28. September 2007

Montafoner Bergwelt

Im Süden Vorarlbergs – am südwestlichen Ende von Österreich – liegt eingekesselt von den drei mächtigen Gebirgszügen Rätikon, Silvretta und Verwall das Montafon. Die markanten Gipfel tragen klingende Namen wie Schesaplana, Zimba, Drei Türme, Sulzfluh, Madrisa, Litzner, Vallüla, Patteriol, Maderer oder Piz Buin – mit 3.312 m der höchste der Region. Das 39 km lange Alpental mit seinen elf Orten – St. Anton i.M., Vandans, Bartholomäberg, Schruns, Tschagguns, Silbertal, St. Gallenkirch, Gargellen, Gortipohl, Gaschurn und Partenen – ist eine beliebte und abwechslungsreiche Ferienregion, die rund ums Jahr zahlreiche Erholungsmöglichkeiten bietet. Insgesamt 18.000 Gästebetten in Beherbungsbetrieben aller Kategorien – von rustikalen Pensionen bis zu Häusern für anspruchsvolle Gäste – stehen zur Verfügung. Die Berge prägen nicht nur die Landschaft, sie beeinflussten auch den Verlauf der Geschichte dieses Tales ganz entscheidend. Im 19. Jahrhundert rückten sie verstärkt in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Überlegungen. Über Jahrhunderte wurden sie aufgrund ihrer Beschaffenheit (Gletscher, Felsen, raues Klima) und zum Teil auch aus abergläubischen Motiven gemieden, nun wandelten sie sich zu einem wichtigen Instrument des wirtschaftlichen Überlebens. Als Folge der Industriellen Revolution kam es in den städtischen Ballungszentren zu einer Rückbesinnung auf die Natur. Die Alpenwelt wurde zu einem markanten Anziehungspunkt einer durch die Industrie reich gewordenen, aber auch vermehrt nach der natürlichen Unberührtheit strebenden Bevölkerungsschicht.

In dieser Zeit erfolgten auch die Erstbesteigungen der markanten Gipfel. So standen etwa 1848 und 1865 erstmals Menschen auf der Zimba und dem Piz Buin. Der Tourismus nahm seinen Anfang und entwickelte sich schließlich durch die Bildung großer Alpenvereine und lokaler „Verschönerungsvereine“ in organisierter Form. Die Bergwelt des Montafons und ihre Ressourcen sollten aber im 20. Jahrhundert noch mehr als je zuvor die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Tales beeinflussen: Ende des 19. Jahrhunderts erkannten die ersten Skifahrer, dass die Berge auch im Winter ihren Reiz auszuüben vermögen. In der Zwischenkriegszeit entstanden die ersten Skischulen. Die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg konnten den ansetzenden Höhenflug des Wintertourismus zwar noch verzögern, nicht jedoch verhindern.

Heute präsentiert sich das Montafon als großzügig ausgebaute Skiarena mit perfekter Infrastruktur. 62 Anlagen – vier Kabinenbahnen, 10 Einseilumlaufbahnen, ein Achtersesselbahn, fünf Sechsersesselbahnen, sechs Vierersesselbahnen, zwei Dreiersesselbahnen, zehn Doppelsesselbahnen, ein Einersessellift, 23 Schlepp-, Kinder- und Tellerlifte, zwei Skitunnel (37 m bzw. 470 m) und und Tunnelbus (Vermunt – Bielerhöhe) sorgen für den Transport von 16.000 Wintersportfreunden pro Stunde zu den 222 km Skiisten. Die zehn Skischulen im Montafon bieten im Winter 2007/2008 eine Vielfalt neuer Aktivitäten an. Drei Naturrodelbahnen, 20 Langlaufloipen, acht Skikindergärten, eine überdachte Eishalle sowie der Intersport Nova Park – der größte Funpark mit Boardercrossstrecke, Halfpipe und vielen weiteren Attraktionen – komplettieren das breit gefächerte sportliche Freizeit-Angebot im Winter. Die Wintersportausstellung „Einst und jetzt“ in Tschagguns gibt Einblicke in die fast 100-jährige Geschichte des Wintersports im Montafon.

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