28. März 2009

Buchpräsentation: Richard Beitl (1900-1982)

Donnerstag, 2. April 2009, 19.15 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns

Richard Beitl (1900-1982). Wissenschaft – Dichtung – Wirken für die Heimat
(Buchpräsentation mit Dr. Klaus Beitl und Dr. Peter Strasser)


Die Montafoner Schriftenreihe beschreitet neue Wege. Das gilt nicht nur für das neue Lay-Out, sondern auch für den Umstand, dass die nunmehr 27. Ausgabe – hier sind die sechs Sonderbände miteingerechnet – erstmals eine Person der Montafoner Geschichte in den Mittelpunkt von unterschiedlichen Betrachtungen stellt. Dass die Wahl auf Richard Beitl fiel, mag nicht ganz zufällig sein, auch wenn nicht ein Jubiläum oder hierarchische Gründe im Hinblick auf die Wichtigkeit seiner Person für die Geschichte des 20. Jahrhunderts im Montafon ausschlaggebend waren. Richard Beitl repräsentiert eine Gruppe von Menschen, die den Blick nach Außen nie aus den Augen verloren und dabei dennoch oder vielleicht gerade trotzdem wesentliche Themen des Heimatschutzes vertraten. Sein Leben und Denken war mit Widersprüchen behaftet und ist wohl gerade deshalb ein idealer Vertreter dieser Bewegung, die neben der Hochhaltung konservativer Werte eigentlich ein sehr modernes Leben führten.

1 Kommentar:

albert.ottenbacher hat gesagt…

... volkskundliche Lektüre, die selbst im Hochsommer Gänsehaut verursacht :
Bernhard Schwertfeger, Erich Otto Volkmann (Hrsg.), Die deutsche Soldatenkunde, Leipzig 1937

Ordensburg Sonthofen, Bibliothek, Seminar Völkische Behauptung


S. V) Vorwort, 'Es lag uns an dem Nachweise, dass das deutsche Volk nicht nur infolge äusserer Notwendigkeiten, sondern dank seiner innersten Veranlagung ein Krieger- und Soldatenvolk ist und sein muss.'


S. 7) die 'nationalsozialistische Bewegung' hat das 'Soldatentum als einen der Eckpfeiler in das Gebäude des Dritten Reiches eingefügt.'


S. 228) Oberregierungsrat Oberst a.D. Theobald von Schäfer, Potsdam, 'Der totale Krieg der Zukunft'


S. 289 ff.) Universitätsdozent Dr. Richard Beitl, Berlin, "Brauch und Glaube der Soldaten", 'Stellung des Soldaten im Gesamtvolkstum'


- Volksgemeinschaft


- 'dass gerade das deutsche Heer von heute, wie es Adolf Hitler gedacht und geschaffen hat, in seiner Grundhaltung dem Gedanken des germanischen Volksheeres wieder nahegerückt ist und ihm trotz aller neuzeitlichen Durchorganisierung unendlich viel näher steht, als die gleichfalls schon neuzeitlich organisierten Truppen absolutistischer, volksfremder Fürsten des 17. und 18. Jahrhunderts.


S. 290) Die kirchliche Gläubigkeit der Soldaten soll in ihrem Werte nicht verkannt werden, aber für die nachfolgende volkskundliche Betrachtung ist sie nur von Bedeutung, insofern sie sich mit Glaubenshaltungen und Antrieben verbindet und kreuzt, die unmittelbar aus der ewigen Tiefe des Volksgemütes kommen.


- 'Merkmale volksmässigen Brauches'


- wenn 'Soldatengeist dem Gesamtgeist des Volkes seinen Stempel aufdrückt'


S. 303) So ist auch Walhall, der Ort der Kriegstoten, nicht ein Paradies christlicher Prägung und Tugendlohn, sondern Auslese der Tapferen. Das schlafende Heer und der bergentrückte Führer


S. 304) Erst christliche Lebensverneinung machte aus dem ernsten Totenreich der Heiden die mit den Schauerlichkeiten undeutscher Phantasie ausgestattete Hölle.

Schreibt Richard Beitl nur entlang dem Zeitgeist, reitet er bloss auf der völkischen Welle ? Für den 'Brauch und Glauben der Soldaten' verwertet er ältere Abhandlungen und Nachschlagewerke. Deutlich grenzt er sich vom christlichen Volksglauben ab, pflegt er das neue "Heidentum". An den Beginn stellt er sein nationalsozialistisches Bekenntnis. Er empfiehlt sich als tadelloser Fachmann, der die Zeichen der Zeit versteht und begrüsst.

Sicher ist, dass er sich auf die Vergesslichkeit einer Nachkriegsgesellschaft verlassen kann, die bis dato andauert.

mit freundlicher Empfehlung

Albert Ottenbacher