22. September 2009

Eugenie Goldstern

Freitag, 25. September 2009, 19.30 Uhr

Silbertal, Vereinshaus

Eugenie Goldstern: Lesung und Gesprächsabend

Dieser Abend schlägt eine inhaltliche Brücke zwischen der Silbertaler Ausstellung „Kind und Kuh“ und dem Besuch von Goldstern-Nachkommen. Eugenie Goldstern hat ein reiches Erbe hinterlassen. Ihre Forschungstätigkeit im hochalpinen Raum Europas und ihre volkskundliche Sammlung sind Ergebnis eines außerordentlichen Forschungsethos, gepaart mit Humanismus und Hingabe. Ausgewählte Texte von und über Eugenie Goldstern legen einen Leitfaden durch den Abend. Ergänzt werden diese Lesungspassagen durch erklärende Informationen zu Eugenie Goldsterns Wirken. Besonderes Interesse gilt der Anwesenheit von drei Nachkommen Eugenie Goldsterns an diesem Abend. Deren Aussagen und Kommentare werden den Menschen und das tragische Schicksal Eugenie Goldstern aus einem sehr persönlichen Blickwinkel beleuchten.

Textrezitation Brigitte Walk, Schauspielerin; Moderation Jutta Berger, Journalistin

Anreise mit dem Bus Schruns ab 18.35 Uhr, Ankunft in Silbertal um 18.47 Uhr; Rückreise mit dem Bus nicht möglich (aber melden sich im Heimatmuseum für eine private Rückkehrmöglichkeit nach Schruns an!)

Kommentare:

albert Ottenbacher hat gesagt…

Am 17.12.2001 schreibt Kurator Marcus Patka an Isac Chiva : " Ihr Vorschlag, eine Ausstellung der Folkloristin Eugenie Goldstern im Jüdischen Museum in Wien zu veranstalten, ist schwierig durchzuführen. Wir haben nie eine Ausstellung über eine Wissenschaftlerin gemacht. Wir stellen jüdische Künstler, religiöse Gegenstände aus oder machen thematische Ausstellungen . Für einen endgültigen Beschluss, benötigen wir mehr Material. Wenn es Ihnen nicht zu viel Arbeit ist, schicken Sie es uns, trotz der kleinen Erfolgschancen." Ich hatte keine Zeit und Courage, um es zu machen. Und ich habe inzwischen erfahren, dass die Schritte der Familie Goldstern bei diesem Museum erfolglos waren."

http://www.revue-des-sciences-sociales.com/pdf/rss31-chiva.pdf

Am 15.12.2010 immer noch das gleiche Bild : Der Verein der Freunde des Jüdischen Museums Wiens hat sich gestern in seiner Generalversammlung eingehend mit verschiedenen Projekten zur Errichtung von Gedenktafeln befasst. Ergebnis : negativ

albert Ottenbacher hat gesagt…

"Wie bei Akademikerinnen öfters der Fall, wurde Goldsterns Arbeit in den männlich dominierten Wissenschaften kaum rezipiert. Zeitumstände und Judenhass taten das Ihre, um die begabte Forscherin der Vergessenheit anheim fallen zu lassen. Heute wird das Werk der Eugenie Goldstern als Pionierin der Ethnologie wieder entdeckt und gewürdigt. Doch ihr Schicksal als Wissenschaftlerin und als von den Nazis ermordete Jüdin bleibt als Mahnmal europäischer Geschichte bestehen."

Ursula Jecklin, Silvia Hofmann, Silke Redolfi, (Hrsg.), FremdeFrau, Beiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte Graubündens im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 2008, Forschungsreihe "Fraubünden", Bd. 4, S. 8)