Zeit in Konzentrationslager deportiert.
Jura Soyfer, 1912 als Kind russisch-jüdischer Eltern in Charkow geboren, lebte seit 1920 in Wien und war in der links-intellektuellen Szene Wiens schon bald als Dichter und Mitarbeiter bei sozialistischen Zeitschriften bekannt. Soyfer musste also schon aufgrund seiner politischen Tätigkeit befürchten, dass sein Name auf der NS-Fahndungsliste vermerkt war. Da er zur Zeit des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich über keinen Pass verfügte, der eine legale Ausreise erleichtert hätte, war er gezwungen, die Flucht über die Berge zu wagen.
Gemeinsam mit seinem Freund Hugo Ebner nahm er am 12. März 1938 einen überfüllten D-Zug von Wien nach Bludenz. Hugo Ebner war im Jahr zuvor im Montafon auf Schiurlaub gewesen und schlug daher die Flucht über die Montafoner-Prättigauer Grenze in die Schweiz vor:

„Von allen Fluchtmöglichkeiten schien die von Hugo Ebner vorgeschlagene am plausibelsten: eine gemeinsame ‚Schiwanderung’ über die Schweizer Grenze. [...] Die beiden Freunde verlassen am Morgen des 13. März in Bludenz den Zug und fahren mit dem Bus bis Schruns. Auf Schiern steigen sie auf den 1450 m hoch gelegenen Gargellen [sic!], um von dort die Grenze zu erreichen. Am Nachmittag werden sie von einer österreichischen Grenzpatrouille,
die aus [zwei oder] drei Gendarmen besteht, perlustriert. In Juras Rucksack findet sich eine Sardinenbüchse, die in eine Zeitung eingewickelt ist, die schließlich zur Verhaftung führt [Anm. Richtigstellung: Die in Zeitungspapier gewickelte Sardinenbüchse befand sich in Hugo Ebners Rucksack]. Dabei handelt es sich nicht, wie von Personen, die nicht dabei waren, immer wieder erzählt wird, um ein Exemplar der Roten Fahne [Anm.: einer zu dieser Zeit illegalen Parteizeitung der Kommunisten] oder einer anderen illegalen Publikation. Die Situation ist viel grotesker. Der Greißler hatte die Sardinendose in einer Zeitschrift der völlig legalen Einheitsgewerkschaft aus dem Jahr 1936 eingewickelt. Der jüngste der Gendarmen, offensichtlich ein Nationalsozialist, der sich schon in den allerersten Tagen der ‚Ostmark’ seine Sporen verdienen will, nimmt trotzdem Anstoß daran. Daß die beiden Angehaltenen ‚etwas gedrucktes’ mithaben, ist ihm schon Grund genug zur Verhaftung. Er hätte wahrscheinlich einen anderen Vorwand gefunden, wenn diese Zeitung nicht gewesen wäre. Die anderen Gendarmen, durch das ‚Gedruckte’ ebenfalls alarmiert, wollen sich wegen des Eifers des Jungen auf nichts einlassen und lassen die Verhaftung geschehen.
Soyfer und Ebner werden nach St. Gallenkirchen [sic!] eskortiert, wo sie die Nacht im Gemeindekotter verbringen. Am nächsten Tag werden sie nach Bludenz gebracht – in das wohl sauberste Gefängnis Österreichs, der Wärter gibt ihnen Filzpantoffeln, um den Fußboden der Zelle zu schonen. Am 16. März werden sie ins Landesgericht Feldkirch überstellt. Ein Telephonat nach Wien ergibt, dass sie beide ‚Politische’ sind.“


Hugo Ebners Schilderung der Ereignisse kann unter
http://www.doew.at/erinnern/biographien/erzaehlte-geschichte/anschluss-maerz-april-1938/hugo-ebner-wir-versuchen-es-ueber-die-berge nachgelesen werden.



... Im KZ Buchenwald erkrankte Jura Soyfer aufgrund der katastrophalen sanitären Zustände an Typhus und verstarb am 16. Februar 1939 im Alter von 26 Jahren.

Mehr zu dieser Fluchtgeschichte bzw. zu vielen anderen geglückten oder gescheiterten Grenzübertritten zwischen 1938 und 1945 können im Band "Grenzüberschreitungen. Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen" nachgelesen werden. Erhältlich in den Montafoner Museen und online unter www.stand-montafon.at/montafoner-museen/shop/sonderband-5-zur-montafoner-schriftenreihe

Donnerstag, 07. März 2013

Montafoner Bevölkerungsgeschichte

Datum 13.03.2013
Beginn 20:00
Ort Tourismusmuseum Gaschurn



Montafoner Bevölkerungsgeschichte
Vortrag von Mag. Peter Helfer


Zwischen 1800 und 2000 verdoppelte sich die Bevölkerung des Montafon. Das Wachstum setzte zu einem Zeitpunkt ein, als zeitgenössische Wissenschafter das Tal als „stark übervölkert“ einschätzten.
Im Vergleich zur Landesentwicklung und innerhalb Montafoner Gemeinden werden die unterschiedlichen Wachstumsphasen, ihre möglichen Bedingungen und Auslöser dargestellt.
Im zweiten Teil wird mit Methoden der historischen Demographie der eigentliche „Protagonist“, die Familien, in den Vordergrund gerückt. Die scheinbare Kontinuität der demographischer Kennziffern – EinwohnerInnen, Geburten, Eheschließungen, Sterbefälle – verdeckt einen tiefgreifenden Wandel des „Systems Familie“, der sich langsamer, aber parallel zum wirtschaftlichen Wandel vollzog, der das Bevölkerungswachstum erst ermöglichte.

Freitag, 01. März 2013

NS-Herrschaft in Vorarlberg mit besonderem Blick auf das Montafon

NS-Herrschaft in Vorarlberg mit besonderem Blick auf das Montafon
Vortrag von HR Mag. Meinrad Pichler


Datum 05.03.2013
Beginn 20:00
Ort Heimatmuseum Schruns

Pichlers jüngst erschienenes Buch „Nationalsozialismus in Vorarlberg. Opfer-Täter-Gegner“ ist die erste zusammenfassende Darstellung dieser Zeit und war im Dezember 2012 der Bestseller im Vorarlberger Buchhandel. In seinem Referat wird der Autor auf allgemeine Aspekte eingehen, besonders aber die Verhältnisse im Montafon der Jahre 1938-1945 beleuchten.

Neu, ansprechend und zusammenfassend erzählt Meinrad Pichler in seinem jüngsten Buch die Geschichte der nationalsozialistischen Herrschaft in Vorarlberg. Nicht nur für interessierte Erwachsene – sondern speziell auch für eine jüngere Leserschaft. Ein Standardwerk, das sich auch mit Biographien von Opfern, Tätern und Gegnern an das Thema annähert. Mit über 300 Bildern schafft er einen Zugang zu dieser Zeit, die nur noch teilweise verständlich scheint, aber nachwirkt.

Meinrad Pichler ist Gründungsmitglied der Johann-August-Malin-Gesellschaft und hat schon zahlreiche Publikationen zur neueren Vorarlberger Geschichte herausgegeben. Es war Geschichte- und Deutschlehrer und anschließend Direktor des BG Bregenz Gallusstraße. Er gilt als einer der profundesten Kenner zum Themenbereich „Nationalsozialismus in Vorarlberg“.

Eintritt: € 4,-- / Mitglieder des Heimatschutzvereins frei

Mittwoch, 23. Jänner 2013

UNESCO-Kulturerbe "Erzählen im Montafon"

Im Montafon entwickelten sich im Rahmen der täglichen Kommunikation Erzählgemeinschaften. Die Inhalte, Wertvorstellungen und Muster der lokaltypischen Sagen und Erzählungen gehen auf das 19. und 20. Jahrhundert zurück. Die Erzähltradition ist noch heute ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft und wird im Alltag ebenso wie zu besonderen Anlässen gepflegt. Zahlreiche kulturelle Initiativen und KulturträgerInnen im Montafon tragen aktiv zur Sammlung und Erhaltung des lokalen Erzählguts bei, das seit dem 19. Jahrhundert im Interesse der Forschung steht.


(c) UNESCO

Die Sagen und sagenartige Erzählungen im Montafon gehen auf die ländliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und die damit verbundenen christlich geprägten Normen und Werte zurück. Diese Erzählstoffe vermischen sich im 20. Jahrhundert mit Erzähltraditionen, die den Wandel des Montafons von einer landwirtschaftlich geprägten Lebenswelt zu einer touristisch erschlossenen, modernen Landschaft aufzeigen und oftmals persönliche Dokumente der Betroffenheit über historische Ereignisse in der Region darstellen.

Damit die Erzählungen vermittelbar und verständlich werden, greifen sie häufig auf kulturelle Schemata wie den Aufbau, die Auswahl des Erzählthemas, die Inszenierung der zentralen Figuren als auch die Funktion der Erzählung zurück. Sie zeichnen sich auch durch einen großen Variantenreichtum aus. Zu den typischen Sagen zählen jene von mystischen Funden im Hochgebirge („Piziguter Ganda“), vom Bergsturz auf das Dorf Prazalanz, vom „Künden“ des Todes eines Verwandten oder von der Wettervorhersage durch „Bötz“.

Im Rahmen des Projektes „Montafoner Geschichte“ wurden von 2003 bis 2012 insgesamt fast 300 lebensgeschichtliche oder themenspezifische Erzählungen von über 200 Personen mittels Tonband- und/oder Viseoaufnahmen dokumentiert. Der Sagenweg in Vandans lädt an 14 Stationen zum Kennenlernen der heimischen Erzähl- und Sagenwelt ein. Zahlreiche Ausstellungen der Montafoner Museen und Theaterstücke im Rahmen der Silbertaler Sagenfestspiele tragen darüber hinaus zur Sicherung der Tradition bei.

Weitere Informationen im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich sowie bei den Montafoner Museen

Donnerstag, 15. November 2012

Buchpräsentation: Montafon 4

Wann: Freitag, 30. November 2012, 18 Uhr
Wo: Montafoner Heimatmuseum Schruns (Kirchplatz 15, 6780 Schruns)

Grußwort von Standesrepräsentant Rudolf Lerch.
Buchpräsentation: Herausgeber Norbert Schnetzer und Wolfgang Weber sowie die Autorinnen und Autoren.
Moderation: Michael Kasper.


Norbert Schnetzer und Wolfgang Weber (Hg.): Montafon 4. Bevölkerung - Wirtschaft. Das lange 20. Jahrhundert (= Das Montafon in Geschichte und Gegenwart 4), Schruns 2012.

Der vierte Band der Reihe „Das Montafon in Geschichte und Gegenwart“ widmet sich der Bevölkerungs- und Wirtschaftsgeschichte des Montafons im 19. und 20. Jahrhundert. Leicht verständlich, aber zugleich wissenschaftlichen Ansprüchen genügend, präsentieren neun renommierte Autorinnen und Autoren ihre Studien zum „langen 20. Jahrhundert“ in der Montafoner Geschichte. Ein allen weiteren Beiträgen zugrunde liegendes Fundament stellt die Aufarbeitung der Bevölkerungsgeschichte des Montafons dar. Die Entwicklung des Siedlungsraumes aus der Sicht der Raumplanung und – eng damit zusammenhängend – die Geschichte der Wildbach- und Lawinenverbauung stellen weitere Schwerpunkte des Bandes dar. Einer allgemeinen Überblicksdarstellung zur wirtschaftlichen Entwicklung des Montafons im 19. und 20. Jahrhundert folgen Untersuchungen zum strukturellen Wandel im Bereich der Landwirtschaft, zum Aufschwung des Tourismus und zum Auf- und Ausbau der Energiewirtschaft im Tal zwischen 1800 und 2000 . Eine spannende Betrachtung der Geschichte der Institution “Stand Montafon” rundet den Band inhaltlich ab.

Die reichhaltige Bebilderung und die Vielfalt der verwendeten Quellen ermöglichen spannende Einblicke in die jüngste Geschichte des Montafons. Die historischen Prozesse, die zur gegenwärtigen Situation der Talschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts führten, werden anschaulich erläutert und dokumentiert. Kurzzusammenfassungen am Beginn der Beiträge bieten eine rasche Orientierung. Ein umfangreiches Orts- und Personenverzeichnis erschließt die einzelnen Beiträge. Der grafisch äußerst gelungene Band erfüllt somit mehrere Funktionen: Er fungiert nicht nur als wissenschaftlich fundiertes Nachschlagewerk, das in keinem Montafoner Haushalt fehlen sollte, sondern er stellt auch eine anregende Lektüre für alle, die im Montafon leben, in diesem Tal ihre Wurzeln haben oder sich einfach für diese vielseitige Region interessieren, dar.

Ab. 1.12.2012 beim Stand Montafon, in allen Montafoner Museen, in den Montafoner Tourismusbüros und im Buchhandel erhältlich.

Mittwoch, 07. November 2012

Buchpräsentation: Montafon Lesebuch 14.11.

Michael Kasper und Andreas Rudigier:
Montafon LESEBUCH
Außen- und Innenansichten eines außergewöhnlichen Tals.


Das Montafon Lesebuch ist das zwölfte der Reihe Vorarlberger Lesebücher. Es stellt eine Annäherung an das Tal dar, die hinter die schrägen Kulissen des Eingangs blickt. Oberflächliche Schönwetterdarstellungen und Postkartenidyllen finden sie anderswo, die Ansichten der Autorinnen und Autoren sind subtileren Gehalts.

Das Buch ist umfassende, informative aber ebenso unterhaltsam zu lesende Gesamtdarstellung: eine spannende Lektüre, die in jeden Haushalt gehört.

Begrüßung: Ulrich Gabriel 
Leseproben und Erläuterungen: 
Michael Kasper und Andreas Rudigier
Musikalische Umrahmung:
Volkslieder aus dem Montafon zum Mitsingen

Mittwoch, 14. November 2012, 19 Uhr
Gasthof Löwen, Tschagguns

Eintritt frei. Im Anschluss wird ein kleines Buffet mit Getränken geboten.
Reservierungen bitte unter: T: 05572 / 23019,
E: office@unartproduktion.at


Sonntag, 04. November 2012

Ausstellungseröffnungen Schruns 9.11. "Kurhotel"

Am Freitag, 9. November 2012, werden um 18 Uhr die beiden thematisch zusammenhängenden Ausstellungen "im kurhotel. marko zink" sowie "'Ich träume noch von der Kuranstalt' - Das Kurhotel und die Kuranstalt Montafon" im Heimatmuseum Schruns eröffnet werden:


- im kurhotel. marko zink
Der Fotozyklus „im Kurhotel“ von Marko Zink besteht aus 40 großformatigen analogen Fotografien, die zwischen 2010/11 im Kurhotel in Schruns entstanden sind. Diese Serie wird erstmalig gemeinsam zum Monat der Fotografie 2012 an vier Plätzen (Heimatmuseum Schruns, Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz, Galerie Michaela Stock in Wien und Künstlerhaus Wien) in Österreich gezeigt. Nur in Schruns wird die gesamte Serie zu sehen sein. Überdies wird an diesem Abend der Katalog zur Ausstellung präsentiert werden.
"Ein Projekt, das ganz hervorragend in seiner Ganzheitlichkeit funktionierte, ist die Serie über das Kurhotel sowie die Kuranstalt in Schruns: Zu Beginn der fünfziger Jahre erbaut, zählte diese Institution bis in die siebziger Jahre zu einer der renommiertesten und nobelsten seiner Art. Die Umsätze gingen jedoch zurück – seit 2002 ist der Gebäudekomplex ganz verlassen und in dieser fast schon gespenstischen Leere verschwand auch der Eigentümer … den Porsche vor der Haustüre zurücklassend. Viele Gerüchte kursierten um seinen Verbleib sowie das altehrwürdige Gemäuer, nun soll es abgerissen werden. Dieser Ort mit seinen unausgesprochen Erzählungen war prädestiniert für Marko Zink: Er schuf hieraus eine Serie voller irritierender Momente, das Paradox einer verfallenden Heilanstalt – der »Arzt« wird zum Patienten. Es entstanden Suchbilder, die durch seine spezielle Fotografietechnik, die Vergänglichkeit unabhängig vom Motiv in sich tragen. Hier lugt ein Arm hervor, dort steht jemand hinter dem Vorhang. Die Vergangenheit glamouröser Zeiten blitzt kurz hervor, ehe sie sich in der Tristesse der Verwahrlosung, der Anhäufung skurril anmutendem Mobiliar auflöst. Ein privater Schicksalsschlag Zinks – der plötzliche Tod seines Bruders während dieses Projekts –, mag dazu beigetragen haben, daß diese Serie von unglaublich intensiver Melancholie getragen wird. Vitalität und Tod lagen im künstlerischen Konzept nah beieinander – die Realität untermauerte es mit unbarmherziger Wucht." (Bettina Schulz: PantaRhei; In: Novum 05/12)

- „Ich träume noch von der Kuranstalt“ - Das Kurhotel und die Kuranstalt Montafon
Die Geschichte der Kuranstalt und des Kurhotels Montafon weist viele Facetten auf. Sie ist geprägt durch eine glanzvolle Hochblüte wie durch einen schleichenden Niedergang. Durch einen Gründer mit charismatischer Persönlichkeit sowie medizinischer Voraussicht und nationalsozialistischer Vergangenheit. Durch die positiven Erinnerungen der Angestellten heute und deren harte Arbeit damals. Die Ausstellung widmet sich diesen Aspekten der Geschichte der Kuranstalt und des Kurhotels Montafon und stellt historische wie soziale Dimensionen des Betriebs dar.
Ausstellungskuratorin: Lisa Hessenberger, Ausstellungskoordination: Michael Kasper, Elisabeth Walch

Mittwoch, 03. Oktober 2012

Lange Nacht der Museen im Montafon 2012

Samstag, 6. Oktober, 18-1 Uhr Lange Nacht der Museen

Montafoner Bergbaumuseum Silbertal
Sonderausstellung:
Johann Bitschnau – Erinnerungen eines Silbertaler Lehrers (1876-1929)

Programm:
18 Uhr Kinderprogramm – Adolf Zudrell erzählt Silbertaler Sagen
21 Uhr „Us am Leba griffa …“ mit Monika Valentin. Erinnerungen und Momentaufnahmen vom Leben damals und heute. Textcollagen aus persönlichen Gesprächen, dem Erzählcafé, selbst Erlebtem und Erfundenem. Erinnerungen, lückenhaftes und sagenhaftes in einem neuen Kleid zusammengefasst. Monika Valentin liest aus ihren eigenen Texten, die aus erzählten Geschichten entstanden sind.
Führungen mit Erich Fritz (18-24 Uhr)
 
Altes Frühmesshaus Bartholomäberg
Sonderausstellungen:
„Die Welt des Luzius Hauser“ – ein Einblick in Seelsorge, Hexenverfolgung, Wunderheilungen und Gegenreformation im Montafon im 17. Jahrhundert
„d´Bärger – üsari Lüt“ – Begegnungen am Bartholomäberg
Diese Ausstellung verbindet die Lebensgeschichte der Menschen hier am Berg mit ihrer tiefen Verbundenheit zur Region und sehr persönlichen Geschichten aus dem Alltag, teils heiteren, aber auch sehr tiefgreifenden Erlebnissen und Erfahrungen.

Programm:
19 Uhr: Kräuterkundestunde mit Angelika Thaler-Zugg und umfassenden Erläuterungen zu ihrem aufwändig erarbeiteten Herbarium.
21 Uhr: Ausstellungsführung zum Thema „Pfarrer Luzius Hauser – Geistheiler und Hexenfinder in der frühen Neuzeit“ mit Kuratorin Elisabeth Walch.
TIPP_Bewirtung: „Ägabachnas Brot met frescha Krüterofstrichsvarianta“ und „prickligam Hollundersekt oder -saft os’m Käller“
 
Montafoner Heimatmuseum Schruns
Sonderausstellung:
„Feste und Bräuche im Montafoner Jahreskreis“
Im Montafon üben bis heute viele Bräuche und Rituale eine große Faszination auf die Menschen aus, auch wenn ihre ursprüngliche Bedeutung teilweise gar nicht mehr bekannt ist. Was genau steckt aber hinter diesen Bräuchen, die gewissen Tagen und Zeiten im Jahreskreis eine besondere Bedeutung verleihen? Bräuche sind weit mehr als nur die mit ihnen verbundenen Feierlichkeiten. Sie stehen für gewachsene Tradition, oft auch für christliche Glaubensinhalte, spiegeln die Kultur des Landes und die gesellschaftlichen Normen, den Einfluss der Medien, aber auch politische und wirtschaftliche Interessen wider.

Programm:
18-20 Uhr: „Medizinische Rezepte“ - Kinderprogramm mit Klaus Bertle und Christof van Dellen.
18-20 Uhr: Literaturabend mit dem Lorünser Literaturkreis „Klopfzeichen“: „Mein Montafon von Stallehr bis Partenen“. Die AutorInnen lesen aus eigenen Werken, in Mundart und Hochdeutsch.
Es lesen: Heinz Bitschnau, Lidwina Boso, Maria Etlinger, Annemarie Ganahl, Anna Gruber, Irene Würbel-Walter, Olivia Martin-Ganahl, Ingrid und Paul Verzetnitsch und Anneliese Zerlauth. Musikalische Begleitung  – „Schnägga“: Sonja Lorenzin, Gerhard Mangeng, Monika Baumann-Salzgeber
20:15 Uhr „Erholungstage im Erholungstal Montafon“ – die Kuranstalt und das Kurhotel Montafon: Mag. Lisa Hessenberger im Gespräch mit Eleonore Schönborn.
Führungen nach Bedarf (18-24 Uhr)
 
Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn
Sonderausstellungen:
„So jung!“ Bilder von geglückter und verlorener Kindheit im Montafon
Einst trieb die Armut sie hinaus aus dem Tal; Männer, Frauen und Kinder. Während jedoch die Saisonwanderungen der Erwachsenen im historischen Bewusstsein fest verankert sind, blieb die Situation der Kinder weitestgehend ausgeblendet. Nun widmet sich eine Ausstellung in Gaschurn der historischen Situation von Kindern im Montafon. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie die Kinder in ihrer eigenen Heimat gelebt haben. Allein aus deren heimatlicher Lebenssituation ergeben sich schlüssige Erklärungen für Kinderarbeit in der Fremde. Zentrales Medium der Ausstellung ist die historische Fotografie. Die Ausstellung ist gewissermaßen ein begehbares Fotoalbum. Und die Bilder erzählen von manchmal geglückten, manchmal bedrückenden, immer aber von historischen Lebenswelten der Kinder im Montafon.
„Urlaubsgrüße aus dem Montafon“ – Das Tal auf Ansichtskarten und privaten Reisefotos“
Programm:
19 Uhr + 21 Uhr: Renate Vallaster liest Sagen und Mythen aus der Region.
Eine Jodlergruppe erfüllt mit ihren Klängen die gemütliche Museumsstube.
 
MAP Kellergalerie, Schruns
Ausstellung: Edi Fetzel – Hermann Präg
Edi Fetzel überlässt nichts dem Zufall. Seine Holzschnitte sind Ergebnis seiner Suche nach dem perfekten Holzschnitt. Szenen aus dem bäuerlichen Leben beherrschen die Themen der frühen Arbeiten. Expressiv, geradlinig und harmonisch. Seine Arbeiten sind in vielen privaten aber auch öffentlichen Sammlungen vertreten, so z.B. in der Albertina in Wien.

Hermann Präg hat sich von der Malerei völlig gelöst und beschäftigt sich seit Jahren mit Lichtskulpturen, die einem langen Planungs- und Herstellungsprozess entspringen. Die Skulpturen sind Unikate, welche in mühevoller Handarbeit vom Künstler selbst hergestellt werden. Ausstellungen im In- und Ausland sind Zeichen einer breiten Anerkennung.
Programm:
19:30 Uhr: Künstlergespräch mit Edi Fetzel und Hermann Präg
In der Langen Nacht der Museen und Galerien wird ein Mappenwerk vorgestellt, welches im Zuge dieser Ausstellung in einer kleinen limitierten Auflage zum Verkauf gelangt.
 
Wintersportsammlung Tschagguns
Im alten Gemeindeamt in Tschagguns befindet sich im dritten Obergeschoss eine Dauerausstellung zur Entwicklung des Montafoner Wintersports. Die von Helmut Marent (Obmann des SC Montafon) über Jahrzehnte gesammelten Ausstellungsobjekte zeigen die rasche Entwicklung des Wintersports und stellen die erfolgreichsten Rennläufer/innen des Tales vor. Entsprechend des Themenschwerpunktes der Langen Nacht 2012 werden zudem Objekte der Lawinenkommission Tschagguns ausgestellt.
Programm:
19:30 Uhr: „Die Lawinenkommission Tschagguns und ihre wichtigen Aufgaben“
Vortrag über die Aufgaben von Lawinenkommissionen und die ihnen zur Verfügung stehenden Hilfsmittel (mit Armin Salzgeber und Leander Bitschnau von der Lawinenkommission Tschagguns mit anschließender Diskussion)

21 Uhr: „Lawinenunglücke in Tschagguns. Einsätze einst und jetzt“:
Bebilderte Präsentation des Ablaufs von Rettungseinsätzen bei Lawinenunglücken in der Vergangenheit und der Gegenwart im Vergleich (mit Armin Salzgeber und Leander Bitschnau mit anschließender Diskussion)

Führungen durch die Ausstellung nach Bedarf (18-24 Uhr)
 
Im Vorverkauf sind das Ticket und die Broschüre „Lange Nacht der Museen“ bei allen Montafoner Museen erhältlich. Regionales Ticket € 6,-- (Region Oberland, Montafon & allgemein), der Eintritt für Kinder bis 12 Jahre ist frei.

Dienstag, 02. Oktober 2012

Jasshistorie & Jassabend

Jasshistorie & Jassabend
mit einer Einführung von Dr. Peter Melichar


Donnerstag, 4.10.2012, 20 Uhr im Montafoner Bergbaumuseum Silbertal

Jassen gilt in Vorarlberg und einigen angrenzenden Regionen als Volkssport, aber man weiß eigentlich recht wenig über seine Geschichte. Die kann der Vortrag von Dr. Peter Melichar auch nur teilweise erhellen und etwa der Frage nachgehen, was es mit den ältesten in Vorarlberg erhaltenen Spielkarten auf sich hat. Klar ist, dass das Jassen sehr nützlich war und vielleicht noch ist, um bestimmte soziale und kulturelle Praktiken spielerisch zu erlernen: Zählen, Addieren, miteinander zu streiten, sich zu versöhnen. Man lernte andere und sich selbst einzuschätzen. Beim "Steigerer" muss man, wenn man das Spiel machen will, etwas riskieren, insgesamt schult man die Konzentration und das Gedächtnis. Unverkennbar ist aber auch, dass das Jassen bei den Jungen stark an Bedeutung verloren hat. Noch ist es zu früh, um über das Aussterben des Jassens zu jammern, aber es steht - wie alle älteren Spiele - in bedrohlicher Konkurrenz mit dem Fernsehen und den Computerspielen.

Eintritt EUR 4,- / Mitglieder des Heimatschutzvereins frei


Mittwoch, 26. September 2012

Silvretta Historica – Von der Wissenschaft zur Gastwirtschaft

Tagung Freitag 28. bis Sonntag 30. September 2012 in Partenen/Montafon

Programm:


Freitag: Thema Wissenschaft I (Moderation Michael Kasper)

9.00-9.45 Eröffnung (mit Landesrätin Andrea Kaufmann, Land Vorarlberg; Barbara Gabrielli, Leiterin Amt für Kultur Kanton Graubünden; Standesrepräsentant Rudolf Lerch, Stand Montafon; Hubert Hämmerle, Interreg-Netzwerkstelle Vorarlberg; Marion Ebster, Projektkoordinatorin Silvretta Historica)
9.45-10.30 Von 0 auf 200 in 5 Jahren – Vom weissen Fleck zu 10 000 Jahren Alpingeschichte (Thomas Reitmaier, Christoph Walser)
10.30-11.00 Pause
11.00-11.45 Blick von oben in die Vergangenheit: Fernerkundung in der Archäologie (Karsten Lambers)
11.45-12.30 Holozäne Floren-, Klima- und Vegetationsgeschichte der Silvretta-Region (Jean Nicolas Haas)
12.30-13.00 Mittagspause
13.00-17.00 Exkursion: Bielerhöhe-Silvrettastausee (Leitung: Lambers/Reitmaier)
Bei Schlechtwetter: Führung durch das Alpinarium, Galtür
20.00 Abendvortrag: 10.000 Jahre Nutzungsgeschichte in der Silvretta (Thomas Reitmaier)

Samstag: Thema Wissenschaft II (Moderation Karsten Lambers)

9.00-9.45 Klimageschichte der Silvretta anhand von Gletscherbefunden – von der letzten Eiszeit bis heute (Martin Rutzinger)
9.45-10.30 „get die marck den höchsten grädten nach“ Territorialisierung und die Entwicklung der Grenzen (Michael Kasper)
10.30-11.00 Pause
11.00-11.45 Mit der Seilbahn in die Berge. Die Geschichte der Verquickung von Alpintourismus und Energiewirtschaft in der Silvretta (Edith Hessenberger)
11.45-12.30 „... ein Herberg auf Caltür allzeit gewest.“ – Schwabenkinder, Schmuggler und Viehtreiber über die Silvretta (Dieter Petras)
12.30-12.45 Mittagspause
12.45-18.00 Exkursion Bielerhöhe-Saarbrückner Hütte (mit Anmeldung) (Leitung: Kasper)
Bei Schlechtwetter: Führung durch das Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn

Sonntag: Touristische Vermittlung (Moderation Thomas Reitmaier)
9.00-10.30 Kulturlandschaft und Tourismus (Podiumsdiskussion mit: Thomas Kaiser, Andreas Rudigier, Bruno Winkler)
10.30-11.00 Pause
11.00-12.30 Inwertsetzung von Forschung im Tourismus (Vorstellung der touristischen Produkte aus dem Projekt + Schlussdiskussion mit Benno Furrer, Katrin Granderath, Urs Wohler)

Tagungsort: Vallülasaal, Partenen

Anmeldung/Kosten: Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für den Besuch der Vorträge nicht nötig. Anmeldungen für die beiden Exkursionen bis Donnerstag 27.9.2012 unter info@montafoner-museen.at.

Wiss. Organisation:
Michael Kasper (Montafoner Museen),
Karsten Lambers (Universität Konstanz),
Thomas Reitmaier (Archäologischer Dienst Graubünden)

Weitere Informationen zum Interreg-Projekt "Silvretta Historica":
Projektpartner: Stand Montafon, Hochmontafon Tourismus GmbH, Engadin Scuol Tourismus AG, Universität Konstanz, Vorarlberger Illwerke AG, Gemeinde Galtür, vorarlberg museum

Inhalt:
Die Silvretta-Region im Dreiländereck zwischen Graubünden, Tirol und Vorarlberg stellt ein besonders attraktives touristisches Ziel im Alpenraum dar und ist sowohl von Österreich wie auch von der Schweiz aus gut erschlossen. Während die angrenzenden Talschaften über Jahrtausende durch grenzüberschreitende Alpwirtschaft, Vieh- und Weinhandel sowie Arbeitsmigration in regem Austausch standen, erweist sich die gegenwärtige Zusammenarbeit als ausbaufähig. Ausgehend von sehr positiven Erfahrungen mit einer verstärkten Kooperation zwischen dem Montafon und dem Prättigau wird nun seit 2010 ein wissenschaftlich fundiertes kulturhistorisches Vermittlungsangebot zwischen dem Montafon, dem Paznaun und dem Unterengadin umgesetzt.
Ausgangspunkt dieser Kooperation sind archäologische und historische Forschungen im Silvretta-Gebiet, die einen tiefen Einblick in die Kulturgeschichte dieser Region bieten. Anhand von archäologischen Fundstellen, historischen Wegverbindungen, Orts- und Flurnamen und anderen Denkmälern bzw. historisch bedeutsamen Stätten lässt sich die bis in die Steinzeit zurückreichende Erschließung und Besiedlung, die wechselvolle Geschichte und die dynamische Mensch-Umwelt-Beziehung der Region inmitten einer eindrucksvollen Naturlandschaft nachvollziehen. Aktuelle Forschungen, welche die Universitäten Bamberg, Innsbruck, Konstanz und Zürich sowie die Montafoner Museen in enger Kooperation durchführen, bieten dabei eine hervorragende Grundlage für die Etablierung neuer kulturhistorischer Angebote, die sowohl die touristische Infrastruktur wie auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen stärken sollen und später überdies auf angrenzende Regionen ausgedehnt werden könnten.
Ziel des Projekts ist die Etablierung eines touristischen Angebotes, das es BewohnerInnen und BesucherInnen der Region ermöglichen soll, entweder eigenständig oder mit kulturhistorisch ausgebildeten WanderführerInnen sogenannte „Points of Interest“ im Silvretta-Gebiet aufzusuchen, an denen sich verschiedene Aspekte der Kulturgeschichte der Region und ihrer Wechselwirkung mit dem Naturraum nachvollziehen lassen. Dies reicht von archäologischen Zeugnissen früher Alpwirtschaft über alte Saumpfade, Gletschermoränen bis hin zu Stätten, an denen historisch belegte Ereignisse stattfanden. Das neue Angebot soll das Verständnis für die Silvretta-Region als einer seit Jahrtausenden von Mensch und Natur gestalteten, dynamischen und schützenswerten Kulturlandschaft fördern.
Mit ähnlichen Absichten findet von 28. bis 30. September 2012 in Partenen im Montafon ein wissenschaftliches Kolloquium zu den vielfältigen Ergebnissen des Projektes geplant, das Einheimische und Gäste der Region gleichermaßen ansprechen soll, um im Rahmen von Vorträgen und Exkursionen Neues zur Kulturgeschichte der Silvretta zu vermitteln. Interaktive Prozesse zwischen aktueller wissenschaftlicher Forschung und verschiedenen RaumnutzerInnen sollen das Verständnis für die nachhaltige Entwicklung im ökologisch sensiblen Alpenraum zukunftsgerichtet fördern. Die kulturtouristischen Angebote, die diese Interaktion ermöglichen, sollen zur wirtschaftlichen Stärkung der beteiligten Regionen beitragen, wobei insbesondere die Etablierung grenzüberschreitender Angebote dem touristischen Programm wie auch der interregionalen Zusammenarbeit eine neue Qualität verleihen soll. In diesem Sinne kann das Angebot auch auf einer kulturhistorischen Grundlage Perspektiven für die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Silvretta-Region aufzeigen.

Mittwoch, 19. September 2012

septimo in der 2. Wochenhälfte


- Donnerstag, 20.9.2012, 20 Uhr im Gemeindesaal St. Gallenkirch: Heimatabend der Trachtengruppe St. Gallenkirch

- Freitag, 21.9.2012 um 20 Uhr im Heimatmuseum Schruns: Die Schwabenkinder. Lesung mit Elmar Bereuter

- Samstag, 22.9.2012 um 20 Uhr im Vitalzentrum Felbermayer, Gaschurn: Prättigauer Abend – Prättigauer Geschichten und Montafoner Musik

- Sonntag, 23.9.2012 um 13 Uhr in Galgenul: ViaValtellina Montafon. Kulturlandschaftswanderung mit Friedrich Juen


Montag, 17. September 2012

septimo-Woche 4

Die nächste septimo-Woche startet mit tollem Programm:

Montag, 17.9.2012, 20 Uhr Hotel Adler St. Anton i. M.: Grenzen und Passnamen im Montafon (Vortrag mit Dr. Guntram Plangg)

Dienstag, 18.9.2012, 13:30 Uhr Tourismusinfo St. Gallenkirch: Kräuterwanderung mit Angelika Thaler-Zugg

Mittwoch, 19.9.2012, 14 Uhr Schulhaus Lorüns: Kulturhistorische Wanderung Lorüns-Diebschlössle-Stallehr (mit Mag. Claus-Stephan Holdermann)


Sonntag, 09. September 2012

septimo - coming up next:

- montag, 10.9.: montafoner montaggespräche - heimat zwischen baku und schruns (20 uhr im kunstforum montafon)

- dienstag, 11.9.: konzert "nacht" (mit georg friedrich haas und dem pacific quartet vienna - 20 uhr im vitalzentrum felbermayer gaschurn)

- mittwoch, 12.9.: nikolauskirche gortipohl (mit andreas rudigier - 18 uhr)


Donnerstag, 06. September 2012

septimo am Wochenende

- freitag 7.9., 20 uhr im heimatmuseum schruns: Leben und Werk des Sport- und Höhenphysiologen Arnold Durig (1872-1961) - Vortrag von Dr. Hanns-Christian Gunga

- samstag, 8.9., ab 13:30 uhr bartholomäberg: Das Montafon im Zeichen der Archäologie. Thementag Bergbau

- sonntag, 9.9., um 9 uhr im silbertal: Alp- und Maisäßwanderung im hinteren Silbertal. Exkursion mit Dr. Leo Walser


Mittwoch, 29. August 2012

septimo-vorschau

- morgen, donnerstag, 30.8. vortrag zur geschichte des bergbaus im montafon von dr. georg neuhauser um 20 uhr im bergbaumuseum silbertal

- übermorgen, freitag, 31.8. voll.mond.wanderung mit hertha glück: zum fürchta schö im mondesglanz (ab 18 jahren) um 19:15 treffpunkt beim bahnhof vandans

- achtung: am freitag, 31.8. endet auch die anmeldefrist für die höhlenexkursion ins rätikon nächste woche (4./5.9.)!!!


 Bild: Höhle WP-93 (Bildautor: Alexander Klampfer - herzlichen Dank!)

Montag, 27. August 2012

septimo-programm ende august...

die nächsten 3 septimo-termine - intensivprogramm mit unserem museumspädagogen klaus bertle:

montag, 27.8., 13-17 uhr: Alte Säge Rasafei „Müllis Ferdi“. Führungen und Schausägen mit Hubert Loretz und Klaus Bertle

dienstag, 28.8., 09:30 uhr: Silberpfad - Kristberg. Führung mit Klaus Bertle

mittwoch, 29.8., 16 uhr: Barockkirche Bartholomäberg. Führung mit Klaus Bertle

Donnerstag, 23. August 2012

Ausstellung "So jung!" - Bilder von geglückter und verlorener Kindheit im Montafon

Zum Beginn der Veranstaltungsreihe "septimo" laden die Montafoner Museen am Sonntag, 26. August 2012, um 10:15 Uhr ins Tourismusmuseum Gaschurn zur Eröffnung der Ausstellung "So jung!" - Bilder von geglückter und verlorener Kindheit im Montafon.

Die Ausstellung ist Teil des Interreg-Projekts "Die Schwabenkinder" und kann am Sonntag bei freiem Eintritt besichtigt werden. Am Nachmittag findet um 14:30 Uhr eine Kuratorenführung mit Robert Gander und Bruno Winkler statt.
Zur Eröffnung sprechen: Bgm. Rudolf Lerch (Stand Montafon), Bruno Winkler (Kurator), Michael Kasper (Montafoner Museen)



Einst trieb die Armut Männer, Frauen und Kinder hinaus aus dem Tal. Während jedoch die Saisonwanderungen der erwachsenen Montafoner im historischen Bewusstsein fest verankert sind, blieb die Situation der Kinder weitestgehend ausgeblendet. Nun widmet sich die Ausstellung in Gaschurn der historischen Situation von Kindern im Montafon.
Aber nicht das Arbeitsleben der Schwabenkinder auf den großen Gutshöfen Süddeutschlands wird dokumentiert. Vielmehr geht die Ausstellung der Frage nach, wie die Montafoner Kinder in ihrer eigenen Heimat gelebt haben. Allein daraus ergeben sich Erklärungen für das oft problematische Weggehen von Kindern.

Zentrales Medium der Ausstellung ist die historische Fotografie. Alte Fotos können, wie kaum ein historisches Medium, anschauliche Bilder von der damaligen Kinderwelt zeichnen. Darüber hinaus macht speziell die Amateurfotografie unscheinbare Details "lesbar." Unbeabsichtigt weisen solche Bilder auf Aspekte hin, die man in der Regel übersieht oder verharmlost.
Die Ausstellung ist gewissermaßen ein begehbares Fotoalbum. Und die Bilder erzählen von manchmal geglückten, manchmal bedrückenden, immer aber von vergessenen Lebenswelten...

Weitere septimo-Veranstaltungen zu diesem Themenbereich:
- Freitag, 21.9., 20:00 Uhr, Heimatmuseum Schruns: Die Schwabenkinder (Lesung mit Elmar Bereuter)
- Samstag, 22.9., 20:00 Uhr, Vital-Zentrum Felbermayer, Gaschurn: Prättigauer Abend (Prättigauer Geschichten und Montafoner Musik)
- Sonntag, 30.9., 14:00 Uhr, Tourismusmuseum Gaschurn: Zeitzeugengespräch mit Hans Vallaster zum Thema "Montafoner Schwabenkinder".