Donnerstag, 02. Februar 2012

Kinderarztversorgung in ländlichen Raum?

"In Bludenz gibt es seit Februar eine neue Kinderarztpraxis. Die dort tätigen Ärzte wollen eng mit dem Krankenhaus zusammenarbeiten, weil dessen Kinderstation geschlossen werden soll. Das Montafon hat indes keinen eigenen Kinderarzt mehr.

Die neue Kinderarztpraxis im ehemaligen Rettungsheim beim Bludenzer Landeskrankenhaus geht mit 1. Februar offiziell in Betrieb. Lothar Bereuter und sein Kollege Bernhard Jochum werden die Praxis samt tagesklinischem Angebot an Werktagen von 8.00 bis 17.00 Uhr offen haben.
Jochum und Bereuter kennen sich seit Jahren. Beide waren lange als Oberärzte an Spitälern tätig, zuletzt hatten sie eigene Praxen - Jochum in Lustenau und Bereuter in Schruns.

Wahrnehmung zusätzliche Aufgaben

Anreiz für die beiden Pädiater, die Gemeinschaftspraxis beim Bludenzer Krankenhaus zu übernehmen, waren einerseits der kollegiale Austausch und die gegenseitige Vertretung, aber auch die Zusatzaufgaben, sagt Lothar Bereuter: „Ein wichtiger Punkt war für mich auch die Möglichkeit einer tagesklinischen Betreuung, weil ich immer wieder das Problem gehabt habe, dass ich kranke Kinder ins Spital schicken habe müssen - für eine Behandlung, die einfach in der Ordination aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen nicht möglich ist“.

Wichtiges Behandlungsfeld: Darminfektionen

Zwei zusätzliche Räume in der Ordination bieten künftig Platz für längere Behandlungen, sagt Bernhard Jochum: „Das ganze ist Neuland, wir müssen uns das erarbeiten. Aber ein wichtiges Krankheitsbild, das wir hier behandeln können, sind sicher die Magen-Darminfektionen mit Brechdurchfall.“ Des weiteren könnte die Betreuung von Erkrankungen der Atemwegsinfekte, die unter Umständen mit Inhalationen behandelt werden müssen, ein wichtiges Aufgabenfeld sein, so Bernhard Jochum.

Schließung der Kinderabteilung im Krankenhaus

Am Krankenhaus Bludenz wird die Kinderabteilung demnächst geschlossen. Die Auslastung ist zu gering - zudem geht der langjährige Primar Raimund Reindl in Pension. Einige seiner Aufgaben werden künftig die beiden Kinderärzte übernehmen, sagt Bereuter: „Während unserer Ordinationszeiten sind wir über eine Notfallnummer auch mit dem Spital verbunden. Und wenn sich im Kreißsaal Probleme abzeichnen beim Kind, dann werden wir ‚notfallmäßig‘ gerufen und sind in kürzester Zeit vor Ort.“

„Neue Praxis hat Vor- und Nachteile“

Dennoch wird es den beiden Niedergelassenen nicht möglich sein, die gesamte bisherige Arbeit von Primar Reindl zu ersetzen, sagt Jochum: „Die neue Lösung hat Vor- und Nachteile. Am Tage ist sicher eine gute, möglicherweise bessere Abdeckung durch eine leistungsfähige Ordination, die mit zwei Kinderärzten besetzt ist, vorhanden. In der Nacht kann dann im Krankenhaus Bludenz keine kinderärztliche Versorgung mehr angeboten werden, das ist sicherlich ein Nachteil im Vergleich zu früher. Es gibt dann verschiedene Möglichkeiten - ein wichtiger Weg wird das Aufsuchen der Kinderambulanz bzw. der Kinderabteilung am LKH Feldkirch sein.“

Sprechstunde in Schruns einmal pro Woche

Die Versorgung des Montafons, das j mit dem Umzug von Bereuter nach Bludenz keinen eigenen Kinderarzt mehr hat - sehen die beiden Pädiater nicht gefährdet.
In Gesprächen habe sich gezeigt, dass vielen Eltern längere Öffnungszeiten wichtiger seien als ein kurzer Anfahrtsweg. Jeden Donnerstagnachmittag wird es zudem eine Sprechstunde in Schruns geben. Am erstem Februar werden die beiden Ärzte in Bludenz ihre Arbeit aufnehmen."

(Quelle: http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2519293/)

Donnerstag, 26. Jänner 2012

Pfarrmatriken St. Gallenkirch - Gortipohl online

Endlich ist es so weit:

Nunmehr können über das Vorarlberger Landesarchiv die vollständig digitalisierten Pfarrmatriken St. Gallenkirch - Gortipohl online eingesehen werden.

http://www.vla.findbuch.net/php/main.php?ar_id=3711

Die Umsetzung dieses Projekts war wirklich eine großartige Leistung und ist Vorbild für viele andere Archive, die noch nicht so weit sind...

Mittwoch, 25. Jänner 2012

Montafoner Heimatmuseum Schruns


Volkskundliche und kunsthistorische Sammlung, Trachten, Werkzeug, Möbel, bäuerliches Gerät, Handwerk, Alpsennerei, Volksfrömmigkeit, Sonderausstellungen, Montafon Archiv

Das Montafoner Heimatmuseum Schruns befindet sich am Kirchplatz in einem über 500 Jahre alten rätoromanischen Haus, dem ehemaligen Sitz der Bergrichter. Es beherbergt Kulturgut aus dem ganzen Tal und informiert über die Lebensweise der Montafoner/innen.

Das Montafoner Heimatmuseum besteht seit 1906. Ein kleines Zimmer ist als Schulklasse eingerichtet, mit dem obligaten Lehrerpult, dem Harmonium und den feststehenden Holzbänken. Hier wurden acht Schulstufen gleichzeitig unterrichtet. Eine original möblierte Wohnung, bestehend aus Küche, Kammer, Stube und Nähzimmer gewährt Einblick in die Wohnkultur der Talschaft. Eine Alpsennerei, Werkstätten und eine umfangreiche Trachtensammlung runden die Schausammlung ab. Das hier untergebrachte "Montafon-Archiv" nach Dr. h.c. Josef Zurkirchen ist nach Voranmeldung für Studienzwecke zugänglich.

Einige Bilder aus der umfangreichen Postkartensammlung  sind unter http://www.vorarlbergmuseen.at/museen/montafoner-heimatmuseum-schruns/objekte/ einsehbar...

Montag, 23. Jänner 2012

Vortrag: Urbar der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg von 1620

„Pfennigzins, Vogelrecht, Ärch und Schesaplana ...“
– das Urbar der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg von 1620
Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Manfred Tschaikner


Eine der bedeutendsten Quellen zur Geschichte und Landeskunde des südlichen Vorarlberg bildet das Urbar von 1620. Der Vortrag geht der Entstehung dieses umfangreichen Dokuments nach, skizziert seinen Aufbau und stellt zahlreiche Details der regionalen Vergangenheit vor. Darunter befinden sich selbst für Fachleute manche überraschenden Erkenntnisse.

Das Buch zum Thema: Das Urbar der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg von 1620. Kommentar und Edition. Bearb. von Katrin Rigort und Manfred Tschaikner (Quellen zur Geschichte Vorarlbergs 14). Regensburg: Roderer Verlag 2012; ISBN 978-3-89783-740-9

Samstag, 26. Februar 2011

Kreuzweg von Hannes Bertle wird angekauft

Mit Sponsorenbeiträgen, Förderungen des Landes und einem Unterstützungsbeitrag des Standes Montafon (ca. EUR 25.000,00) wird der bekannte Kreuzweg von Hannes Bertle angekauft. "Damit wird die Erhaltung eines Kunstwerkes eines heimischen Künstlers für die Nachwelt gesichert", teilte der Stand Montafon auf Anfrage mit.


"DER KREUZWEG VON HANNES BERTLE -
DAS HAUPTWERK EINES MONTAFONER KÜNSTLERS"

Die 14 Stationen des Kreuzweges zählen zu den Hauptwerken des Montafoner Künstlers Hannes Bertle (1910 - 1978). Das Werk wurde ursprünglich zwar für die Valduna- Kapelle in Rankweil geschaffen, eignet sich aber aufgrund seiner Qualität und Dimension im Besonderen für einen dauernden Aufenthalt im öffentlichen Montafoner Raum. Der Reigen der kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten des Tales würde durch die Anbringung des Werkes in der Tschaggunser Kirche eine wesentliche Bereicherung erfahren. Gelten heute schon die Kirchen am Kristberg, in Bartholomäberg und in St. Gallenkirch zu überregionalen Besonderheiten, so würde künftig Tschagguns auch in dieser Reihe aufgezählt werden müssen. Die Arbeit Bertles greift übrigens unbewusst ein Motiv der Tschaggunser Kirche auf, welche die Vorliebe Bertles für das Mittelalter und die Tschaggunser Kirche als eine Kirche mit mittelalterlichen Wurzeln belegt. Es handelt sich um die Quadermalereien in der Laibung des aufgedeckten Fensters im Chor der Tschaggunser Kirche, welches formal im Kreuzweg ganz ähnlich gestaltet ist. Jedenfalls ist der Ankauf des Kreuzweges und seine Installierung in der Tschaggunser Kirche aus kunst- und kulturgeschichtlicher Sicht - vor allem bezogen auf das Montafon - sehr zu begrüßen und würde die Sehenswürdigkeiten des Tales um ein wichtiges Objekt erweitern.
Dr. Andreas Rudigier
(kulturwissenschaftlicher Bereichsleiter des Standes Montafon)

Freitag, 11. Februar 2011

Andreas Rudigier neuer Direktor des Landesmuseums

Bregenz (VLK) - Der Aufsichtsrat der Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft hat Andreas Rudigier einstimmig zum neuen Direktor des Landesmuseums bestellt. Landesrätin Andrea Kaufmann: "Rudigier konnte die Expertenkommission im Hearing mit hoher fachlicher und kommunikativer Kompetenz überzeugen. Seine Fähigkeit, Menschen für eine Sache zu begeistern und zu vernetzen sowie seine profunde Kenntnis der Vorarlberger Geschichte und Museumslandschaft waren ausschlaggebend".

Andreas Rudigier übernimmt ab 1. April 2011 die Leitung des Landesmuseums. Der gebürtige Bludenzer ist 45 Jahre alt, arbeitet unter anderem als Leiter der Montafoner Museen in Schruns und wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern derzeit in Zams. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Kunstgeschichte an der UNI Innsbruck war er als freischaffender Kunsthistoriker, in der Lehrerfortbildung und als Gutachter tätig. Er hat eine Vielzahl wichtiger Projekte initiiert und eine lange Reihe von Publikationen zur Kulturgeschichte und regionalen Volkskunst herausgebracht. Rudigier ist Leiter des Montafon Archivs und seit 2010 Präsident des Vorarlberger Landesmuseumsvereins.

Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Landesmuseums hat er wesentlich am Konzept für das neue Landesmuseum mitgearbeitet. Er sieht nach eigenen Angaben im vorliegenden Konzept eine gute Basis zur Weiterentwicklung des Museumsprofils bis zur geplanten Eröffnung im Jahr 2013. "Kontinuität und Professionalität sind bei der Finalisierung der konzeptuellen Arbeit für das neue Museum mit der Bestellung Rudigiers in hohem Maße gewährleistet", betont Landesrätin Kaufmann. 


Dienstag, 08. Februar 2011

VLM: Auswirkungen auf Montafoner Museen

Bzgl. der Neubesetzung der Leitung des Vorarlberger Landesmuseums fand sich heute auf austria.com bzw. in den VN der folgende Artikel:

von Christa Dietrich - Schruns (VN) -   Die Bestellung eines neuen Leiters des Landesmuseums bzw. „Vorarlberg Museums“ könnte auch Auswirkungen auf die Montafoner Museen haben.


Es ist kein Geheimnis, dass der Kunsthistoriker und Jurist Andreas Rudigier als Favorit für den Posten gilt. Er hat Konzepte für die Häuser im Montafon erarbeitet und umgesetzt und wissenschaftliche Forschungen vorangetrieben. 
Die Museen, deren Träger der Stand Montafon ist, wurden ausgezeichnet. Der Ausbau des Haupthauses in Schruns löste aber auch rege Diskussionen aus. Das Vorarlberger Architekturbüro marte.marte (Stefan und Bernhard Marte) erhielt für seine Ausbaupläne zwar den Zuschlag, findet damit aber nicht die volle Zustimmung in der Bevölkerung. Allerdings ist die Einbeziehung der Öffentlichkeit bislang hochprofessionell abgelaufen. In den nächsten Wochen wird das Projekt in verschiedenen Ausschüssen behandelt. Eine neue Führungskraft zu finden (womöglich im Team, mit dem Rudigier bislang erfolgreich arbeitete), dürfte das kleinere Problem sein.

Die Entscheidung dürfte wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen, nachdem heute auch der neue Geschäftsführer der KUGES vorgestellt wurde. Man kann gespannt sein...

Freitag, 14. Jänner 2011

Projekt: Armut und Reichtum im alpinen Raum in der Frühen Neuzeit am Beispiel des Montafons

Hypo Tirol Bank Forschungsförderungspreis 2010 für Michael Kasper mit dem Projekt "Armut und Reichtum im alpinen Raum in der Frühen Neuzeit am Beispiel des Montafons".

Aktuellen Ansätzen in der Geschichtsschreibung folgend beschäftigt sich das Projekt mit der frühneuzeitlichen Wirtschafts-, Sozial- und Politikgeschichte einer alpinen Region am Beispiel des Montafons. Da die Sozialgeschichte der ländlichen Berggebiete weitgehend aus dem Blick der Forschung geriet, setzt dieses Projekt bei diesem Mangel an und nähert sich über noch nie ausgewertete Quellen den dort herrschenden sozialen und politischen Verhältnissen vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Der Entwurf eines umfassenden sozial- bzw. wirtschaftsgeschichtlichen Profils des Untersuchungsraumes bedarf einer breit erschlossenen Quellenbasis. Dieses Projekt soll die Basis für die sozialgeschichtliche Aufarbeitung des komplexen Mikrokosmos der Gesellschaft des Montafons in der frühen Neuzeit bieten, denn mit Hilfe der erhobenen Daten können Rückschlüsse auf soziale Strukturen und gesellschaftliche Transformationsprozesse gezogen werden. 

Bericht am iPoint der Universität Innsbruck.

Publikation: "Les bâtisseurs tyroliens en Alsace et en Lorraine sous l'Ancien Régime"

Der  Lothringer  Roland  WALCK  interessiert  sich  seit  über  10  Jahren  für  die Einwanderung der Tiroler/Vorarlberger im elsäßischer und lothringischer Raum vom 17. und 18. Jahrhundert. Er hat das Ergebnis seiner Arbeit unter dem Titel : "Les bâtisseurs tyroliens en Alsace et en Lorraine sous l'Ancien Régime" vor kurzem veröffentlicht. 
  Der erste Teil seines Werkes von 121 Seiten nimmt die historischen Hauptereignisse der betreffenden Gegenden wieder auf, erwähnt dann die verschiedenen Bedingungen die zur Einwanderung  von  Tirolern und Vorarlbergern (v.a. aus dem Montafon)  geführt  haben,  die  Rolle  der  Zünfte,  den  religiöser  Aspekt  der Bewegung,  die  Annahme  durch  die  Einheimischen,  die  Politik  des  Herzoges  Leopold,  die Verbindungen  mit  dem  Heimatland,  den  Niedergang  der  Einwanderung.  Eine  Analyse  die gesammelten Daten beendet diesen Teil. 
  Der zweite Teil, der Wesentlichste, besteht aus einer Aufnahme von 2.250 Tirolern und Vorarlbergern. Dieser Teil umfaßt    mehr    als    16.000  Daten  über  diese Immigranten. Der  Leser  wird dort seine Abstammung bzw.  seine Vorfahren finden,  die  Daten  und  Ort  der  erste Aufnahme  in  Frankreich,  den  Ursprung  in  Tirol  und Vorarlberg, die praktizierten Berufe, die Geburtsdaten der Immigranten… 
  Mehrere Forschungen in verschiedenen Archiven  von  Tirol  und  Vorarlberg,  die  ergiebigen Kontakte  mit  österreichischen  Forschern,  erlauben Roland  WALCK  in  diesem  Werk  teilweise  völlig neue Informationen über diese Immigranten zu liefern. 
  Das   Buch   kann   beim Verfasser bestellt werden für 15,00 € + Versandkosten  von 6,50 €. Die Zahlung ist per Banküberweisung zu regeln, nach dem Erhalt des Buches (vollständige Bankdaten sind im Begleitbrief erhalten).
Roland WALCK    22A rue  du  moulin    F - 57910 Neufgrange
e-mail  : walrol@orange.fr

Seilbahn-Projekt scheint tatsächlich zu kommen

Völlig ohne öffentliche Diskussion, nahezu ohne Stellungnahmen der lokalen Bevölkerung und mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit wurde die Umgestaltung der Montafoner Bergbahnlandschaft - insbesondere mit dem Neubau einer Bahn von St. Gallenkirch ins Schigebiet Hochjoch - in die Wege geleitet und von den Behörden durchgewunken. Die zahlreichen und vielfältigen Probleme, die diese Neuerschließung mit sich bringen wird, werden völlig ausgeklammert...


Bericht dazu auf vol.at am 10.11.11:

"Grünlicht für Seilbahn- Großprojekt
von Hans Günter Pellert - St. Gallenkirch (VN) -  Die Bezirkshauptmannschaft in Bludenz hat das Hochjoch- Nova- Seilbahnprojekt abgesegnet.
Es ist die größte Investition der Silvretta Montafon Bergbahnen AG, um den Skigebieten Hochjoch und Nova eine gemeinsame Top- Position unter den großen Skiregionen im Alpenraum zu verschaffen: 30 Millionen Euro steckt das Tourismusunternehmen in das ehrgeizige Ziel der großen Montafoner Skiraumverbindung. Auf dem Weg zur Verwirklichung des Großprojekts wurde jetzt eine wichtige Hürde übersprungen.
Für das aufwendige Seilbahnvorhaben, das sich seit Frühsommer vorigen Jahres im Behördengenehmigungsverfahren befindet, liegt ein positiver Bescheid vor. Die zuständige Aufsichtsbehörde, die Bezirkshauptmannschaft Bludenz, hat gleichsam grünes Licht für die Verbindung zwischen den Skigebieten Hochjoch und Nova gegeben. „Die erforderliche Bewilligung in forst- und naturschutzrechtlicher Hinsicht wurde inzwischen erteilt“, bestätigt Dr. Georg Hoblik, Vorstandschef der Silvretta Montafon (SiMo)AG, auf VN- Nachfrage.
In den nächsten drei Wochen soll nun auch mit den letzten drei der insgesamt 70 Grundeigentümer das Einvernehmen bezüglich der Grunddienstbarkeiten, also etwa dem Überfahrtsrecht, hergestellt werden. Wenn das gelungen ist, kann auch das Konzessionsverfahren für das Bauvorhaben durch die Seilbahnbehörde im Verkehrsministerium zum Abschluss gebracht werden. „Unser Ziel ist es, dass schon im März mit den ersten Bauarbeiten für die Seilbahntrasse begonnen werden kann“, ist der SiMo- Chef optimistisch.
Nach Abschluss der Wintersaison soll das Großprojekt dann vollends in Angriff genommen werden. Es geht um den Aufbau der neuen „Grasjoch“- Verbindungsbahn mit der Talstation in Galgenul und der Errichtung der neuen „Hochalpilabahn“ – die 1,4 Kilometer lange Gondelbahn wird die alte Grasjoch- Doppelsesselliftanlage ersetzen. Die neue, knapp vier Kilometer lange „Grasjochbahn“, die größte – ohne Mittelstation – durchgehende Einseil­umlaufbahn Österreichs, die von Doppelmayr gebaut wird, stellt hinkünftig das Herzstück im 280 Hektar großen Skiraum der Silvretta Montafon dar. Nicht nur, dass es mit der modernen 8er- Gondelbahn binnen zwölf Minuten hoch hinauf ins Sonnengebiet gehen wird und eine bessere Verteilung der Skifahrer­ströme – Wegfall der Wartezeiten an Sennigrat- und Valiserabahn – erzielt werden soll.
Die leistungsstarke Seilbahn ist der wichtige Lückenschluss zwischen Hochjoch und Nova, soll das gesamte Skigebiet fit für die Zukunft machen, um in der skitechnischen Oberliga mitspielen zu können. SiMo- Chef Hoblik, der im vorigen Herbst die gesellschaftsrechtliche Fusion der Hochjochbahn mit der Silvretta Montafon Bergbahnen AG über die Bühne gebracht hat, bezeichnete denn auch die neue Verbindungsbahn schon als „Leuchtturmprojekt“ für die Weiterentwicklung der gesamten Ski- Destination."

Montag, 20. Dezember 2010

Montafoner Museum NEU

Aus dem Bürgerforum der VN:

Zum Beitrag von Heiner Bertle und im Allgemeinen möchte ich meine Meinung und Sichtweise in vollkommen sachlicher Form kundtun:

Eingangs bekenne ich mich zum Projekt Museum Neu, als Ganzes und auch zur Fassade und sehe es als große Chance für das Montafon und Schruns an diesem Standort. Ich würde mich freuen,  wenn es bald umgesetzt und realisiert würde.

Zu meinem Grundsatz gehört, dass jeder Bürger das Recht hat zu sagen, ob das Projekt gefällt oder nicht. Das ist eine subjektive Auffassung, die ich selbstverständlich akzeptiere. Ich kann auch Verständnis dafür aufbringen, wenn ein Anrainer möglicherweise Nachteile für sich sieht und deshalb dagegen ist.

Das bisherige Herangehen vom Montafoner Heimatschutzverein an das Projekt mit einem Architekturwettbewerb und einer neutralen, fachlich ausgezeichneten Jury war und finde ich ehrlich und korrekt. Ablenkung und Vernebelung auf Kosten des Steuerzahlers sehe ich nicht. Vorhandene und dafür vorgesehen EU-Gelder liegen zu lassen, wäre einfach schade.

Selbstverständlich muss ein solches Bauvorhaben genau wie alle anderen auch behördlich abgewickelt und genehmigt werden, aber erst zum Zeitpunkt der Realisierung und nicht schon im Projektstadium.

Das alte Konsumgebäude Nr. 17 ist jetzt schon eine Bauruine und Schandfleck. Von bestehenden  Ensemblefronten des Kirchplatz,  und einer ortstypischen Bausubstanz kann nach meiner Meinung nicht gesprochen werden. Zuviel ist in der Dorfgasse in den letzten Jahren durch Neubauten ohne große Rücksicht auf Bestehendes verändert worden. Es wäre schade den jetzigen Zustand weiter verfallen  und ungenutzt zu lassen.

Freilich führt ein solches Projekt zwangsläufig zu unterschiedlichen Meinungen, insbesondere die geplante Fassade. Aus Sicht mündiger Montafoner und Schrunser Bürger ist von einer Spaltung der Bevölkerung quer durch die Familien und Generationen nicht die Rede. Dürfen denn in einer Familie oder Generation nicht unterschiedliche Meinungen vertreten werden? In meiner Familie jedenfalls schon !

Gar nichts abgewinnen kann ich von der Meinung, ein Kunst- und Eventhaus in einer Baulücke oder auf der Grünen Wiese zu errichten.
Das Montafoner Heimatmuseum gehört einfach in Ortszentrum von Schruns !

Da bin ich mir sicher, dass dies die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ist.

Mein Motto dazu: "Alles Alte sollen wir ehren, aber für das Neue sollten wir leben"

In diesem Sinne mein persönlicher Adventwunsch:

Gehen wir respektvoll miteinander um und akzeptieren friedlich andere Meinungen, unter Vermeidung von Beleidigungen und bösartigen Aussagen.

Herbert Gamon
Schrunser Bürger und Mitglied des Heimatschutzverein

Schrunser Heimatmuseum weiter umstritten

Die Schrunser Gemeindevertretung hat sich gegen den Entwurf des Architekturbüros Marte.Marte für den Erweiterungsbau des Heimatmuseums ausgesprochen. Streitpunkt ist die Betonfassade im historischen Ortskern.

Knappe Mehrheit gegen Projekt Das Weilerer Büro Marte.Marte hatte den Architektur-Wettbewerb gewonnen. Ihr moderner Entwurf, ein Kubus aus Beton und Glas, entzweit aber die Bevölkerung.

Die Gemeindevertretung sprach sich am Mittwoch mit knapper Mehrheit gegen den vorliegenden Entwurf des neuen Heimatmuseums von Marte.Marte aus. Eingebracht hat den Antrag die Liste "Metanand für Schru", der Zusammenschluss der Freiheitlichen und Parteifreien. Sie stoßen sich an der Beton-Fassade des Gebäudes mitten im historischen Ortskern.


Hueber: Kein fixes Aus für Siegerprojekt Bürgermeister Karl Hueber von der ÖVP muss nun diese Haltung gegenüber dem Bauherrn, dem Stand Montafon, vertreten. Er spricht von einem Politikum, es gäbe keine sachliche Diskussion zu diesem Thema.

Für Hueber bedeutet das aber noch nicht zwingend das Aus für das Siegerprojekt von Marte.Marte. Wenn der Bauherr diesen Entwurf dennoch einreicht, hat sich die Gemeindevertretung erneut damit zu befassen, sagt er. In der Gemeinde gäbe es mehr Befürworter als Kritiker, sagt Hueber.

Für Sigi Neier von der Gemeinschaftsliste ist das Thema vom Tisch, er ist dafür, einen anderen Entwurf aus dem Wettbewerb weiterzuverfolgen.

 
Auschüsse gebildet - Ergebnisse im Mai Unabhängig von einem konkreten Projekt werden sich nun vier Ausschüsse mit dem Thema Heimatmuseum neu befassen. Es geht um verschiedene Fragen: Baurecht, Auswirkungen auf das Ortsbild, ob das neue Museum auch für touristische Veranstaltungen genutzt werden kann und inwieweit es zur Identitätsbildung für das Montafon beiträgt.

Bürgermeister Hueber rechnet damit, dass die Ausschüsse ihre Ergebnisse spätestens im Mai präsentieren werden. Wenn es dann zu keiner eindeutigen Entscheidung kommt, wird es eine Volksabstimmung geben.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

3 neue Publikationen zur Geschichte des Montafons

In den letzten Tagen erschienen drei neue Veröffentlichungen in Sammelbänden bzw. Zeitschriften zur Geschichte des Montafons:
  • Michael Kasper: Der Kampf um Macht und Geld? Die Rolle der ländlichen Eliten bei der Erhebung 1809, in: Hannes Liener, Andreas Rudigier, Christof Thöny (Hg.): Zeit des Umbruchs. Westösterreich, Liechtenstein und die Ostschweiz im Jahr 1809 (= Schriftenreihe des Arbeitskreises für interregionale Geschichte des mittleren Alpenraumes 1), O.O. 2010, S. 47-64.

Montag, 06. Dezember 2010

Filmpräsentation in der Remise Bludenz

VORARLBERG - DIE GROSSE NATURDOKUMENTATION

Fünf Jahre ist der Dornbirner Filmemacher Hanno Thurnher mit Mike Bertschler, Peter Mathis und anderen durch das Land gezogen. Sie haben die höchsten Berge bestiegen, Kamerakräne in die engsten Täler und tiefsten Schluchten transportiert um grandiose Stimmungen einzufangen. Sie haben die letzten "Naturtypen" begleitet, sind zu mystischen Plätzen gezogen, haben dunkle Höhlen begangen und hielten die Tier- und Pflanzenwelt im Wandel der Jahreszeit fest.

Daraus ist eine große vierteilige Naturdokumentation entstanden, die nicht nur optisch überzeugt, sondern auch durch interessante Geschichten ein Stück Zeitgeschichte festhält. In der Remise Bludenz werden Ausschnitte gezeigt – der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf der Region Bludenz.

Die bisher erschienenen DVDs der Reihe können nach der Präsentation erworben werden. Der Filmemacher Hanno Thurnher –auch bekannt durch seine Dokumentation „Die Arlbergbahn“ – ist bei der Präsentation anwesend.


Freitag, 10. Dezember 2010, 20.00 Uhr Remise Bludenz (www.remise-bludenz.at)
Eine Veranstaltung des Museumsvereins Klostertal und der Bludenz Kultur GmbH


Die DVDs aus der Reihe Cinedoku Vorarlberg können auch über den Museumsverein Klostertal erworben werden.
Weitere Informationen zum Projekt: www.cinedoku.com

Museumsverein Klostertal
Obmann Christof Thöny
Wald am Arlberg 60a
A-6752 Dalaas

Tel. +43 (0)664 4911474
christof.thoeny@klostertal.org

Tag der offenen Tür

Tradition ist der Silbrige Sonntig in Schruns und sein Adventmarkt, Tradition ist auch, dass das Heimatmuseum an diesem Tag seine Pforten öffnet, Tradition ist, dass Sie hier einen Blick auf die Sonderausstellungen und die Dauerausstellung werfen können (gleich drei Räume sehen anders aus als vor einem Jahr), Tradition ist auch, dass Sie hier die besten Weihnachtsgeschenke finden (Tipp: Bücher zu den Naturkatastrophen im Tal oder zur Verkehrsgeschichte des Tales), ebenso Tradition ist, dass aufgrund des enormen BesucherInnen-Andrangs ausnahmsweise kein besinnlicher vorweihnachtlicher Rückzug möglich ist.

12.12.2010

Sonntag, 14. November 2010

Wilderer aus Gortipohl

Zehn Anzeigen wegen Wilderei im Jahr 2009 Im Jahr 2009 sind in Vorarlberg zehn Personen wegen Wilderei angezeigt worden. Das sind zwar weniger als noch im Jahr 2008, trotzdem kommt es vor allem im Montafon und im Bregenzerwald immer wieder zu illegalen Jagden.

Wilderer mit dem Auto auf der Jagd Wilderei findet heutzutage hauptsächlich mit dem Auto statt, erklärt Landeswildbiologe Hubert Schatz. Zuerst werden die Tiere mit den Autoscheinwerfern geblendet und dann erschossen. In Vorarlberg sei die Wilderei aber kein großes Problem. Es seien meist Einzelfälle.

Reiz des Verbotenen sei Hauptmotiv Hauptmotiv für die meisten Wilderer sei der Reiz des Verbotenen. "Vereinzelt wird aber auch gewildert, um Geld zu verdienen. Das illegal geschossene Fleisch wird dann nach der Jagd an Bekannte verkauft", sagt Schatz. Die Dunkelziffer in diesem Bereich dürfte aber recht hoch sein. Einige Wilderer jagen laut Schatz oft jahrelang, ohne erwischt zu werden.

Mit 14 Jahren das erste Mal gewildert Einer von ihnen war der 73-jährige Roland Fitsch aus St. Gallenkirch. Mit 14 Jahren schoss er seine erste Gams. 1960 wurde er mit 23 Jahren zum ersten Mal wegen Wilderei verurteilt. "Damals haben sie mich mit zwei Gämsen erwischt. Verurteilt wurde ich zu drei Monaten bedingt - 10.000 Schilling musste ich Strafe zahlen", erzählt Fitsch. Das sei es aber wert gewesen.

"Wir haben immer alles mitgenommen" Dass heute Wilderer nur auf Trophäenjagd gehen und den restlichen Kadaver einfach liegen lassen, versteht er nicht. "Wir haben immer alles mitgenommen", so Fitsch. Außerdem habe das Beseitigen aller Spuren auch Vorteile: "Denn sobald die Jäger einen Kadaver finden, passen sie viel mehr auf", meint Fitsch.

"V-heute": Beitrag von Jürgen Sebö
mms://stream2.orf.at/filehandler/vbgmagazin/201045/wilderer_134708.wmv 

Mittwoch, 10. November 2010

MuseumNEU - Präsentation und Diskussion


Datum 19.11.2010
Beginn 19:30
Ort Montafoner Heimatmuseum Schruns

Andreas Rudigier und Bruno Winkler zum Stand der Entwicklung; Valentin Bearth, Vorsitzender der Fachjury des Wettbewerbs, erläutert seine eigene Arbeit und Beurteilungskriterien des Siegerprojekt von Marte.Marte Architekten; Stefan und Bernhard Marte erläutern wesentliche Faktoren ihrer Überarbeitung der Planentwürfe MuseumNEU Schruns – anschließend moderierte Plenumsdiskussion
In der ersten Jahreshälfte 2010 wurden die Planentwürfe des Siegerprojektes für eine Erweiterung des Heimatmuseums Montafon in verschiedensten Gremien und privaten Gruppierungen präsentiert und diskutiert. Politische Entscheidungsträger und Sachverständige waren ebenso vertreten, wie Nachbarn, Heimatschutzverein, Bücherei, Wirtschaftstreibende und an die 300 interessierte Privatpersonen.
Eine erste öffentliche Präsentation – mit den Architekten, dem Jurymitglied Walter Angonese aus Kaltern und Eva Hody, der Geschäftsführerin des Bundesdenkmalamtes in Vorarlberg – fand zum Abschluss dieser ersten Vorstellungs- und Gesprächsrunde bereits im Mai dieses Jahres statt.
Parallel dazu bot und bietet der Heimatschutzverein ein reichhaltiges Programm zu Fragen der Architektur. Objektbesichtigungen im gesamten Montafon (alt und neu), Architekturexkursionen, Architekturgespräche und Ausstellungsbesuche. Ergänzend dazu gewähren die wöchentlichen MONT.AG-Mails aktuelle Impulse und Anregungen zu Fragen zeitgemäßer Architektur (MONT.AG steht für Montafoner Architekturgespräche).
Diese erste Phase dieses ganzjährigen Entwicklungsprozesses wird mit einer Präsentation der überarbeiteten Planentwürfe abgeschlossen. Marte.Marte Architekten haben auf den bisherigen, sehr breiten und intensiven Diskussionsprozess ebenso reagiert, wie auf fachliche Expertisen und Prüfungen. Etliche Faktoren dieses Prozesses sind in die Überarbeitung der Pläne eingeflossen.
Am 19. November präsentieren die Architekten die Überarbeitung ihres Siegerentwurfs und stellen sich der Diskussion dazu. Als neutrale Fachkompetenz ist es gelungen, Valentin Bearth aus Graubünden für diesen Abend zu gewinnen. Er wird Einblick in seine eigene Arbeit als Projektentwickler, als Denkmalschutzbeauftragter, als Dorfentwickler, als Forschungsbeauftragter, und nicht zuletzt als Architekt gewähren. Vor allem jedoch wird Valentin Bearth seine Einschätzung des Siegerprojektes von Marte.Marte Architekten erläutern.
Valentin Bearth ist Professor an der ETH Zürich. Gegenwärtig dürfte sein kürzlich eröffneter Neubau der Monte Rosa-Hütte am bekanntesten sein (vgl. MONT.AG 4). Weiters wurden seine Liftstationen im Schigebiet Arosa und sein Museumsbau in München viel beachtet. Nicht zuletzt wurde Valentin Bearth mit Preisen ausgezeichnet, die sein Bauen mit Holz, mit Beton, seine alpinen Bauten, Verwaltungsgebäude u.a. betreffen. Renovierungen und Restaurierungen zählen ebenso zu den Stärken seines Büros wie Studien (für den Graubündner Heimatschutz und St. Moritz) – http://www.bearth-deplazes.ch/

Samstag, 23. Oktober 2010

Vulkanausbruch: "Jahr ohne Sommer"

Bericht auf vorarlberg.orf.at:

Ein Vulkanausbruch in Indonesien 1815 hatte auch in Vorarlberg dramatische Auswirkungen. Man sprach vom "Jahr ohne Sommer". Der Montafoner Historiker Michael Kasper hat die Folgen für das Montafon untersucht.

Hungersnot und Naturkatastrophen
Durch den gewaltigen Ascheausstoß des Vulkans sank die durchschnittliche Jahrestemperatur nach dem Ausbruch um bis zu vier Grad. Missernten und Unwetterkatastrophen waren weitere Folgen, man sprach von 1816 als "Jahr ohne Sommer": Es schneite selbst im Sommer bis in tiefe Lagen, vor allem im Gebirge wurden Obst und Getreide gar nicht reif, berichtet Kasper.

Niederschläge und Kälte setzten sich auch im Winter 1816/17 fort, es gab eine Hungersnot und vermehrt Lawinen. Im Frühling wurde es dann schnell warm, die Folge waren Muren und Hochwasser.

Die Sterblichkeit im Montafon erhöhte sich deutlich - die Menschen starben nicht am Hunger direkt, aber an Krankheiten, die sie besser überstanden hätten, wären sie nicht durch Unterernährung geschwächt gewesen. Auch die Naturkatastrophen forderten ihre Opfer. Teilweise wanderten Menschen aus Not aus.

Offizielle Hilfe ließ auf sich warten
Hilfe von offizieller Seite ließ lange auf sich warten. Erst als im Winter 1816/17 berichtet wurde, dass die Menschen begannen, Katzen und Hunde zu stehlen und zu essen, gab es Unterstützungsgelder vom Staat, vor allem zur Anschaffung von Saatgut für das Folgejahr.

Auch innerhalb der Bevölkerung wurde geholfen: Die Reichen gaben vermehrt Almosen, auch auf verstärkte Aufforderung von kirchlicher und staatlicher Seite hin.

Berichte über Gewalt und Brutalität gibt es laut Kasper allerdings kaum, lediglich die Zahl der Diebstähle und das Betteln hätten zugenommen.

Interview mit Historiker Michael Kasper
ORF Vorarlberg-Kulturchef Manfred Welte hat mit Michael Kasper gesprochen.
Das Gespräch können Sie hier nachhören.

Michael Kasper: Hungersnot
Länge: 8min 14sec
MP3 (5,93 MB) 

"Kultur nach 6", 21. Oktober 2010

Montag, 11. Oktober 2010

Vermunt-Stausee braucht neue Ablassklappen

Nach 22 Jahren wird am Montag der Vermunt-Stausee im Montafon wieder total entleert. Die Behörde schreibt die Erneuerung der Grundablassklappen vor. Eine ökologische Katastrophe soll verhindert werden.

VKW/Illwerke lernen aus der Vergangenheit Seit der Bolgenach-Entleerung Mitte der 90er Jahre lassen die VKW-Illwerke bei Speicherentleerungen große Vorsicht walten. Bei der Entleerung des Vermunt-Stausees werden diesmal 600.000 Euro investiert, um negative Folgen zu vermeiden.

1995 kam es bei der Entleerung der Bolgenach zur ökologischen Katastrophe. In die Bregenzerach wurden damals ungeheuere Mengen Sedimente eingetragen.

Solche Folgen für die Ill sollen bei der Entleerung des Vermunt-Stausees verhindert werden. In den vergangenen Wochen wurde ein mehrere hundert Meter langes Holzfluder gebaut. Es leitet den Kromerbach am Vermut-Stausee vorbei in das Bachbett der Ill.


Das hundert Meter lange Holzfluder

Vermuntsee Entleerung (Bild: Illwerke) 

Am Montag wird der Grundablass erstmals geöffnet. Man achtet darauf, bestimmte Grenzwerte der Trübstofffracht nicht zu überschreiten. 600.000 Euro habe man sich diese Maßnahme kosten lassen, um ein Bolgenach-Desaster zu vermeiden, so Projektleiter Ernst Pürer von der Illwerke/VKW Gruppe. Für den Klappenaustausch wird der Vermunt-Stausee rund 14 Tage lang völlig trocken sein.
 

Mittwoch, 06. Oktober 2010

Die Hungersnot im Süden Vorarlbergs

„Achtzehnhundertundzutodegefroren“ – Die Hungersnot 1816/17 im Süden Vorarlbergs 
(Vortrag von Mag. Michael Kasper)

In den Jahren 1816/17 kam es unter anderem aufgrund eines Vulkanausbruchs in Indonesien zu einer globalen Abkühlung und zahlreichen daraus resultierenden Naturkatastrophen sowie zu weitreichenden Ernteausfällen. Im kühlen und schneereichen Winter 1816/17 ereigneten sich daher besonders viele Lawinenabgänge und die spärlichen Nahrungsvorräte gingen in vielen Regionen zur Neige, sodass im Frühjahr 1817 aufgrund der Unter- und Mangelernährung vermehrt Krankheiten auftraten, die zu einer erhöhten Sterblichkeit führten. In den Sommermonaten folgten schwere Überschwemmungen und Hagelschäden. Erst mit der Ernte im Herbst 1817 ging die Hungersnot in den meisten Gebieten zu Ende. In manchen höher gelegenen Bereichen besserte sich die Lage schließlich erst nach einem weiteren harten Winter im Sommer 1818.


Begleitend zur diesjährigen Sommerausstellung in den Montafoner Museen „Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon“ wird im Vortrag auf die Ereignisse, die sich in den Jahren 1816/17 im Süden Vorarlbergs zutrugen, eingegangen. Außerdem werden die Hintergründe der Ernährungskrise näher beleuchtet und die Gegenstrategien der Obrigkeit sowie die Reaktionen der Bevölkerung dargestellt. Schließlich wird auch ein Blick auf die Situation in den umliegenden Regionen geworfen und damit die Lage im südlichen Vorarlberg in einen etwas größeren Kontext eingeordnet.

Datum 21.10.2010
Beginn 20:00
Ort Rathaus Bludenz (Stadtvertretungssaal)
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Exkursion nach Tirol

Zeitgenössische Architektur in historischen Baukontexten (Exkursion nach Tirol)

Die Exkursion greift einige Beispiele aus der jüngeren Architekturgeschichte seit den 1980er Jahren heraus, in denen ArchitektInnen und BauträgerInnen versucht haben, zeitgenössisches Bauen in einer historischen Umgebung zu realisieren. Auswahlkriterien sind eine Lage im Ortskern und eine öffentliche Nutzung der Gebäude.

Erste Station ist Kappl im Paznauntal. Die kleine Gemeinde hat mit dem „Dorfzentrum Kappl“ ein modernes und offenes Gemeinde- und Veranstaltungshaus errichtet, das auch eine Lücke in der Dorfstruktur geschlossen hat.
Die nächste Station, das „DOZ“ (Dorfzentrum) in Fließ, hat der Architekturtheoretiker Otto Kapfinger als „starkes Implantat inmitten des traditionellen, hoch über dem Talboden gelegenen Dorfes“ bezeichnet.
Ein Stopp in Stams führt zu einem Objekt, das zu den heurigen Preisträgern des BTV-Bauherrenpreises gehört – einer Erweiterung des Internatsgebäudes für Schisportlerinnen. Weitere Objekte in der kleinen, aber für die Tiroler Geschichte wichtigen Gemeinde, sind das Internat und die Schule für Schisportler, und das Feuerwehr- und Vereinshaus. Allen Gebäuden ist gemeinsam, sich trotz expressiver Formensprache sensibel in ein Geflecht aus historischer Umgebung und einer beeindruckenden Bergkulisse einzufügen.
Die Gemeinde Rum (bei Innsbruck) hat mit dem „FoRum“ ein Veranstaltungszentrum neben das Gemeindeamt aus dem 18. Jahrhundert gesetzt. Das „FoRum“ ist seither nicht nur ein Beispiel für eine gelungene Verbindung von historischer und neuer Architektur sondern auch für die Belebung einer Dorfgemeinschaft durch eine sensible, auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen abgestimmte Architektur.
In diesem Jahr fertig gestellt und schon voll in Betrieb ist das Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi Absam, ein Bau, der mehrfach zwischen historischer Bausubstanz und neuer Architektur vermittelt, denn der Bau des KiWi umfasste sowohl denkmalpflegerische Maßnahmen, als auch die Konzeption eines neuen Gebäudeteils. Das KIWI beinhaltet neben einem Veranstaltungszentrum auch ein Gasthaus mit historischer Veranda und ein neu gestaltetes Gemeindemuseum.
Am Rand der Altstadt der historischen Salzstadt Hall in Tirol wurde 1930/31 das „Turmhotel Seeber“ von Lois Welzenbacher errichtet. Nachdem der Bau 1997 von der Stadt Hall angekauft wurde, wurde das Gebäude revitalisiert und durch einen Neubau, das „Parkhotel“ ergänzt. Der Baukörper des Parkhotels ist ein gelungenes Beispiel für zeitgenössische Architektur, die sich an einem der wichtigsten Bauten des „Neuen Bauens“ in Tirol misst.
Geleitet wird die Exkursion von Dr. Verena Konrad, Kunsthistorikerin und Architekturtheoretikerin. In Absam werden auch der Architekt und der Bürgermeister für Fragen zur Verfügung stehen.
Anmeldung im Montafoner Heimatmuseum bis 14. Oktober notwendig (Kosten für Exkursion werden bekannt gegeben).

Datum 16.10.2010
Beginn 07:00
Ort Treffpunkt: Bahnhof Schruns
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Von der Alfenz bis Prazalanz

Von der Alfenz bis Prazalanz: Flurnamen aus St. Anton, Lorüns und Stallehr
(Vortrag mit Univ.-Prof. Dr. Guntram Plangg)


Die Flur- und Ortsnamen am Montafoner Talausgang sind vorwiegend bestimmt durch die Gewässer, die Wegsicherung und den Verkehr. Die alten Namen erzählen von Vermurung und Überschwemmung, aber auch von Bewässerung und Brunnen, die umstritten waren. Wege. Brücken, Steigungen und Pässe wurden früher anders bewertet. Eine Diskussion mit Ortskundigen und Heimischen ist beabsichtigt. Die Ergebnisse fließen in das entstehende Montafoner Flurnamenbuch ein.

Datum 07.10.2010
Beginn 19:30
Ort Schulsaal Lorüns
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Samstag, 02. Oktober 2010

Montafoner Katastrophengeschichten

Buchvorstellung und Ausstellungsführung mit Mag. Michael Kasper

Dienstag 05.10.2010 um 19:30 Uhr im Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn

Hochwasser, Lawinen und Bergstürze, Seuchen und Hungersnöte haben zu allen Zeiten die Menschen im Montafon heimgesucht. Mehrere dieser Katastrophenereignisse werden von ihren Wirkungen auf Kultur und Gesellschaft her betrachtet werden. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Montafon werden einige der Unglücksereignisse selbst, aber auch die Versuche weitere derartige Schicksalsschläge zu verhindern oder zumindest zu bewältigen vorgestellt. Wie gingen die Betroffenen mit den Geschehnissen um, wie bewältigten sie die Folgen und zu welchen Maßnahmen hat sie der Schock der Katastrophe bewogen? Einige Begebenheiten aus der Montafoner Katastrophengeschichte werden anhand von historischen Aufzeichnungen, jüngeren Zeitzeugenberichten und traditionellem Sagengut geschildert und mit zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen veranschaulicht.

Montag, 27. September 2010

Lange Nacht der (Montafoner) Museen

Lange Nacht der Montafoner Museen
Samstag, 2. Oktober 2010, 18-1 Uhr


Die Montafoner Museen nehmen bereits zum 9. Mal an der vom ORF organisierten Langen Nacht der Museen teil. Das Programm ist vielseitig und orientiert sich an laufenden Projekten und Themen des Heimatschutzvereins. Höhepunkt ist die Orgelwanderung mit Konzerten in Gaschurn, Tschagguns und Bartholomäberg.

Programm (Auswahl)

17.30 Uhr (Schruns, Museum): Start der nächtlichen Rundfahrt durch die Montafoner Museumswelt (Anmeldung im Heimatmuseum notwendig: Tel 05556/74723)
18 Uhr (Gaschurn, Pfarrkirche): Konzert mit Bruno Oberhammer (Orgel) und dem „Quartett Vocaliter“ (Chor unter der Leitung von Ursula Breuer)
19 Uhr (Bartholomäberg, Museum): Zeitzeugengespräch zu einem katastrophalen Ereignis im Montafon
19.30 Uhr (Silbertal, Museum): Zeitzeugengespräch mit Bildern zur Arbeit im Holz in früheren Tagen
20 Uhr (Tschagguns, Pfarrkirche): Konzert mit Bruno Oberhammer (Orgel) und dem „Quartett Vocaliter“ (Chor unter der Leitung von Ursula Breuer)
20 Uhr (Gaschurn, Museum): Wolle spinnen, Schäpel und Trachtenhüte machen
20.15 Uhr (Schruns, Museum): „Botzgschichta“ im Geisterhaus, mit Erzählung, Musik und Pantomimischem
21 Uhr (Tschagguns, Wintersportsammlung): Die Besteigung des Matterhorns, ein filmisches Ereignis mit Franz Bahl
21.15 Uhr (Schruns, Museum): Zeitzeugengespräch mit Bildern zur Arbeit als Hirte in früheren Tagen
22 Uhr (Bartholomäberg, Pfarrkirche): Konzert mit Bruno Oberhammer (Orgel) und dem „Quartett Vocaliter“ (Chor unter der Leitung von Ursula Breuer)
22.30 Uhr (Schruns, Museum): „Botzgschichta“ im Geisterhaus, mit Erzählung, Musik und Pantomimischem

Die Museen bieten Ihnen den ganzen Abend Führungen durch die Sammlungen, Musik, Kulinarisches (Tipp: Krutspätzle in Gaschurn oder Gsottne Erdöpfel in Bartholomäberg) und Informationen zu den Projekten der Museen und des Heimatschutzvereins Montafon.

Donnerstag, 16. September 2010

Das Hochwasser von 1910 und seine Folgen

Freitag, 24. September 2010, 14 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Aquarena (St. Gallenkirch)

Das Hochwasser von 1910 und seine Folgen (Wanderung mit Friedrich Juen und Mag. Christoph Walser)

Im Mittelpunkt dieser Wanderung steht die so genannte „Gavatzen-Mühle“, die sich am Unterlauf des Suggadinbachs befindet und eines der letzten bekannten Mühlengebäude im Montafon ist, dessen Mauern noch weitgehend erhalten geblieben sind. Darüber hinaus sind noch Teile der zum Ensemble gehörenden Infrastruktur erhalten, wie der Mühlstein oder die Reste des Wellbaumes. Durch die Errichtung der Suggadinbach-Verbauung sind die Reste des historischen Gebäudes bedauerlicherweise gefährdet. Dank der freundlichen Unterstützung der Wildbach- und Lawinenverbauung/Gebietsbauleitung Bludenz konnte die Mühlenruine im August Firma CONTEXT OG (Ranggen) nach archäologisch-bauhistorischen Kriterien dokumentiert werden. Die Mühle war eines der vielen Opfer des Jahrhunderthochwassers von 1910, das Gegenstand dieser nachmittäglichen Wanderung ist.

Gutes Schuhwerk ist erforderlich. Die Veranstaltung ist frei zugänglich.