12. März 2009

„Ein der Dichtung Ergebener“

Donnerstag, 19. März 2009, 19.15 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns

„Ein der Dichtung Ergebener“ – Richard Beitl als Lyriker und Romanautor (Vortrag mit Dr. Ulrike Längle und Dr. Jürgen Thaler)

Gedichte zu schreiben war für Richard Beitl von Jugend an eine Selbstverständlichkeit. Über das Gedichteschreiben während seiner Jahre im Jesuiteninternat Stella Matutina in Feldkirch berichtete er am 21. Oktober 1917 an seinen Vater in Schruns: „Meine Gedichte werde ich vielleicht in Bälde einem Pater zeigen, der selber auch Dichter ist: P. Isidor Hopfner, der auch die Sonntagsaufsätze im Landboten schreibt. Ich habe große Freude an dieser Beschäftigung.“ Beitl erhielt sich diese Freude ein Leben lang, mit den Romanen „Angelika“ und „Johringla“ übte sich Beitl schließlich sehr erfolgreich in der Kunst der Romanschreibens.

Ulrike Längle ist Schriftstellerin und Leiterin des Franz-Michael-Felder-Archivs in Bregenz; Jürgen Thaler arbeitet als Literaturarchivar beim Franz-Michael-Felder-Archiv. Beide ReferentInnen haben sich im Rahmen des Ausstellungs- und Buchprojekt zu Richard Beitl mit dem schriftstellerischen Werk Beitls auseinandergesetzt und werden an diesem Abend darüber berichten.

4. März 2009

Heimat als Wunsch, Phantasie, Konstruktion. Ein Museum für das Montafon

Montag, 9. März 2009, 10-21 Uhr
Dienstag 10. März 2009, 9.30-16 Uhr
Schruns, Montafoner Heimatmuseum

Heimat als Wunsch, Phantasie, Konstruktion. Ein Museum für das Montafon
(Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Museumsakademie Joanneum, Graz)

Heimat- und Regionalmuseen sind hierzulande der am meisten verbreitete Museumstyp. Er kommt dem Begehren entgegen, der eigenen Vergangenheit und Herkunft, seinem ‚Ursprung’, wieder begegnen zu können. Dieser ‚unmögliche Wunsch’ ist so mächtig, dass er uns übersehen lässt, dass und wie solche Museen Bilder erzeugen, Imaginationen projizieren, Vergangenheit konstruieren. Vor allem aber lassen sie einen übersehen, was sie leisten könnten: behutsames Arbeiten des Erinnerns, an der Vergänglichkeit der Zeit, am Entwerfen von Zukunft.

Die grundlegende Erneuerung der Montafoner Heimatmuseen bietet die Möglichkeit, über neue Modelle und Optionen für kleine regionale Museen nachzudenken: Welche neuen Inhalte braucht es, um ein Heimatmuseum an die Gegenwart anzuschließen? Wie kann das Potenzial vorhandener Sammlungen in neuem Kontext genutzt werden? Wie kann das Museum regionale Identitäten bearbeiten und interpretieren? Wie können neue geschichtstheoretische und museologische Ansätze berücksichtigt werden? Welche Schlüsse müssen aus den anhaltenden Diskussionen um Sinn und Zweck dieser Museen gezogen werden? Wie beziehen sich solche Museen auf ihre soziale Umwelt, auf freiwillige MitarbeiterInnen, Einheimische und Touristen, Experten und Sammler, Politiker und Förderer?

mit Dr. Gottfried Fliedl, Leiter der Museumsakademie Joanneum, Graz, Beat Gugger, freier Ausstellungskurator, Schweiz, Dr. Gabriele Rath, Rath & Winkler, Projekte für Museum und Bildung, Innsbruck, Dr. Andreas Rudigier Leiter der Montafoner Museen, Bruno Winkler, Rath & Winkler, Projekte für Museum und Bildung, Innsbruck


Programm

9. März
10 Begrüßung und Vorstellung des Programms beziehungsweise Zieles der Veranstaltung
10.30 Beat Gugger und Gottfried Fliedl: Ein kleines museologisches Passionsspiel. Das Heimatmuseum lieben, das Heimatmuseum hassen! Mit Kaffee, Snacks und Zwischenrufen
11.30 Andreas Rudigier, Bruno Winkler, Gabriele Rath, Gottfried Fliedl: Das Projekt „Heimatmuseum neu“. Rahmenbedingungen, Konzept, Ideen
13 Mittagspause
14.30 Andreas Rudigier: Führung durch das Heimatmuseum
16 Kaffeepause
16.30 „Nachdem wir alles gesehen haben“ – Reaktionen, Diskussion
18 Abendessen
19.30 Andreas Rudigier, Bruno Winkler, Gabriele Rath: Die Montafoner Museen und ihre „Community“
21 Uhr Ende des ersten Tages

10. März
9.30 Kleiner Theorie-Praxis-Test. Was ist unbrauchbarer, die Theorie oder die Praxis? Morgendliche Lockerungsübung mit Gotthard Fliedl
10.15 Gruppenarbeit mit anschließenden Zusammenfassungen. Visionen eines künftigen Heimatmuseums
12.30 Mittagspause
14 Gottfried Fliedl: Input zur Schlussdiskussion. Das Heimatmuseum reformieren, umbenennen, aufgeben, in Ruhe lassen, anzünden, anpreisen, weiterentwickeln, verhindern, verlebendigen, auflösen, vergessen, modernisieren oder ...?
14.20 Schlussdiskussion mit Kaffee 16 Schluss der Veranstaltung

Teilnahmegebühr (Joanneum): 140 Euro (Inklusivleistungen Vorträge, Seminarunterlagen, Kaffeepausen), 100 Euro für Studierende, Arbeitssuchende und MitarbeiterInnen von KooperationspartnerInnen


16. Februar 2009

Kuh-Handel. Malerei und Objekte über Tier und Mensch

Ausstellung von Theresa Beitl

Theresa Beitl ist die jüngste Tochter Richard Beitls - ihm ist derzeit im Heimatmuseum eine Ausstellung gewidmet - und lebt in Berlin. Unter dem Titel „Malerei und Objekte über Tier und Mensch“ beschäftigt sich Theresa Beitl hauptsächlich mit einem für das Montafon charakteristischen Tier, nämlich mit der Kuh. Bewusst oder unbewusst spannt sie einen Bogen, der jenem ihres Vaters nicht unähnlich ist – da ist auf der einen Seite die Künstlerin, die aus der Stadt kommt, und da ist auf der anderen Seite das Objekt ihrer Bilder, das typisch für das Land ist – der Spagat zwischen Alt und Neu, zwischen Heimisch und Fremd scheint sich auch hier aufzubauen.


Theresa Beitl hat, durchaus in familiärer Tradition, Literatur und Volkskunde studiert, das anschließende Studium der Malerei in Paris und Berlin hat sie zur professionellen Künstlerin werden lassen. Mitgliedschaften in Künstlervereinigungen, Stipendien und Preise zeigen, dass sich Theresa Beitl etabliert hat und die Montafoner Museen freuen sich, dass sich diesmal Theresa Beitl mit ihren „kuh-len“ Werken zwar nicht mehr in die Höhle der Kühe begibt, sich aber doch der zwischen Turbo- und Milka-Kuh breit gefächerten Kompetenz der ländlichen Bevölkerung stellt.


Montafoner Heimatmuseum Schruns, bis 18. April (Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag, jeweils 16-18 Uhr)

23. Januar 2009

Infoblatt Montafoner Museen

Der Obmann des Heimatschutzvereins Montafon berichtet im neuesten Infoblatt:


"Das Vereinsjahr 2009 hat begonnen und ich möchte Ihnen dazu die besten Wünsche vermitteln! 2008 stand neben dem Anspruch, die laufenden Projekte fortzusetzen, ganz im Zeichen der talweiten Ausdehnung der Aktivitäten. Der Verein bemühte sich 2008 um mehr Veranstaltungen außerhalb des Heimatmuseums, was sich auf die Besucherzahlen wie folgt niederschlug: Während das Montafoner Heimatmuseum diesmal etwa 10.200 Menschen besuchten (Vorjahr 12.000) konnten die Museen und der Verein insgesamt mehr als 18.000 Menschen erreichen (Vorjahr 17.500). Wie wichtig Veranstaltungen sind, zeigt der Umstand, dass mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher den Einladungen der rund 270 Veranstaltungen und Führungen folgten.


Im Mittelpunkt der Ausstellungstätigkeit stand das Thema „Grenzüberschreitungen“, das von Edith Hessenberger kuratiert und von einer umfangreichen Publikation begleitet wurde. Projekte zur Archäologie, Bergbaugeschichte, Via-Valtellina, Kulturlandschaft im Allgemeinen, Maisäßlandschaft im Besonderen, Montafonertracht, Archivierung (Fotos, ZeitzeugInnen, Kulturgüter), zu Themenwegen sowie zu weiteren Aspekten der Zeitgeschichte konnten teilweise sehr erfolgreich weiter geführt werden. Mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten für die Umsetzung des Programms, alle Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Projekte zusammengezählt waren etwa 130 Menschen für die Sache des Heimatschutzvereins Montafon und die Montafoner Museen im Einsatz! Ihnen allen gebührt ein großer Dank, so wie ich mich auch bei allen 750 Mitgliedern beziehungsweise jenem großen Teil, die ihren Mitgliedsbeitrag bezahlten, bedanken möchte.


2009 sollen die laufenden Projekte fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Montafoner Museen, die sich nicht nur auf den Standort Schruns, sondern auch auf die neue Außenstelle am Bartholomäberg sowie vor allem die Besetzung der für den Verein relevanten Themen im Tal konzentrieren wird. Die an fünf Orten zu sehende Ausstellung „Mensch & Berg. Die Geschichte einer leidenschaftlichen Beziehung“ wird ab Pfingsten nicht nur eines der zentralsten Themen im Leben der Montafonerinnen und Montafoner in den Mittelpunkt rücken, sondern die Ausstellungen wollen auch die Zusammenarbeit in der Region im Sinne des künftigen musealen Konzepts fördern.


Für kritische Anregungen und Ergänzungen sind wir dankbar und freuen uns schon jetzt auf die nächste Begegnung mit Ihnen in einem der Montafoner Museen oder bei einer Veranstaltung außerhalb der Museen.


Andreas Rudigier"


19. Januar 2009

Richard Beitl (1900-1982)

Donnerstag, 29. Jänner 2009,
19.15 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns

Richard Beitl (1900-1982). Dichtung – Wissenschaft – Wirken für die Heimat (Ausstellungseröffnung)

Dem Volkskundeprofessor, Schriftsteller und langjährigen Schrunser Kulturreferenten Richard Beitl (1900-1982) wird die Winterausstellung im Montafoner Heimatmuseum in Schruns gewidmet. Der aus Schruns stammende Beitl war als Dozent für Volkskunde in Berlin tätig und verfasste auch heute noch gültige Publikationen. In der Nachkriegszeit setzte er sich als Schrunser Kulturreferent für den Bau der Hochjochbahn und gegen die Ableitung der Litz ins Klostertal ein und spielte eine entscheidende Rolle in der Auseinandersetzung um die Schreibweise „Montavon“. Hohe Bekanntheit erlangte er als Schriftsteller von Romanen („Angelika“, „Johringla“).

Zur Eröffnung sprechen Dr. Paul Rachbauer und Prof. Klaus Beitl.


Im März erscheint zu Richard Beitl ein Band der Montafoner Schriftenreihe, zu dem international renommierte Autorinnen und Autoren beitragen und das breite Schaffen Beitls anschaulich darlegen werden. Vorträge und Lesungen ergänzen ebenfalls im März und April das Rahmenprogramm zur Ausstellung, die bis 18. April zu sehen ist.

November 1918 in Vorarlberg

Dienstag, 27. Jänner 2009,

19.15 Uhr Schruns, Montafoner Heimatmuseum

November 1918 in Vorarlberg. Untergang und Neubeginn
(Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Wanner)

Am 3. November erklärte sich Vorarlberg zum selbstständigen Staat mit einer republikanischen Verfassung, eigener Währung, einem Volksheer und einer Grenze am Arlberg. Wohin jedoch die Zukunft führen würde, wusste man nicht. Der allgemeine Trend hieß zur Schweiz! Der Referent schildert erstmals umfassend die turbulenten Monate November-Dezember 1918: die Politik, Vorarlbergs Auslandsbeziehungen, die Rollen der katholischen Kirche und der Parteien, das Leben und Leiden der sozialen Klassen und Gruppen, den starken Antisemitismus und die tristen wirtschaftlichen Verhältnisse. Es herrschte Hungersnot, die "Spanische Grippe" forderte Hunderte von Menschenleben, die einst blühende Textilindustrie lag am Boden, Tausende enttäuschter und geschundener Kriegsheimkehrer waren arbeitslos. Frauen und Kinder waren unglaublichen Belastungen ausgesetzt.


26. Dezember 2008

Erdverkabelung

Die Umfrage zur Erdverkabelung der Stromleitungen durch das Montafon auf diesem Blog ist erwartungsgemäß eindeutig ausgefallen: Von den 36 abgegebenen Stimmen votierten 30 für die Verlegung der Kabel unter die Erde, während sich nur 6 für die Beibehaltung der Freileitungen aussprachen.
Ein klares Meinungsbild, das auch im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen zur Zukunft des Tourismus im Montafon berücksichtigt werden sollte.
Weitere detaillierte Informationen zur Erdverkabelung finden sich auf der Website der Bürgerinitiative Pro Nofatnom.

6. Dezember 2008

Frau im Bergbau

Harter Kampf um die Kohle
Frau im Bergbau: Arbeit knöcheltief im Schlamm.

Am heutigen Barbara-Tag wird die Ausstellung über Frauen im Bergbau eröffnet.
In Vorarlberg hat sich bislang noch kein Forscherteam dem Thema gewidmet, fest steht jedoch, dass in der Hochblüte des Silber-, Kupfer und Erzabbaus im Montafon, also zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert, auch viele Frauen unter Tag beschäftigt waren.
Billige Arbeitskräfte
Das erklärt sich auch daraus, dass die Arbeit bzw. der Broterwerb über die Jahrhunderte eine Familienangelegenheit war. Neben den Frauen, die, so die Leiterin des Hittisauer Frauenmuseums Elisabeth Stöckler, entgegen anderer Vorstellung damals ganz selbstverständlich berufstätig waren, wurden somit allerdings auch Kinder eingesetzt. Das war nicht immer im Berg, aber überall dort, wo ihre Arbeitskraft - ohne oder bei geringerem Lohn - gebraucht wurde, schufteten sie mit.
Frühe Proteste
Dokumentiert wird dies etwa auf alten Stichen oder in Dokumenten. So beschwerten sich Mitte des 16. Jahrhundert im bekannten Tiroler Bergbauort Schwaz etwa Knappen über ihre zahlreichen weiblichen Arbeitskollegen, die ihnen den Verdienst streitig machten. "Der Berg ist Mannes-, nicht Weiberarbeit", heißt es da.
Im 20. Jahrhundert war man längst anderer Meinung. Und deshalb widmet sich das Frauenmuseum Hittisau ab heute (dem Tag der Bergbau-Schutzpatronin Barbara) dem Thema und eröffnet die Ausstellung "Von Kohle gezeichnet".
Starke Begegnungen
Gezeigt werden dabei in erster Linie Fotodokumente von Dariusz Kantor. Es sind beeindruckende Bildgeschichten, die er erzählt. Unterwegs war er vor allem in Oberschlesien bzw. im heutigen Polen. Bei aller Ästhetik bringen diese Bilder die Härte der Arbeit zum Ausdruck. Eine starke Begegnung. In Hittisau setzt man sich zudem in Vorträgen mit dem Thema auseinander. Für Vorarlberg bleibt, diesen Aspekt des Bergbaus im Montafon näher zu beleuchten.
Die Ausstellung wird im Frauenmuseum in Hittisau, heute, 4. Dezember, 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis 28. Februar zu besichtigen, Freitag und Samstag, 15 bis 17 Uhr, Sonntag, 14 bis 17 Uhr und nach tel. Vereinbarung: +43/5513/6209-50.
(VN, 4.12.2008)

21. November 2008

Bilanzpräsentation der Geschichtswerkstatt Silbertal

Freitag, 28. November, 20 Uhr
Silbertal, Vereinshaus

An diesem Abend entwirft die Geschichtswerkstatt Silbertal ein rückblickendes Selbstbild. Wesentliche Ergebnisse der Arbeit werden vorgestellt, aber auch die Arbeitsweise und das Selbstverständnis dieser Gruppe sind Thema des Abends. Nicht zuletzt widmet sich die Veranstaltung der Frage, was regionalhistorische Basisprojekte wie dieses leisten können. Immerhin darf die Silbertaler Geschichtswerkstatt für sich in Anspruch nehmen, ein singuläres und exemplarisches Beispiel dörflicher Erinnerungsarbeit zu sein. Großen Anteil daran haben der Heimatschutzverein und die Museen Montafon.

Seit Juli 2007 arbeitet die Geschichtswerkstatt Silbertal an einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Mittlerweile hat sich diese Initiative zu einem überregional beachteten und geschätzten Modell lebendiger Erinnerungskultur entwickelt.
Der Bilanzabend bietet nun Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse und eine rückblickende Gesamteinschätzung dieses Projektmodells kennen zu lernen.

Programm:
• Geleitworte Landesrat Mag. Siegi Stemer
• Präsentation der Publikation „Von Silbertal nach Sobibor. Über Josef Vallaster und den Nationalsozialismus im Montafon“ von Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber, Vorarlberger Landesarchiv.
• Einblick in die Aktivitäten der vergangenen eineinhalb Jahre mittels einer Filmdokumentation des ORF-Journalisten Markus Barnay.
• Bilanz und persönliche Erfahrungen einzelner Mitglieder der Geschichtswerkstatt Silbertal, mit kulturellen Zukunftsaspekten.
• Vorstellung eines Grundkonzeptes für die Neugestaltung eines öffentlichen Erinnerns an Krieg und
Nationalsozialismus in Silbertal.
• Würdigung von Silbertaler Jugendlichen für ihre Projektinitiative zum Thema „Zivilcourage.“

Moderation Jutta Berger, Journalistin (Der Standard)

19. November 2008

Die Montafonerin

Freitag, 21. November 2008,
19.30 Uhr Schruns,
Montafoner Heimatmuseum

Die Montafonerin.
Auf den Spuren weiblicher Lebenswirklichkeit vom 16. bis zum 21. Jahrhundert
(Buchpräsentation mit Mag. Christina Arnold)


Was kann der moderne Mensch von den Frauen und ihrer Geschichte in der kleinen geographischen Region des Montafons lernen? Diese Frage werden die Leserinnen und Leser individuell für sich beantworten, wenn sie sich von der Kraft, Leistung und Ausstrahlung der Montafonerinnen berühren lassen. Das Buch basiert auf historischen Quellen und zeichnet ein buntes Bild von Tradition, Brauchtum, sprachlichen Besonderheiten und gelebten Werten. Es öffnet die Augen für das Leben – das Leben der Frauen, wie sie es unter den zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten meistern und aktiv gestalten. Wenn heute postuliert wird, „Die Zukunft ist weiblich“, dann hat das zutiefst mit Lebens- und Überlebensstrategien zu tun, die Frauen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Die Montafonerinnen geben dafür ein anschauliches Beispiel.


Zum Buch sprechen die Autorin Mag. Christina Arnold (sie ist geborene Schrunserin und lebt heute in Birgitz bei Innsbruck) sowie Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber (Mitherausgeber des 4. Bandes der Montafoner Geschichte)


1. November 2008

Grenzüberschreitungen. Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen

Vernissage der Ausstellung im Heimatmuseum Prättigau Grüsch:
Freitag, 14. November 2008, 19.00 Uhr

Das Phänomen Grenze, seine Entstehung und Wirkung auf Menschen sowie die Grenze als
Schauplatz schicksalhafter Ereignisse stehen im Mittelpunkt der GRENZÜBERSCHREITUNGEN:
Das 20. Jahrhundert brachte rasante Veränderungen und Entwicklungen mit sich, die in
der Betrachtung von Grenzen besonders deutlich werden. Kernpunkte sind die Auseinandersetzungen
mit der Grenze aus historischer Perspektive, aber auch aus der Perspektive
der Menschen zu beiden Seiten, wie zum Beispiel aus derjenigen von landwirtschaftlichen
Hilfskräften, Schmugglern, Zöllnern, Schleppern oder Flüchtlingen.



Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag und Sonntag, 14.00 bis 17.00 Uhr.
Führungen und Sonderöffnungen jeweils auf Anfrage.
Weihnachten geschlossen.
Finissage: 28. Juni 2009

Kulturhaus Rosengarten, Hauptstrasse 17, Postfach 123, 7214 Grüsch
Tel. 081 325 16 82, Fax 081 325 35 91
info@kulturhaus-rosengarten.ch, www.kulturhaus-rosengarten.ch

19. Oktober 2008

Grenzgeschichte. Historisches zur Grenze im Montafon

Vortrag von Michael Kasper am Donnerstag 23.10.2008 um 19:30 Uhr in der Wintersportausstellung im alten Gemeindeamt Tschagguns


Historische Aspekte der Grenze; ihre Entwicklung, Veränderung und vor allem ihre Bedeutung für die Bevölkerung stehen im Mittelpunkt dieses Vortrages. In einem thematischen Längsschnitt werden die unterschiedliche Wahrnehmung von Grenzen im Laufe der Geschichte, die verbindenden und trennenden Aspekte, welche die Lebensräume im Umfeld der Grenze prägten sowie die mit dem Phänomen Grenze zusammenhängenden sozioökonomischen Auswirkungen beleuchtet.

Das Böse im Menschen

8. Oktober 2008

Erdverkabelung

Die Verlegung der Hochspannungsleitungen unter die Erde scheint im Montafon also wirklich ein ernsthaftes Thema zu werden. Dass die VIW sich das gerne sparen würden, ist wohl keine große Überraschung - der Firma bringt das unmittelbar in erster Linie Kosten. Fakt ist aber auch, dass die Tourismusregion Montafon durch diesen unübersehbaren Teil der "Kulturlandschaft" massiv beeinträchtigt wird. Man denke etwa nur an die Autobahnabfahrt Montafon, wo man sich in einem Hochspannungsmasten-Wald bewegt, im Hintergrund das idyllische Zementwerk. Als Urlauber/in, der/die die Berge und die Natur sucht, würde ich da nur ungern in Richtung Montafon abfahren...
Ähnliches gilt dann für das Tal selbst. Auf den Spazier- und Radwegen entlang der Ill summen nicht die Bienen, sondern surren die Hochspannungs-Leitungen... Dazu kommt dann noch der Umstand, dass die höchsten menschlichen Bauten nicht die Kirchtürme, sondern die Strommasten sind (ausser vielleicht in Gargellen, aber das ist ein anderes Thema...). Engagement und Initiative sollte man nun nicht nur von Bürgerbewegungen und direkt betroffenen Bürgermeistern erwarten, sondern vor allem vom Stand Montafon, der ja in letzter Zeit nicht unumstritten war und gerade in diesem Bereich zeigen könnnte, dass er auch Probleme lösen und die Entwicklung im Montafon positiv weiterbringen kann...


Beitrag vom 8.10.08 auf vorarlberg.orf.at.

6. Oktober 2008

Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 19.30 Uhr in St. Gallenkirch, Hotel Vermala

Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern.
Eine Annäherung an das Geschäft mit der Grenze am Beispiel der Biographie Meinrad Juens

(Vortrag von MMag.a Edith Hessenberger)


Das sagenumwobene Schmugglerwesen wird heute stark romantisiert. Edith Hessenberger (Ethnologin und Kuratorin der Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum) lädt zu einem Blick hinter die Kulissen ein: Wer waren Schmuggler? Wie sah ihr Alltag aus? Und welchen Stellenwert hatte das Schmuggeln wirklich für die Montafoner? Mit der Biographie Meinrad Juens, der in der NS-Zeit auch zahlreiche Flüchtlinge in die Schweiz geleitet hat, wird nicht nur ein interessanter Aspekt, sondern eine besonders beeindruckende Persönlichkeit der Montafoner Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts beleuchtet.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung "Grenzüberschreitungen" im Montafoner Heimatmuseum Schruns (die noch bis zum 26. Oktober geöffnet ist und ab 14. November im Museum Rosengarten in Grüsch zu sehen ist).


Zwangsarbeit in Vorarlberg am Beispiel der Illwerke

Diesen Freitag wird die 2005 abgeschlossene und bisher nicht veröffentlichte Dissertation zum Thema "Zwangsarbeit in Vorarlberg am Beispiel der Illwerke" im Rahmen der Ausstellung "Grenzüberschreitungen - Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen" erstmals in Vorarlberg der Öffentlichkeit präsentiert. Nach den teilweise hitzig geführten Diskussionen um die Zugänglichkeit der Arbeit (die erst im Frühjahr 2008 im Vorarlberger Landesarchiv zur Einsichtnahme hinterlegt wurde und bis dahin gesperrt war) sowie deren Qualität (die von Historikern der Malingesellschaft in Frage gestellt wurde) kann mit Spannung die Präsentation mit anschließender Diskussion in Gaschurn erwartet werden. Es ist zu hoffen, dass sich auch die Kritiker ins innere Montafon begeben und dort mit dem Autor einen fachlichen Disput führen werden...

Ausschreibungstext zum Vortrag von Dr. Jens Gassmann am 10.10.08 um 19:30 im Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn:

"Die Geschichte der montanen Baustellen der Vorarlberger Illwerke während der Zeit des Nationalsozialismus sorgten in den vergangenen Jahren häufig für wissenschaftliche aber auch emotionale Dispute. Ihrer Verpflichtung zur Aufklärung nachkommend, haben die Vorarlberger Illwerke AG im Rahmen einer Dissertation die Aufarbeitung dieses Kapitels der Firmengeschichte in Auftrag gegeben. Herausgekommen ist eine nicht alltägliche Dissertation, welche beides, Mikrokosmos wie Makrokosmos dieser Zeit, in einem synchronen wie diachronen Schnitt beleuchtet. Nicht nur die Politik der Elektrizitätswirtschaft auf Reichsebene, sondern auch die ganz alltägliche Geschichte des Fremdarbeiters auf der Baustelle, seine Lebensumstände, Versorgungssituation werden beleuchtet und vorgestellt.

Schwerpunkt dieses ersten, für die breite Öffentlichkeit zugänglichen, Vortrages bildet die soziale Situation unter der Fokussierung Fremd sein, an der Grenze leben und davon nichts wissen!?"


15. September 2008

Bronzezeit zum Anfassen

In Tirol und den angrenzenden Gebieten spielte der Bergbau bereits in prähistorischen Zeiten eine bedeutende Rolle. Erze und entsprechende Erzeugnisse aus der Region wurden über weite Strecken gehandelt, und die Erzlagerstätten waren ein wichtiger Faktor für die Besiedlung des Alpenraums. Die Bergbauaktivitäten und die damit zusammenhängende Besiedlung hatten weitreichende Einflüsse. So lassen sich heute noch der früheste Anbau von Getreidepflanzen und die Abholzung von Wäldern zur Deckung des Holzbedarfs für den Bergbau anhand von Pollenprofilen nachweisen. Viele Flurnamen gehen auf bergbauliche Aktivitäten zurück. Die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen dem Bergbau und Kultur, Wirtschaft und Umwelt ist das Ziel des Spezialforschungsbereichs HiMAT, in dem Archäologen, Historiker, Sprachwissenschaftler, Ethnologen, Mineralogen, Biologen, Geographen und Ingenieurwissenschaftler zusammenarbeiten. Neben der Universität Innsbruck sind die Universitäten Basel, Frankfurt und Tübingen beteiligt sowie das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum und das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie Mannheim.


Ein Projekt im Rahmen des Spezialforschungsbereich HiMAT untersucht die bronzezeitliche Besiedlung und den Bergbau im Montafon. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr finden deshalb dort Grabungen statt. Die Wissenschaftler nahmen dies zum Anlass gemeinsam mit Montafon-Tourismus und dem Stand Montafon die Bevölkerung und die Gäste in Bartholomäberg zu einem „Tag der offenen Grabung“ einzuladen. Die Besucher konnten dabei die Ausgrabungen der Archäologen beobachten und die in der Bronzezeit übliche Technik des Kupfergießens kennenlernen. Die ganz kleinen Gäste durften gar selbst zu den Werkzeugen greifen und sich als Archäologen versuchen. Projektleiter Prof. Rüdiger Krause aus Frankfurt führte die Besucher zur bronzezeitlichen Siedlung am Friaga Wald. SFB-Sprecher Prof. Klaus Oeggl vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck kredenzte bronzezeitliche Küche, wobei das Menu aus Gersten-Linseneintopf mit Speck, Süßer Hirse, Linsen in Bier und Wildschweinbraten bestand. Das Duo Jabadao sorgte mit keltisch-irischen Klängen für die passende musikalische Umrahmung. „Der Publikumsandrang war sehr groß“, berichtet Dr. Mario Prast vom Koordinationsbüro von HiMAT. „Für die beteiligten Wissenschaftler war es eine gute Gelegenheit, die Kontakte mit der lokalen Bevölkerung sowie Wirtschaft und Politik zu pflegen.“ Der Spezialforschungsbereich wird von den Gemeinden Bartholomäberg und Silbertal sowie vom Stand Montafon finanziell gefördert.

Links:

12. September 2008

Vortrag "Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800"

Zur laufenden Ausstellung "Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800" steht jetzt der Eröffnungsvortrag von Michael Kasper als Online-Beitrag in der Reihe "Verba volant - Onlinebeiträge des Vorarlberger Landesarchivs" zur Verfügung.

Zum Inhalt:
Neben einem Überblick zur Geschichte des Montafons zwischen 1780 und 1820 stehen die lokalen Führungsschichten zur Zeit der Einführung der bayerischen Gemeindeverfassung im Mittelpunkt dieses Vortrags. Wie sah damals die soziale Schichtung aus und wer waren die politischen und wirtschaftlichen Eliten im Montafon? Zwei recht bekannte Vertreter der Oberschicht stellen Johann Joseph Batlogg und Ignaz Vonier dar. Ihre Strategien zur Sicherung und zum Ausbau ihrer sozialen Stellung im Tal werden ebenso beleuchtet wie das Kreditvergabesystem in der ländlichen Gesellschaft, die Karrieren und Ämterlaufbahnen der Dorfhonoratioren sowie die Übernahme bürgerlicher Ideale und Lebensstile durch die bäuerlich geprägte Oberschicht.

Zum Nachlesen:
Michael Kasper: Die Herren im Tal - Montafoner Eliten um 1800

7. September 2008

"Hannibal Brooks"

Vor 40 Jahren wurde Hannibal Brooks u.a. in St. Anton im Montafon gedreht:
Die Anfangsszene (im Trailer ab Sek. 23) mit dem entgleisenden Zug wurde mit der Montafonerbahn gedreht...

Filminhalt:
"During World War II, Brooks, a peace-loving British soldier, is captured by the Germans in Italy and placed on a prison train to Germany. On board, he meets Packy, an American prisoner of war who engineers an escape for them against Brooks's will. They are captured and taken to a prison camp outside Munich. Brooks is assigned to work at the local zoo, where he becomes attached to Lucy, a 15-year-old elephant. The elephant keeper is killed during an air raid; and Brooks is detailed to take Lucy by train to a zoo in Innsbruck, Austria. Their railroad car is commandeered by SS Col. von Haller, however, thus forcing Brooks and Lucy to make the journey by foot. Accompanying them are Willi, a friendly Austrian guard; Vronia, a Polish prisoner who is their cook; and Kurt, a disagreeable German guard who frequently gets drunk and insults both Vronia and the elephant. Brooks accidentally kills Kurt when the latter threatens to shoot Lucy; and Willi suggests they cross the Alps to the Swiss border, 60 miles away. Brooks agrees, but insists upon taking along Lucy. Brooks sets out with Lucy on the long trek across the Alps after Vronia and Willi have gone on ahead. En route, he repeatedly crosses paths with his pursuers, led by von Haller, as well as with Packy, who now leads a guerrilla band of escaped prisoners. Finally, Brooks, Packy, Vronia, and Willi all reach the border, whereupon von Haller, who is deserting as the war nears its end, tries to doublecross them to make good his own escape. During the fighting that breaks out, Vronia and Willi, who have betrayed their loyalties, are killed, but Lucy knocks down a border post and leads Brooks, Packy, and the remnants of his small army, to safety in Switzerland." (Quelle: http://www.tcm.com/tcmdb/title.jsp?stid=77303)

HiMAT-Publikation in Antiquity

Eine Vorstellung des SFB HiMAT wurde nun in Antiquity (Vol 82, Issue 317, September 2008) publiziert und ist auch online unter http://antiquity.ac.uk/ProjGall/oeggl/index.html zu sehen.

1. September 2008

Ein Montafoner Steuerbuch aus dem Jahr 1645

Neuerscheinung:

Ein Montafoner Steuerbuch aus dem Jahr 1645. Bemerkungen zur regionalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der frühen Neuzeit - Edition und sozialstatistische Auswertung


Serielle quantitative Quellen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des ländlichen Raumes in der frühen Neuzeit sind in peripheren alpinen Regionen wie etwa Vorarlberg verhältnismäßig selten. Eine Ausnahme bilden jedoch die, zum Großteil im Vorarlberger Landesarchiv in Bregenz überlieferten, Steuerbücher aus dem Montafon, die vom 17. bis ins 19. Jahrhundert reichen und von der regional- und lokalhistorischen Forschung bislang weitgehend unbearbeitet geblieben sind. Anhand dieser relativ dicht überlieferten Verzeichnisse aus den einzelnen Kirchspielen des Montafons ist es möglich, die demographische Entwicklung und die sozialen Strukturen sowohl der einzelnen Dörfer als auch der gesamten Talschaft zu rekonstruieren, sowie deren Veränderungen zu analysieren. Mit dieser Arbeit wird anhand des ältesten Montafoner Steuerbuches aus dem Jahr 1645 das für zahlreiche weitere wirtschafts- und sozialhistorische Untersuchungen grundlegende quantitative Quellenmaterial erstmals editorisch und sozialstatistisch erschlossen. (Klappentext)

26. August 2008

Ein kleiner Führer durch das Montafoner Heimatmuseum Schruns

Kürzlich erschien die Broschüre zum Montafoner Heimatmuseum und bereichert das belebte Museum - demnächst wird es auch eine englische Fassung der Publikation geben.

Viele Besucherinnen und Besucher des Montafoner Heimatmuseums sind überrascht, dass sich hinter der zwar stattlichen aber nicht übermäßig groß wirkenden Fassade am Schrunser Kirchplatz eine reichhaltige Sammlung verbirgt, die sich auf 19 Räume – über vier Stockwerke erstreckend – verteilt. Zählt man noch die nicht – beziehungsweise halböffentlichen Räume wie das Depot und das Archiv dazu, dann führt der Weg durch das Haus über sechs Stockwerke! Der vorliegende Museumsführer spiegelt das Erscheinungsbild des Museums im Sommer 2008 wider. Dieser Hinweis ist vor allem deshalb wichtig, weil die Entwicklung des Hauses als dynamisch zu bezeichnen ist und Änderungen in vielen Bereichen – auch die Schausammlung im Dauerausstellungsbereich betreffend – vorgenommen werden. Auch aus diesem Grund haben wir die Variante eines Museumsführers gewählt, die nicht streng wissenschaftlichen Kriterien unterliegt. Unser Ziel ist es vielmehr, den Gang durch das Museum in etwa so festzuhalten, wie Sie ihn auch im Rahmen von Führungen erfahren dürfen, das heißt, die Texte zu den einzelnen Räumen basieren großteils auf Erzählungen von unseren Museumsführerinnen und Museumsführern. In diesem Sinne ist auch der gewählte sprachliche Stil des vorliegenden Museumsführers zu sehen.

(Vorwort Andreas Rudigier, Peter Strasser im Juni 2008)


Der Museumsführer kann in allen Montafoner Museen zum Preis von € 5 erworben werden, Onlinebestellungen über Bestellformular oder Email - museum.schruns@montafon.at

9. August 2008

Grenzüberschreitungen (Exkursion mit Erzählabend und Übernachtung)

Die zweitägige Exkursion am 21./22. August 2008 über die Schweizer Grenze ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Grenze. Experten begleiten die Exkursion, berichten von eigenen Erfahrungen oder erzählen Geschichten zur Grenze an den Originalschauplätzen. Die Route führt von Gargellen auf den Spuren von Schleppern und Flüchtlingen über den Sarotlapass nach St. Antönien, wo abends ein tolles Prättigauer Menü und ein grenzüberschreitender Austausch mit Schweizer Zeitzeugen am Programm steht. Tags darauf geht es über den Plasseggenpass entlang von Schmugglerpfaden und vorbei am „Kaffeeloch“ zurück nach Tschagguns.

Zöllner und Schmuggler unter sich

Erzählabend am Mi, 20. August 2008 um 20:00 Uhr im Restaurant Muntanella-Stöbli in St. Gallenkirch

Das Montafoner Heimatmuseum lädt zu einem Erzählabend der anderen Art: Erstmals werden ein Zöllner (Helmut Dobler) und ein Schmuggler (Jakob Netzer) gemeinsam im Rahmen eines Zeitzeugengespräches über ihren Beruf und ihre Erfahrungen an der Grenze im Gebirge berichten. Das Aufeinandertreffen zweier in Schmugglergeschichten oft als Gegner dargestellter Personengruppen garantiert einen spannenden und unterhaltsamen Abend, an dem ausreichend Platz für abenteuerliche Geschichten, Erinnerungen, aber auch für Publikumsfragen sein wird. Moderiert wird die Veranstaltung von Edith Hessenberger (Kuratorin der Ausstellung "Grenzüberschreitungen" im Montafoner Heimatmuseum Schruns).

7. Juli 2008

Archäologie in der Silvretta

Partenen (Bielerhöhe), am Freitag, 25. Juli 2008, 10-16 Uhr

Seit 2007 untersucht ein neues archäologisches Projekt „Rückwege“ der Universität Zürich (Leitung Dr. Thomas Reitmaier) gemeinsam mit Partnern aus der Schweiz und Österreich die bislang weitgehend unerforschte Silvrettagruppe zwischen dem Paznaun, dem Unterengadin und dem Montafon. Im Vordergrund der stark interdisziplinär und diachron ausgerichteten Arbeiten steht dabei die Beziehung Mensch – Umwelt im Hochgebirge, das heißt, die Suche nach frühen menschlichen Begehungs- und Besiedlungsspuren von ersten nacheiszeitlichen Jagdgruppen über prähistorische Hirten bis hin zu transalpinen Verbindungen über die Passgebiete.

Auch im diesjährigen Sommer sind die Forscherinnen und Forscher der Universitäten Zürich und Innsbruck wieder für vier Wochen im Hochgebirge unterwegs. Knapp vor Ende der heurigen Untersuchungen laden wir Sie ein, den Archäologen bei der Arbeit zuzusehen und in längst vergangene Zeiten einzutauchen. Besichtigungsmöglichkeiten bestehen im Ochsental beziehungsweise auf der Bielerhöhe. Genaue Angaben über den Standort erhalten Sie am 25. Juli ab 10 Uhr beim Infopoint auf der Bielerhöhe (Montafon Tourismus, Nähe Kiosk Restaurant Silvrettasee) beziehungsweise an jenem Tag unter den Telefonnummern 0676-5481071 (Thomas Reitmaier) oder 0664/1104992 (Andreas Rudigier).

Die Veranstaltung findet außer bei Schneefall bei jeder Witterung statt. Eine den hochalpinen Umständen entsprechende Kleidung und entsprechendes Schuhwerk wird vorausgesetzt.