23. Oktober 2010
Vulkanausbruch: "Jahr ohne Sommer"
Ein Vulkanausbruch in Indonesien 1815 hatte auch in Vorarlberg dramatische Auswirkungen. Man sprach vom "Jahr ohne Sommer". Der Montafoner Historiker Michael Kasper hat die Folgen für das Montafon untersucht.
Hungersnot und Naturkatastrophen
Durch den gewaltigen Ascheausstoß des Vulkans sank die durchschnittliche Jahrestemperatur nach dem Ausbruch um bis zu vier Grad. Missernten und Unwetterkatastrophen waren weitere Folgen, man sprach von 1816 als "Jahr ohne Sommer": Es schneite selbst im Sommer bis in tiefe Lagen, vor allem im Gebirge wurden Obst und Getreide gar nicht reif, berichtet Kasper.
Niederschläge und Kälte setzten sich auch im Winter 1816/17 fort, es gab eine Hungersnot und vermehrt Lawinen. Im Frühling wurde es dann schnell warm, die Folge waren Muren und Hochwasser.
Die Sterblichkeit im Montafon erhöhte sich deutlich - die Menschen starben nicht am Hunger direkt, aber an Krankheiten, die sie besser überstanden hätten, wären sie nicht durch Unterernährung geschwächt gewesen. Auch die Naturkatastrophen forderten ihre Opfer. Teilweise wanderten Menschen aus Not aus.
Offizielle Hilfe ließ auf sich warten
Hilfe von offizieller Seite ließ lange auf sich warten. Erst als im Winter 1816/17 berichtet wurde, dass die Menschen begannen, Katzen und Hunde zu stehlen und zu essen, gab es Unterstützungsgelder vom Staat, vor allem zur Anschaffung von Saatgut für das Folgejahr.
Auch innerhalb der Bevölkerung wurde geholfen: Die Reichen gaben vermehrt Almosen, auch auf verstärkte Aufforderung von kirchlicher und staatlicher Seite hin.
Berichte über Gewalt und Brutalität gibt es laut Kasper allerdings kaum, lediglich die Zahl der Diebstähle und das Betteln hätten zugenommen.
Interview mit Historiker Michael Kasper
ORF Vorarlberg-Kulturchef Manfred Welte hat mit Michael Kasper gesprochen.
Das Gespräch können Sie hier nachhören.
Michael Kasper: Hungersnot
Länge: 8min 14sec
MP3 (5,93 MB)
"Kultur nach 6", 21. Oktober 2010
11. Oktober 2010
Vermunt-Stausee braucht neue Ablassklappen
VKW/Illwerke lernen aus der Vergangenheit Seit der Bolgenach-Entleerung Mitte der 90er Jahre lassen die VKW-Illwerke bei Speicherentleerungen große Vorsicht walten. Bei der Entleerung des Vermunt-Stausees werden diesmal 600.000 Euro investiert, um negative Folgen zu vermeiden.
1995 kam es bei der Entleerung der Bolgenach zur ökologischen Katastrophe. In die Bregenzerach wurden damals ungeheuere Mengen Sedimente eingetragen.
Solche Folgen für die Ill sollen bei der Entleerung des Vermunt-Stausees verhindert werden. In den vergangenen Wochen wurde ein mehrere hundert Meter langes Holzfluder gebaut. Es leitet den Kromerbach am Vermut-Stausee vorbei in das Bachbett der Ill.
Das hundert Meter lange Holzfluder
Am Montag wird der Grundablass erstmals geöffnet. Man achtet darauf, bestimmte Grenzwerte der Trübstofffracht nicht zu überschreiten. 600.000 Euro habe man sich diese Maßnahme kosten lassen, um ein Bolgenach-Desaster zu vermeiden, so Projektleiter Ernst Pürer von der Illwerke/VKW Gruppe. Für den Klappenaustausch wird der Vermunt-Stausee rund 14 Tage lang völlig trocken sein.
6. Oktober 2010
Die Hungersnot im Süden Vorarlbergs
(Vortrag von Mag. Michael Kasper)
| Datum | 21.10.2010 |
|---|---|
| Beginn | 20:00 |
| Ort | Rathaus Bludenz (Stadtvertretungssaal) |
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Exkursion nach Tirol
Die Exkursion greift einige Beispiele aus der jüngeren Architekturgeschichte seit den 1980er Jahren heraus, in denen ArchitektInnen und BauträgerInnen versucht haben, zeitgenössisches Bauen in einer historischen Umgebung zu realisieren. Auswahlkriterien sind eine Lage im Ortskern und eine öffentliche Nutzung der Gebäude.
Erste Station ist Kappl im Paznauntal. Die kleine Gemeinde hat mit dem „Dorfzentrum Kappl“ ein modernes und offenes Gemeinde- und Veranstaltungshaus errichtet, das auch eine Lücke in der Dorfstruktur geschlossen hat.
Die nächste Station, das „DOZ“ (Dorfzentrum) in Fließ, hat der Architekturtheoretiker Otto Kapfinger als „starkes Implantat inmitten des traditionellen, hoch über dem Talboden gelegenen Dorfes“ bezeichnet.
Ein Stopp in Stams führt zu einem Objekt, das zu den heurigen Preisträgern des BTV-Bauherrenpreises gehört – einer Erweiterung des Internatsgebäudes für Schisportlerinnen. Weitere Objekte in der kleinen, aber für die Tiroler Geschichte wichtigen Gemeinde, sind das Internat und die Schule für Schisportler, und das Feuerwehr- und Vereinshaus. Allen Gebäuden ist gemeinsam, sich trotz expressiver Formensprache sensibel in ein Geflecht aus historischer Umgebung und einer beeindruckenden Bergkulisse einzufügen.
Die Gemeinde Rum (bei Innsbruck) hat mit dem „FoRum“ ein Veranstaltungszentrum neben das Gemeindeamt aus dem 18. Jahrhundert gesetzt. Das „FoRum“ ist seither nicht nur ein Beispiel für eine gelungene Verbindung von historischer und neuer Architektur sondern auch für die Belebung einer Dorfgemeinschaft durch eine sensible, auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen abgestimmte Architektur.
In diesem Jahr fertig gestellt und schon voll in Betrieb ist das Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi Absam, ein Bau, der mehrfach zwischen historischer Bausubstanz und neuer Architektur vermittelt, denn der Bau des KiWi umfasste sowohl denkmalpflegerische Maßnahmen, als auch die Konzeption eines neuen Gebäudeteils. Das KIWI beinhaltet neben einem Veranstaltungszentrum auch ein Gasthaus mit historischer Veranda und ein neu gestaltetes Gemeindemuseum.
Am Rand der Altstadt der historischen Salzstadt Hall in Tirol wurde 1930/31 das „Turmhotel Seeber“ von Lois Welzenbacher errichtet. Nachdem der Bau 1997 von der Stadt Hall angekauft wurde, wurde das Gebäude revitalisiert und durch einen Neubau, das „Parkhotel“ ergänzt. Der Baukörper des Parkhotels ist ein gelungenes Beispiel für zeitgenössische Architektur, die sich an einem der wichtigsten Bauten des „Neuen Bauens“ in Tirol misst.
Geleitet wird die Exkursion von Dr. Verena Konrad, Kunsthistorikerin und Architekturtheoretikerin. In Absam werden auch der Architekt und der Bürgermeister für Fragen zur Verfügung stehen.
Anmeldung im Montafoner Heimatmuseum bis 14. Oktober notwendig (Kosten für Exkursion werden bekannt gegeben).
| Datum | 16.10.2010 |
|---|---|
| Beginn | 07:00 |
| Ort | Treffpunkt: Bahnhof Schruns |
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Von der Alfenz bis Prazalanz
(Vortrag mit Univ.-Prof. Dr. Guntram Plangg)
Die Flur- und Ortsnamen am Montafoner Talausgang sind vorwiegend bestimmt durch die Gewässer, die Wegsicherung und den Verkehr. Die alten Namen erzählen von Vermurung und Überschwemmung, aber auch von Bewässerung und Brunnen, die umstritten waren. Wege. Brücken, Steigungen und Pässe wurden früher anders bewertet. Eine Diskussion mit Ortskundigen und Heimischen ist beabsichtigt. Die Ergebnisse fließen in das entstehende Montafoner Flurnamenbuch ein.
| Datum | 07.10.2010 |
|---|---|
| Beginn | 19:30 |
| Ort | Schulsaal Lorüns |
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2. Oktober 2010
Montafoner Katastrophengeschichten
Dienstag 05.10.2010 um 19:30 Uhr im Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn
Hochwasser, Lawinen und Bergstürze, Seuchen und Hungersnöte haben zu allen Zeiten die Menschen im Montafon heimgesucht. Mehrere dieser Katastrophenereignisse werden von ihren Wirkungen auf Kultur und Gesellschaft her betrachtet werden. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Montafon werden einige der Unglücksereignisse selbst, aber auch die Versuche weitere derartige Schicksalsschläge zu verhindern oder zumindest zu bewältigen vorgestellt. Wie gingen die Betroffenen mit den Geschehnissen um, wie bewältigten sie die Folgen und zu welchen Maßnahmen hat sie der Schock der Katastrophe bewogen? Einige Begebenheiten aus der Montafoner Katastrophengeschichte werden anhand von historischen Aufzeichnungen, jüngeren Zeitzeugenberichten und traditionellem Sagengut geschildert und mit zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen veranschaulicht.
27. September 2010
Lange Nacht der (Montafoner) Museen
Samstag, 2. Oktober 2010, 18-1 Uhr
Die Montafoner Museen nehmen bereits zum 9. Mal an der vom ORF organisierten Langen Nacht der Museen teil. Das Programm ist vielseitig und orientiert sich an laufenden Projekten und Themen des Heimatschutzvereins. Höhepunkt ist die Orgelwanderung mit Konzerten in Gaschurn, Tschagguns und Bartholomäberg.
Programm (Auswahl)
17.30 Uhr (Schruns, Museum): Start der nächtlichen Rundfahrt durch die Montafoner Museumswelt (Anmeldung im Heimatmuseum notwendig: Tel 05556/74723)
18 Uhr (Gaschurn, Pfarrkirche): Konzert mit Bruno Oberhammer (Orgel) und dem „Quartett Vocaliter“ (Chor unter der Leitung von Ursula Breuer)
19 Uhr (Bartholomäberg, Museum): Zeitzeugengespräch zu einem katastrophalen Ereignis im Montafon
19.30 Uhr (Silbertal, Museum): Zeitzeugengespräch mit Bildern zur Arbeit im Holz in früheren Tagen
20 Uhr (Tschagguns, Pfarrkirche): Konzert mit Bruno Oberhammer (Orgel) und dem „Quartett Vocaliter“ (Chor unter der Leitung von Ursula Breuer)
20 Uhr (Gaschurn, Museum): Wolle spinnen, Schäpel und Trachtenhüte machen
20.15 Uhr (Schruns, Museum): „Botzgschichta“ im Geisterhaus, mit Erzählung, Musik und Pantomimischem
21 Uhr (Tschagguns, Wintersportsammlung): Die Besteigung des Matterhorns, ein filmisches Ereignis mit Franz Bahl
21.15 Uhr (Schruns, Museum): Zeitzeugengespräch mit Bildern zur Arbeit als Hirte in früheren Tagen
22 Uhr (Bartholomäberg, Pfarrkirche): Konzert mit Bruno Oberhammer (Orgel) und dem „Quartett Vocaliter“ (Chor unter der Leitung von Ursula Breuer)
22.30 Uhr (Schruns, Museum): „Botzgschichta“ im Geisterhaus, mit Erzählung, Musik und Pantomimischem
Die Museen bieten Ihnen den ganzen Abend Führungen durch die Sammlungen, Musik, Kulinarisches (Tipp: Krutspätzle in Gaschurn oder Gsottne Erdöpfel in Bartholomäberg) und Informationen zu den Projekten der Museen und des Heimatschutzvereins Montafon.
16. September 2010
Das Hochwasser von 1910 und seine Folgen
Die ehemalige Dauersiedlung Valleu
Rüti oberhalb von Gargellen
13. September 2010
Alte Säge „Müllis Ferdi“
Das Montafon wird selbstständig – eine Episode der Talgeschichte im 17. Jahrhundert
Die „Schlacht auf der Alpe Spora“ – eine archäologische Spurensuche
„Schragazuseminar“ – Wie wird ein Schragenzaun gebaut?
„Jahre der Heimsuchung“ im wachsenden Museum
14. August 2010
Heinzensommer 2010 in St. Antönien
Samstag/Sonntag, 28./29. August 2010
Mit dem Heinzensommer 2010 lässt die Kulturgruppe St. Antönien vom 27. Juni bis 25. September das früher zum bäuerlichen Alltag gehörende „Heinznen“ noch einmal aufleben. Zog bei der Heuernte Regen auf, wurden auf den Wiesen in grosser Zahl die als Heinzen bezeichneten Holzstäbe eingesteckt und an ihren kreuzweise angebrachten Querarmen das frisch geschnittene Gras zum Trocknen aufgehängt. Diese Technik ist in den letzten Jahrzehnten den Heubelüftungsanlagen und Siloballen gewichen. Als Dekoration finden sich ganze Heinzenreihen da und dort noch an Stallwänden. In St. Antönien werden sie für den diesjährigen Heinzensommer heruntergeholt und mutieren gar zu Kunstobjekten.
Die im In- und Ausland bekannten Künstler Christian Bolt (Klosters), Gabriela Gerber/Lukas Bardill (Maienfeld), Andreas Hofer (Davos) und Robert Indermaur (Almens) haben sich bereit erklärt, in der Berglandschaft von St. Antönien Schwerpunkte zu setzen. Mitglieder der Präkuscha (Verein Prättigauer Kunstschaffende) werden mit eigenen Werken zum Thema Heinzen auf das künstlerische Wirken in der Region aufmerksam machen. Ein Fotowettbewerb, der bis Ende Mai läuft, ist die Grundlage für eine Ausstellung im Ortsmuseum „Postchäller“. Gesucht werden deshalb auch Aufnahmen von früher. Praktischer Anschauungsunterricht im „Heinznen“ ist ebenfalls vorgesehen. Jeden Samstag werden zudem am Heinzentreff Persönlichkeiten aus Kultur, Landwirtschaft, Politik und Wissenschaft die Vergangenheit und Zukunft der Talschaft St. Antönien und damit des Berggebietes überhaupt zur Sprache bringen. Am 28. August (17 Uhr) referiert Andreas Rudigier in St. Antönien zum Thema „Maisäße im Montafon“.
Anmeldung bis Montag, 9. August, im Montafoner Heimatmuseum notwendig. In Kooperation mit der Artenne (Nenzing).
27. Juli 2010
Buch-Neuerscheinung: "Jahre der Heimsuchung"
Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon
(= Sonderband zur Montafoner Schriftenreihe 12), Schruns 2010
367 Seiten
Das Katastrophenszenario ist uns nicht nur eindrücklich in Erinnerung wegen der massiven Reaktionen. Diese reichten bis zu Aussiedlungsplänen des am schlimmsten betroffenen Dorfes Vandans. Zudem kam bei dieser Katastrophe erstmals das Medium Fotografie sehr umfassend zum Einsatz. Somit konnte der Nachwelt das Bild der Verwüstungen deutlicher erhalten werden als jemals zuvor.
Die Ausstellungen in allen vier Montafoner Museen und das vorliegende Begleitbuch spüren, in Erinnerung an dieses Hochwasser vor 100 Jahren, auch anderen Katastrophenereignissen im Montafon nach. Dies geschieht in den vier Montafoner Museen allerdings auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von mehreren Lawinenkatastrophen über das Hungerjahr 1817 bis zu den jüngsten Muren- und Hochwasserereignissen.
Das Buch und die vier Ausstellungen dokumentieren die Katastrophen selbst, aber auch deren Folgen für Mensch und Natur. Nicht zuletzt gilt das Interesse den vielfältigen Versuchen, solche „Schicksalsschläge“ zu verhindern: Im religiösen Leben, im Aberglauben – und letztlich durch ein wachsendes Bemühen, sich real abzusichern.
Michael Kasper
„Achtzehnhundertundzutodegefroren“ 9
Erinnerung 11
Hintergrund 15
Die Ereignisse im südlichen Vorarlberg und den
umliegenden Regionen 17
Auswirkungen und Maßnahmen 36
Ende der Krise und Bewältigungsstrategien 62
Michael Kasper
Naturkatastrophen in den Medien 71
Die Ereignisse im Spiegel der regionalen Presse 73
Nachwirkungen und Aufarbeitung 115
Zusammenfassung 131
Helmut Aschauer
Die Entwicklung der Wildbach- und Lawinenverbauung
im Montafon 143
Einleitung 145
Der Umgang mit den Naturgefahren in früherer Zeit 146
Die Verbauung der Wildbäche 149
Die Lawinenverbauung 180
Der Schutz vor Rutschungen, Felssturz, Steinschlag 191
Flächenwirtschaftliche Projekte zur Schutzwaldsanierung 194
Vorbeugende Schutzmaßnahmen,
Zonenplanung und Gutachtertätigkeit 196
Projektierung, Finanzierung, Genehmigung –
die Voraussetzungen für eine Verbauungsmaßnahme 198
Die Dienststellen 200
Schlussbemerkungen 203
Von „Schneelanen“ und „reissendem Wasser“ 207
Edith Hessenberger
Schwarze Wand und Weißer Tod 215
Naturkatastrophen in Sagen 220
Naturkatastrophen in Liedern 231
Mündliche Berichte über Naturkatastrophen –
Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen 244
Fazit 264
Edith Hessenberger
Angesichts der Lawine 273
Die Lawine ums Haus 276
Die Lawine als Job 306
Synthese 329
Friedrich Juen
„Mich hat die Lawine begraben“ 335
Anhang 351
Auf den Spuren des Klimas am Hochjoch
9 Uhr
Hochjochbahn Schruns, Talstation
Wanderung mit Dr. Richard Werner
Für die Einheimischen ist die Sache klar: Die Art der Wolkenbildung am Hochjoch gibt Auskunft über die Wetterentwicklung. Welche Beobachtungen bei einer Wanderung um das Hochjoch gemacht werden, zeigt der Meteorologe und Klimaspezialist Richard Werner. Die Teilnehmer/inn/en an der Exkursion können in praktischen Anwendungen Erfahrungen zur Beobachtung von Sonnenschein, Wind, Feuchtigkeit und anderen wetter- und klimarelevanten Aspekten machen.
Die Wanderung verlangt entsprechende alpine Ausrüstung, Kondition, die Kosten für die Hochjochbahn und eine Anmeldung bis zum 4. August im Montafoner Heimatmuseum. Die Rückkehr ist gegen 16 Uhr geplant.
Bei sehr schlechten Witterungsverhältnissen wird die Veranstaltung auf Samstag, 21. August verschoben.
Reiseziel Museum
1.8.2010 ab 10:00 Uhr
Reiseziel Museum -
Kinderprogramm in den Montafoner Museen
Montafoner Heimatmuseum Schruns
Auf Sand gebaut
Wir gestalten mit verschiedenfärbigem Sand ein Landschaftsbild oder eine Plastik, in denen wir zum Thema der Ausstellung im Museum passend, Naturkatastrophen wie Lawinen und Hochwasser nachstellen können. Wir arbeiten hauptsächlich haptisch und visuell und ist für alle Altersgruppen inkl. Erwachsenen gedacht.
Frühmesshaus Bartholomäberg
Auf einer Entdeckungsreise durch das Haus finden neugierige Kinder zahlreiche interessante Hinweise auf die Wohn- und Lebensart der Hausbewohner im Laufe der Jahrhunderte – und Schritt für Schritt entsteht so ein Gesamtbild zur Haus- und Bewohnergeschichte.
Genau so entsteht auch das Puzzle, das die museumsinteressierten Kinder basteln und dann in ihrem Museumskoffer mit nach Hause nehmen können.
Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn
Kraft der Natur
Die Kinder nähen duftende Heukissen und bemalen Steine, die sie im Museumskoffer mit nach Hause nehmen können. Eine Museumsrallye begleitet sie auf eine Reise durch das im Stil alter Walserhäuser vorwiegend in Holz errichtete Gebäude, das Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn.
19. Juli 2010
Wasserschaden
Die Veranstaltung im Kunstforum Montafon ist eine Kooperation zwischen den Montafoner Museen, dem Kunstforum Montafon und dem MONTAFONER SOMMER. Jeder der drei Institutionen trägt ihren Teil zur Gestaltung dieses Abends bei.
Im Kunstforum Montafon findet die Sommerausstellung „hochwasser“ statt. Im Jahr 1910 verwüstete ein gewaltiges Hochwasser weite Bereiche des Montafons. Dabei wurde unter anderem das Gebäude der Lodenfabrik in dem das Kunstforum Montafon untergebracht ist, völlig zerstört.
Im Ausstellungsraum wird ein Teil einer Mure plastisch simuliert. Es wird der Eindruck entstehen, als wären – wie vor einhundert Jahren – die Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen vom überflutenden Bach in den Raum eingebrochen. Dem gegenüber stehen zwei großformatige Malereien von Hans Weigand aus der Serie der „Silver Surfer“, die riesige Flutwellen darstellen. In die Rauminstallation kontrastierend integriert werden schwebende Steine von Hannes Ludescher.
So wird ein sehr intensiver Gesamteindruck entstehen, wodurch die Besucher in eine faszinierende Kunstwelt entführt werden, die die Ästhetik der Zerstörung thematisiert.
Kurator Roland Haas wird in die Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die auf die zerstörerische Kraft des Wassers reagiert, einführen! Weitere Informationen unter www.kfm.at
Michael Kasper von den Montafoner Museen geht auf die geschichtliche Dokumentation der Ereignisse im Jahr 1910 im Montafon ein und stellt Berichte aus dieser Zeit vor. Weiter Informationen zu den Ausstellungen der Museen im Montafon unter www.montafoner-museen.at
Emil Galehr und Josef Thoma zwei Urgesteine, bekannt durch ihre verwegenen Musikauftritte auf so manchem Montafoner Gipfel (200mal auf der Zimba), spielen originelle Volksmusik.
4. Juli 2010
Erhaltung der Urnatur
Der Vorarlberger Naturschutzrat empfiehlt, die naturbelassenen Zonen in Vorarlberg durch Raumplanungsmaßnahmen zu schützen. Ein Beispiel dafür ist das Gafluna-Tal im Montafon. Es soll das Pilotprojekt zur Erhaltung der Urnatur sein.
| "Tal war einmal die Serengeti Vorarlbergs" Das Gafluna-Tal sei einmal die Serengeti Vorarlbergs gewesen, so Georg Grabherr, Vorsitzender des Naturschutzrates. Vor 30 Jahren habe man hier noch große Hirschherden und Vogelschwärme sehen können. Mittlerweile sind im Tal eine Forststraße und diverse Alphütten errichtet worden. |
Unbeschränkter Zugang für Wanderer
Grabherr empfiehlt, die naturbelassenen Zonen durch Raumplanungsmaßnahmen zu schützen. Technische Eingriffe wären dann tabu, Wanderer hätten im Sinne des herrschenden freien Wegrechts unbeschränkten Zugang.
Das Gafluna-Tal ist als Natura-2000-Gebiet bereits geschützt. Es wäre also ein kleiner Schritt, hier das Pilotprojekt zur Erhaltung der Urnatur zu starten.
14. Juni 2010
Sanierung eines herausragenden Baudenkmals in Gortipohl schreitet voran
8. Juni 2010
"MuseumNEU" präsentiert
"Ehrgeiziges Konzept wurde vom Großteil der Besucher mehr als positiv aufgenommen
Montafon. Spannender Augenblick im Montafoner Heimatmuseum in Schruns. Dutzende Interessierte kamen, als Museumschef Andreas Rudigier gemeinsam mit Museums-Entwickler Bruno Winkler, Architekt Stefan Marte und Jurymitglied Walter Angonese das Konzept für das „MuseumNEU“ mit allen Details vorstellte.
Rudigier ist mit dem Konzept für „MuseumNEU“ einen ganz neuen Weg gegangen. Von Anfang an war das Ziel, gemeinsam auf möglich breiter Basis den Weg für die Zukunft vorzugeben. So gab es intensive Gespräche mit politisch Verantwortlichen, Touristikern und Bürgern. Im Rahmen einer internationalen Fachtagung haben sich unter anderem Experten aus Basel, Bern, Bozen, Innsbruck und Graz in Zusammenarbeit mit der Museumsakademie Joanneum Graz zu einer offenen Diskussion in Schruns getroffen. Das war die Basis für den Architektenwettbewerb. Eine international besetzte Fachjury hat aus einer renommierten Architektenriege das Siegerprojekt „gekürt.“ Einstimmig. Die Architekten Marte.Marte haben den überzeugendsten Planungsentwurf vorgelegt.
„Das von Marte.Marte entworfene Projekt bedeutet eine große Veränderung für das Schrunser Dorfbild am Platz vor der Kirche. Aber auch eine sehr große Chance“, begründete der international anerkannte Experte Walter Angonsese aus Südtirol die Entscheidung der Jury. So könnte die Dorfstraße in der Schrunser Fußgängerzone bei der Realisierung des Siegerprojekts schon bald ganz anders aussehen. Das bestehende ehemalige Konsumgebäude ist baulich völlig uninteressant, wie Eva Hody vom Bundesdenkmalamt bei der Präsentation bestätigte. Es habe lediglich eine Scheinfassade, die es sich nicht zu erhalten lohne. An dessen Stelle ist ein kubisches Gebäude aus weißem Sichtbeton mit großen Fenstern geplant, dass auch einen Veranstaltungsraum im Obergeschoss vorsieht. Es soll mit dem historischen, jetzigen Museumsgebäude (16. Jahrhundert) verbunden werden. „Diese Kombination von alt und neu wird das alte Museumsgebäude deutlich hervortreten lassen“, so Architekt Stefan Marte bei der Präsentation. Zudem soll es neben dem Museum eine neue Gasse in den Innenhof geben. Dort soll auch die Bibliothek angesiedelt werden – durch diese Neugestaltung würden nicht nur zusammengehörende Bereich vernetzt, sondern laut Walter Angonese auch städteplanerisch neue Akzente gesetzt.
Eines war an diesem Abend jedenfalls deutlich zu spüren. Die kritischen Stimmen zum Projekt sind deutlich in der Unterzahl, die Zustimmung sehr groß. Die Projektverantwortlichen werden den eingeschlagenen Weg deshalb weitergehen wie geplant. „Es wird noch viel diskutiert und sicherlich auch noch das ein oder andere geändert“, warten auf Rudigier & Co. noch große Aufgaben, bis zur Realisierung des international schon jetzt viel beachteten Konzepts „MuseumNEU“. Ein spruchreifer Konsens soll bis Ende Jahr vorliegen, danach geht es gemeinsam mit Projektträger Stand Montafon an die Finanzierung des ehrgeizigen Vorhabens."
Rechte Kritik am "Museum NEU"
In den Stellungnahmen der letzten Woche taten sich neuerlich sprachliche Abgründe auf, denn vom "Lobbyisten" Bruno Winkler, der "sein vom Stand bezahltes Geld wert" war, über die Vertreterin des Denkmalamtes, deren Meinung sich wie die "Blätter im Wind" änderte bis hin zum "in die Wüste schicken" der "Herren Rudigier und Winkler" und der Bereitschaft zu jeder "Schandtat" waren die Kommentare oft mehr auf einer persönlichen denn einer sachlichen Ebene.
Es bleibt zu hoffen, dass der vom Team des Museums beschrittene Weg der Information und des engen Kontakts zur Bevölkerung, der in unzähligen Gesprächen, einer Ausstellung, zahlreichen Veranstaltungen und Aussendungen die Möglichkeit geboten wird sich eine eigene Meinung zu bilden, weiterhinverfolgt wird und sich nicht Polemik, Populismus und Rückwärtsgewandtheit (als falsch verstandener "Heimatschutz") durchsetzen. Vielmehr sollte das Montafon den Herausforderungen der Zukunft mitKreativität und Innovation begegnen und damit der jungen Generation weiterhin Wohlstand und Lebensqualität sichern.
Ausstellungen in den Montafoner Museen im Sommer 2010
- Jahre der Heimsuchung (in allen Museen)
- Schruns um 1920 - Fotografien von Adele Maklott (Schruns, verlängert bis 31. Oktober)
- Die architektonischen Entwürfe für ein neues Montafoner Heimatmuseum (Schruns)
- Miskeyit Arbeiten des BORG Götzis (Silbertal, verlängert bis 31. Oktober)
Das wachsende Museum in Bartholomäberg zeigt auch interessante Fundstücke, die im vergangenen Jahr dem Museum bekannt gemacht worden sind.
