5. Mai 2009

Dialektverfall oder Mundartrenaissance

Mittwoch, 13. Mai 2009,
19.15 Uhr Schruns,
Montafoner Heimatmuseum

Dialektverfall oder Mundartrenaissance.
Versuch einer Bestandsaufnahme: Das Vorarlberger Mundartwörterbuch
(Buchpräsentation und Vortrag von Prof. Hubert Allgäuer)

In zwölfjähriger Sammlertätigkeit hat der Verfasser für das Mundartlexikon all das zusammengetragen und aufgearbeitet, was 427 Gewährsleute aus allen Regionen Vorarlbergs als „bekannt“ eingestuft haben. Der gesamte Fragenkatalog (aufgeteilt auf 14 Regionen) hatte einen Umfang von 1.091 Seiten (32 Stichwörter pro Seite).
Die Summe aller Rückantworten der Gewährsleute belief sich auf über 35.000 Seiten. Außerdem wurden 44 unveröffentlichte private Mundart-Sammlungen mit einem Gesamtumfang von 1.054 Seiten einbezogen.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Hubert Allgäuer geläufigen Redewendungen und sprichwörtlichen Redensarten, aber auch auf Erklärungen auf Etymologie und den sprach- und kulturgeschichtlichen Hintergründen legte er großen Wert. Mehr als 16.500 Fußnoten mögen dieses Anliegen verdeutlichen. Am Ende entstand ein umfassendes, zweibändiges Nachschlagewerk mit 1.820 Seiten.

Terra Grischuna 2/2009

Terra Grischuna 2/2009: Rund um den Rätikon


Grenze und Grenzgänger im Rätikon
Text: Edith Hessenberger

Schroff ragt der Rätikon östlich des Rheintals auf und verstärkt den Eindruck einer natürlichen Grenze, die das Prättigau und das Montafon – und damit die Schweiz und Österreich – voneinander trennt. Über die Jahrhunderte hinweg halndete es sich bei den steil aufragenden Gipfeln allerdings nur um eine scheinbare Grenze, denn die Pässe und Joche zwischen den Gipfeln waren sehr frequentiert.

Ein Blick auf den verbindenden Grenzberg
Text und Fotos: Paul Meinherz

Naafkopf – Scheetälispitz – Dreiländerspitz. Gemeint ist derselbe Berg, Namen geben die, die zu den Bergen aufschauen. Den Hirten war er der Felskopf über ihrer Alp im Naaftal, Bergsteiger nannten ihn nach dem Täli unter dem Gipfel, in dem der Schnee der heissesten Sommersonne trotzt, ein Intelektueller fand: Auf dem Spitz berühren einander Liechtenstein, Österreich und die Schweiz.

Über das Joch und durch die Berge
Text: Peter Strasser und Andreas Rudigier

Der Gang über die Joche ist uns im Rätikon stets präsent – die Idee, die Landesgrenzen via Tunnel durch den Berg zu überschreiten, würde uns nicht im Traum einfallen. Unsere Vorfahren hatten derartige Träume und Ideen: Eingedenk der jahrhundertealten Beziehungen sollte ein Tunnel die Distanz zwischen den Tälern drastisch verkürzen. Die Route durch den Berg blieb aber, wie manch andere hochtrabende Pläne, Utopie.

Die Wiederentdeckung einer Nachbarschaft
Text und Fotos: Bernhard Maier

Die Montafoner heissten die Prättigauer im Rahmen des Erfahrungsaustausches zur Vermarktung von regionalen Produkten willkommen.

Der Höhlenbär im tropischen Meer
Text: Georg Friebe

Ob auch eine Insel vorhanden war? Wir wissen es nicht, denn in den Gesteinen der Sulzfluh ist diese Information nicht gespeichert. Doch ihr unmittelbarer Ablagerungsraum lässt sich rekonstruieren. Und der passt überhaupt nicht zu den schroffen Gipfeln im heutigen Rätikon und deren eiszeitlichen Bewohnern.

Das «Ländle»: Arbeitsplatz und Kulturerlebnis auch für Bündner
Text: Bartholomé Hunger Fotos: Yannick Andrea

Das Fürstentum Liechtenstein entwickelte sich seit Anfang der 50er-Jahre zu einem der attraktivsten und erfolgreichsten Wirtschafts- und Kulturstandorte Europas. Als moderner Wirtschaftsplatz steht Liechtenstein für Innovation, Entwicklung und Stabilität. Davon haben auch zahlreiche Bünderinnen und Bündner profitiert.

Während Jahrhunderten das nördliche Grenztor zu Rätien
Text: Fritz Meisser Fotos: Hans Stäbler

Die Luzisteig hat eine bedeutende und spannende Geschichte, die geprägt ist von der Lage als Sperrstellung in der Nähe der Landesgrenze. Dieser Übergang (713 m ü.M.) war seit der Zeit der alten Römer der Schlüssel zu den Bündner Pässen und somit über Jahrhunderte das eigentliche Nordtor zu Rätien.

Die Letzten wohnten ganz hinten
Text: Maya Höneisen

Die Walser spielten im Rätikon eine nicht unbedeutende Rolle. Die Einwanderer aus dem Wallis besiedelten im späten Mittelalter die kargen Täler in der Region um Sulz- und Drusenfluh.

Seewis: ein Sonderfall
Text: Edy Walser

Die Gemeinde Seewis im Prättigau – zusammen mit den Fraktionen Pardisla und Schmitten zählt sie heute rund 1400 Einwohnter – hat unter den Prättigauer Gemeinden seit jeher eine Sonderstellung eingenommen. Sprachlich und auf konfessionell. Böse Zungen behaupten, „d Seewiser chönt nit tue wie anderi.“.

Mitteilungen Pro Rätia:

Strom aus Graubünden – Markt oder Politik?
Die Pro-Raetia-Jubiläumsreise
60 Jahre Pro Raetia
Graubünden 1949 – ein Sonderfall?

MAGAZIN

Ruhe, Fresken und eine wunderschöne Aussicht
Text. Jakob Lieberherr Fotos: Yannick Andrea

Winterwanderung: Bergün – Latsch – Stuls – Bergün
Wenn Spukgeister über die Landesgrenzen schweben
Text und Fotos: Hans Domenig

Kultur – Viele Sagengestalten sind rund um den Rätikon bekannt

Der Dichter als General
Text: Johann Ulrich Schlegel

Geschichte – die Lebensumstände von Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Mit einer Prise Leichtigkeit
Text: Maya Höneisen Fotos: Andrea Yannick

Begegnung – mit Kararina Schwitter-Fedier, Musik-Clownin, Tschappina

Nahrung aus dem Kreislauf der Natur
Text: Elisabeth Bardill

Landwirtschaft – die Produzentengenossenschaft Prättigau

Wenn der Gletscher seine Tore öffnet
Text und Fotos: Christoph Benz

Natur – Begehbare Gletschergrotten im Morteratschgletscher

15. April 2009

Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Region Bludenz

Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Region Bludenz mit anschließender Buchpräsentation und Vortrag von Mag. Christoph Walser zur archäologischen Untersuchung im Kloster St. Peter

Mittwoch, 15. April 2009, 19 Uhr
Bludenz, Kloster St. Peter (Dominikussaal)

Tagesordnung

* Begrüßung
* Verlesung und Genehmigung des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung vom 13. April 2008
* Bericht des Obmanns
* Entgegennahme und Genehmigung des Rechenschaftsberichts und des Rechnungsabschlusses
* Entlastung des Vorstandes
* Beschlussfassung über den Voranschlag 2009
* Festsetzung des Mitgliedsbeitrages für 2010
* Allfälliges

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung laden wir alle Interessierten zur öffentlichen Präsentation des Heftes Nr. 92 der Bludenzer Geschichtsblätter ein, das dem Thema "Neue archäologische und kunsthistorische Forschungen zum Kloster St. Peter" gewidmet ist.

Den Fachvortrag hält der Archäologe und Mitautor Mag. Christoph Walser zum Thema "Unter Dielen verborgen … Archäologische Untersuchungen im Refektorium des Dominikanerinnenklosters St. Peter". Der Referent beleuchtet die im Jahr 2006 durchgeführten archäologischen Untersuchungen, die eine Vielzahl an Funden und Befunde ans Tageslicht beförderten, welche wichtige Rückschlüsse auf die historische Entwicklung des Klosters zulassen. Von besonderer Bedeutung sind vor allem die Forschungen im Bereich des Refektoriums, wo auch die umfangreichsten archäologischen Grabungen durchgeführt werden konnten. Die dabei zu Tage getretene Fehlboden- beziehungsweise Gewölbezwickelverfüllung mit den darin enthaltenen Fundobjekten ermöglicht einen tiefen Einblick in die spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Sachkultur des Konvents. Darüber hinaus konnten zahlreiche bauliche Details dokumentiert werden, die ein neues Bild der bauhistorischen Entwicklung der Anlage liefern.

Ordentliche Generalversammlung

Dienstag, 21. April 2009, 19.15 Uhr
Schruns, Montafoner Heimatmuseum

Der Heimatschutzverein Montafon lädt alle Mitglieder und Interessierten zur Generalversammlung ein. Wie jedes Jahr steht an diesem Tag der Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr auf dem Programm (der interne Jahresbericht umfasst mehr als 2300 Seiten, der gedruckte Jahresbericht kommt auf 173 Seiten). Alle drei Jahre muss neu gewählt werden, und so stellen sich bis auf Gerda Bitschnau und Norbert Flatz alle Ausschussmitglieder der Wiederwahl. Als neue Ausschussmitglieder werden an diesem Abend MMag. Michael Kasper, Mag. Christoph Walser und Marianne Werle vorgestellt.

Alter Vorstand und Ausschuss

Dr. Andreas Rudigier (Obmann)
Mag. Wilfried Dür (Stv. Obmann)
Judith Ganahl (Kassierin)
Mag. Andreas Brugger (Schriftführer)

DDr. Heiner Bertle (Schruns)
Gerda Bitschnau (Tschagguns)
Mag. Norbert Flatz (St. Anton)
Klaus Fussenegger (Schruns)
Friedrich Juen (St. Gallenkirch-Gargellen)
Mag. Bernhard Maier (Stand Montafon)
Ing. Horst Millinger (Gaschurn)
Hans Netzer (Silbertal)
Mag. Beatrice Pfeifer (Vandans)
Dr. Leo Walser (Lorüns)

Tagesordnung

1 Begrüßung
2 Genehmigung des Protokolls der letzten Generalversammlung (das Protokoll liegt bei der Versammlung auf)
3 Bericht des Obmanns zum Vereinsjahr 2008
4 Bericht der Kassierin zum Vereinsjahr 2008
5 Stellungnahme der Kassaprüfer und Entlastung der Kassierin
6 Entlastung des Vorstands
7 Neuwahl des Obmanns, des Ausschusses und Bestellung der Rechnungsprüfer
8 Vorschau auf das Vereinsjahr 2009 und Genehmigung des Voranschlags
9 Festsetzung des Mitgliedsbeitrags für 2010
10 Allfälliges

Anträge an die Ordentliche Generalversammlung bitten wir, bis Freitag, 17. April 2009 (12 Uhr), schriftlich beim Montafoner Heimatmuseum einzubringen.



Im Rahmen der Generalversammlung wird der gedruckte Jahresbericht 2008 präsentiert. 22 Autorinnen und Autoren berichten in mehr als 40 Beiträgen über umfangreiche Tätigkeiten des Vereins. Die Generalversammlung gibt auch letztmals Gelegenheit, die Ausstellung zu Richard Beitl anzusehen.

Öffentliche Anbindung: Zug von Bludenz nach Schruns ab 18.37 Uhr, Rückreise ab 21.03 oder 22.03 Uhr; Bus von Partenen nach Schruns ab 18.17 Uhr (Rückreise nur mehr mit dem Taxi möglich)

Vorarlberger Historiker referierten bei Kongress in den USA

Skigeschichtekongress in Mammoth Lakes in Kalifornien war international besetzt

Vom 29. März bis zum 3. April fand in der kalifornischen Sierra Nevada der heurige Internationale Skigeschichtekongress statt. Der renommierte amerikanische Skihistoriker John Allen hatte dazu über 60 Experten aus der ganzen Welt nach Mammoth Lakes eingeladen, die über eine Vielzahl skihistorisch sehr interessanter Themen referierten. Erstmals war Vorarlberg dabei gleich durch zwei Historiker vertreten, Andreas Brugger aus dem Montafon und Christof Thöny aus dem Kostertal. Beide hielten inhaltlich interessante und gut illustrierte Vorträge.

Bei Andreas Brugger stand der weltbekannte amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway im Mittelpunkt, der in den 1920er Jahren mehrere Monate zum Skilaufen im Montafon weilte. Sein Roman Paris. Ein Fest fürs Leben, die Kurzgeschichte „Schnee auf dem Kilimandscharo“ sowie einige Briefe lieferten dabei anschauliche Darstellungen aus dem abenteuerlichen Leben des Nobelpreisgewinners sowie zum Skilauf im Montafon der Zwischenkriegszeit.

Christof Thöny referierte über das Arlberg-Kandahar-Rennen, dessen erstmalige Durchführung sich im letzten Jahr zum bereits 80. Mal gejährt hat. Neben einem Abriss der geschichtlichen Entwicklung des Rennens stellte er dabei die beiden Hauptinitiatoren des Rennens im Portrait dar. Dabei handelt es sich um den britischen Skipionier Sir Arnold Lunn, der als Erfinder des modernen Torlaufs gilt, und Hannes Schneider, der mit der Entwicklung der Arlbergtechnik der Arlbergregion zu weltweiter Bekanntheit verhalf.

Der Kongress wurde durch diverse Veranstaltungen, wie Filmabende und Nostalgieskirennen abgerundet. Die allesamt auf Englisch gehaltenen Vorträge werden bis Jahresende in einem Sammelband publiziert werden.

12. April 2009

Heimatschutzverein Montafon: Ordentliche Generalversammlung

Di 21.4.2009 um 19:15 Uhr im Montafoner Heimatmuseum, Schruns

Der Heimatschutzverein Montafon lädt alle Mitglieder und Interessierten zur Generalversammlung ein. Wie jedes Jahr steht an diesem Tag (ein letztes Mal) der Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr auf dem Programm. Alle drei Jahre muss neu gewählt werden, und so stellen sich bis auf Gerda Bitschnau und Norbert Flatz alle Ausschussmitglieder der Wiederwahl. Neue Ausschussmitglieder werden an diesem Abend ebenfalls vorgestellt.

Vorstand

Dr. Andreas Rudigier (Obmann)
Mag. Wilfried Dür (Stv. Obmann)
Judith Ganahl (Kassierin)
Mag. Andreas Brugger (Schriftführer)

Beiräte im Ausschuss

DDr. Heiner Bertle (Schruns)
Gerda Bitschnau (Tschagguns)
Mag. Norbert Flatz (St. Anton)
Klaus Fussenegger (Schruns)
Friedrich Juen (St. Gallenkirch-Gargellen)
Mag. Bernhard Maier (Stand Montafon)
Ing. Horst Millinger (Gaschurn)
Hans Netzer (Silbertal)
Mag. Beatrice Pfeifer (Vandans)
Dr. Leo Walser (Lorüns)


Tagesordnung

1 Begrüßung
2 Genehmigung des Protokolls der letzten Generalversammlung (das Protokoll liegt bei der Versammlung auf und kann auf Wunsch auch vorher zugesandt beziehungsweise eingesehen werden)
3 Bericht des Obmanns zum Vereinsjahr 2008
4 Bericht der Kassierin zum Vereinsjahr 2008
5 Stellungnahme der Kassaprüfer und Entlastung der Kassierin
6 Entlastung des Vorstands
7 Neuwahl des Obmanns, des Ausschusses und Bestellung der Rechnungsprüfer
8 Vorschau auf das Vereinsjahr 2009 und Genehmigung des Voranschlags
9 Festsetzung des Mitgliedsbeitrags für 2010
10 Allfälliges

Anträge an die Ordentliche Generalversammlung bitten wir, bis Freitag, 17. April 2009 (12 Uhr), schriftlich beim Montafoner Heimatmuseum einzubringen.

Im Rahmen der Generalversammlung wird der gedruckte Jahresbericht 2008 präsentiert. 22 Autorinnen und Autoren berichten in mehr als 40 Beiträgen über umfangreiche Tätigkeiten des Vereins. Die Generalversammlung gibt auch letztmals Gelegenheit, die Ausstellung zu Richard Beitl anzusehen.

28. März 2009

Online-Beiträge zur Geschichte des Montafons

In der jungen Online-Reihe des Vorarlberger Landesarchivs (Verba volant) erschienen in letzter Zeit wiederum einige Beiträge zur Geschichte des Montafons:

VV 65: Manfred Tschaikner - Herrschaft, Gericht, Steuergenossenschaft, Kirchspiel und Gemeinde. Zur Verwaltungsgeschichte des Großraums Bludenz in der Frühen Neuzeit

VV 61: Peter Bußjäger - Der Stand Montafon. Wissenswertes zur Vergangenheit und Zukunft eines eigentümlichen Gebildes

VV 56: Andreas Rudigier - Die "Heimatkunst" Konrad Honolds in Bezug auf die Montafoner Gemeindewappen

VV 52: Ulrich Nachbaur - "Soll diese Symbolhäufung Montafoner Gepflogenheit werden?". Zur Entstehung der Montafoner GEmeindewappen 1927 bis 1967

Buchpräsentation: Richard Beitl (1900-1982)

Donnerstag, 2. April 2009, 19.15 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns

Richard Beitl (1900-1982). Wissenschaft – Dichtung – Wirken für die Heimat
(Buchpräsentation mit Dr. Klaus Beitl und Dr. Peter Strasser)


Die Montafoner Schriftenreihe beschreitet neue Wege. Das gilt nicht nur für das neue Lay-Out, sondern auch für den Umstand, dass die nunmehr 27. Ausgabe – hier sind die sechs Sonderbände miteingerechnet – erstmals eine Person der Montafoner Geschichte in den Mittelpunkt von unterschiedlichen Betrachtungen stellt. Dass die Wahl auf Richard Beitl fiel, mag nicht ganz zufällig sein, auch wenn nicht ein Jubiläum oder hierarchische Gründe im Hinblick auf die Wichtigkeit seiner Person für die Geschichte des 20. Jahrhunderts im Montafon ausschlaggebend waren. Richard Beitl repräsentiert eine Gruppe von Menschen, die den Blick nach Außen nie aus den Augen verloren und dabei dennoch oder vielleicht gerade trotzdem wesentliche Themen des Heimatschutzes vertraten. Sein Leben und Denken war mit Widersprüchen behaftet und ist wohl gerade deshalb ein idealer Vertreter dieser Bewegung, die neben der Hochhaltung konservativer Werte eigentlich ein sehr modernes Leben führten.

18. März 2009

Die Zukunft der Vergangenheit

Internationale Experten bei einer Fachtagung über die Zukunft der Museen im Montafon.

Die Montafoner Museen genießen bis weit über die Vorarlberger Landesgrenzen hinweg einen mehr als guten Ruf. Seit der Kunsthistoriker Andreas Rudigier die Geschicke der Museen in Schruns (Heimatmuseum), Gaschurn (Tourismusmuseum) und in Silbertal (Bergbaumuseum) leitet, haben sich die Museen in ein attraktives Kulturunternehmen gewandelt. „Wir bewegen pro Jahr etwa 18.000 Personen“, zeigt sich Rudigier erfreut. Rund 270 Führungen, Veranstaltungen in Häusern und in freier Kulturlandschaft – beispielsweise bei der Via Valtellina oder bei den Ausgrabungen am Bartholomäberg – wurden alleine im Vorjahr angeboten. „Das zeigt schon, wie aktiv der Heimatschutzverein ist.“ An die 50 freiwillige Helfer sind unermüdlich für die Museen im Montafon im Einsatz. Mit Pfingsten 2009 kommt mit dem Museum „Frühmesshaus“ in Bartholomäberg sogar noch ein viertes Museum dazu.

Meinungsaustausch

Die Aufgaben und Anforderungen an einen Museumsbetrieb haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mit dem grundlegenden Erneuerungsvorhaben „Museen neu“ bietet sich für das Montafon jetzt eine große Chance. „Deshalb wollen wir die neuen Möglichkeiten unter möglichst vielen Perspektiven angehen“, schildert Projektentwickler Bruno Winkler. So gab es bereits intensive Gespräche mit politisch Verantwortlichen, Touristikern und Bürgern. Bei einer internationalen Fachtagung haben sich jetzt unter anderem Experten aus Basel, Bern, Bozen, Innsbruck und Graz in Zusammenarbeit mit der Museumsakademie Joanneum Graz zu einer offenen Diskussion in Schruns getroffen. „Ziel war es, ein Zukunftskonzept für die Museen, basierend auf die bereits erarbeiteten Informationen, aufzubauen“, schildert Museumsdirektor Andreas Rudigier.

Zukunftsgestaltung

„Anhand der geplanten Umstrukturierung der Montafoner Museen können wir jetzt diskutieren, was wünschenswert wäre für ein Museum der Zukunft“, sagt auch Gottfried Fliedl, Leiter der Museumsakademie Joanneum. „Es wäre schön, wenn sich die Ergebnisse aus dem Montafon als Modell-Beispiel für andere Museen dieser Art heranziehen lassen würden“, so Fliedl weiter. Der Prozess zur Erneuerung der Montafoner Museen dauert jedenfalls auch trotz der vielen neuen Ideen der Expertentagung weiter an. „Wir werden sämtliche Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren und dann nochmals zur Debatte stellen“, freut sich Bruno Winkler abschließend auf ein breites Mitwirken von Interessierten an der Zukunftsgestaltung der Montafoner Museen.

12. März 2009

„Ein der Dichtung Ergebener“

Donnerstag, 19. März 2009, 19.15 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns

„Ein der Dichtung Ergebener“ – Richard Beitl als Lyriker und Romanautor (Vortrag mit Dr. Ulrike Längle und Dr. Jürgen Thaler)

Gedichte zu schreiben war für Richard Beitl von Jugend an eine Selbstverständlichkeit. Über das Gedichteschreiben während seiner Jahre im Jesuiteninternat Stella Matutina in Feldkirch berichtete er am 21. Oktober 1917 an seinen Vater in Schruns: „Meine Gedichte werde ich vielleicht in Bälde einem Pater zeigen, der selber auch Dichter ist: P. Isidor Hopfner, der auch die Sonntagsaufsätze im Landboten schreibt. Ich habe große Freude an dieser Beschäftigung.“ Beitl erhielt sich diese Freude ein Leben lang, mit den Romanen „Angelika“ und „Johringla“ übte sich Beitl schließlich sehr erfolgreich in der Kunst der Romanschreibens.

Ulrike Längle ist Schriftstellerin und Leiterin des Franz-Michael-Felder-Archivs in Bregenz; Jürgen Thaler arbeitet als Literaturarchivar beim Franz-Michael-Felder-Archiv. Beide ReferentInnen haben sich im Rahmen des Ausstellungs- und Buchprojekt zu Richard Beitl mit dem schriftstellerischen Werk Beitls auseinandergesetzt und werden an diesem Abend darüber berichten.

4. März 2009

Heimat als Wunsch, Phantasie, Konstruktion. Ein Museum für das Montafon

Montag, 9. März 2009, 10-21 Uhr
Dienstag 10. März 2009, 9.30-16 Uhr
Schruns, Montafoner Heimatmuseum

Heimat als Wunsch, Phantasie, Konstruktion. Ein Museum für das Montafon
(Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Museumsakademie Joanneum, Graz)

Heimat- und Regionalmuseen sind hierzulande der am meisten verbreitete Museumstyp. Er kommt dem Begehren entgegen, der eigenen Vergangenheit und Herkunft, seinem ‚Ursprung’, wieder begegnen zu können. Dieser ‚unmögliche Wunsch’ ist so mächtig, dass er uns übersehen lässt, dass und wie solche Museen Bilder erzeugen, Imaginationen projizieren, Vergangenheit konstruieren. Vor allem aber lassen sie einen übersehen, was sie leisten könnten: behutsames Arbeiten des Erinnerns, an der Vergänglichkeit der Zeit, am Entwerfen von Zukunft.

Die grundlegende Erneuerung der Montafoner Heimatmuseen bietet die Möglichkeit, über neue Modelle und Optionen für kleine regionale Museen nachzudenken: Welche neuen Inhalte braucht es, um ein Heimatmuseum an die Gegenwart anzuschließen? Wie kann das Potenzial vorhandener Sammlungen in neuem Kontext genutzt werden? Wie kann das Museum regionale Identitäten bearbeiten und interpretieren? Wie können neue geschichtstheoretische und museologische Ansätze berücksichtigt werden? Welche Schlüsse müssen aus den anhaltenden Diskussionen um Sinn und Zweck dieser Museen gezogen werden? Wie beziehen sich solche Museen auf ihre soziale Umwelt, auf freiwillige MitarbeiterInnen, Einheimische und Touristen, Experten und Sammler, Politiker und Förderer?

mit Dr. Gottfried Fliedl, Leiter der Museumsakademie Joanneum, Graz, Beat Gugger, freier Ausstellungskurator, Schweiz, Dr. Gabriele Rath, Rath & Winkler, Projekte für Museum und Bildung, Innsbruck, Dr. Andreas Rudigier Leiter der Montafoner Museen, Bruno Winkler, Rath & Winkler, Projekte für Museum und Bildung, Innsbruck


Programm

9. März
10 Begrüßung und Vorstellung des Programms beziehungsweise Zieles der Veranstaltung
10.30 Beat Gugger und Gottfried Fliedl: Ein kleines museologisches Passionsspiel. Das Heimatmuseum lieben, das Heimatmuseum hassen! Mit Kaffee, Snacks und Zwischenrufen
11.30 Andreas Rudigier, Bruno Winkler, Gabriele Rath, Gottfried Fliedl: Das Projekt „Heimatmuseum neu“. Rahmenbedingungen, Konzept, Ideen
13 Mittagspause
14.30 Andreas Rudigier: Führung durch das Heimatmuseum
16 Kaffeepause
16.30 „Nachdem wir alles gesehen haben“ – Reaktionen, Diskussion
18 Abendessen
19.30 Andreas Rudigier, Bruno Winkler, Gabriele Rath: Die Montafoner Museen und ihre „Community“
21 Uhr Ende des ersten Tages

10. März
9.30 Kleiner Theorie-Praxis-Test. Was ist unbrauchbarer, die Theorie oder die Praxis? Morgendliche Lockerungsübung mit Gotthard Fliedl
10.15 Gruppenarbeit mit anschließenden Zusammenfassungen. Visionen eines künftigen Heimatmuseums
12.30 Mittagspause
14 Gottfried Fliedl: Input zur Schlussdiskussion. Das Heimatmuseum reformieren, umbenennen, aufgeben, in Ruhe lassen, anzünden, anpreisen, weiterentwickeln, verhindern, verlebendigen, auflösen, vergessen, modernisieren oder ...?
14.20 Schlussdiskussion mit Kaffee 16 Schluss der Veranstaltung

Teilnahmegebühr (Joanneum): 140 Euro (Inklusivleistungen Vorträge, Seminarunterlagen, Kaffeepausen), 100 Euro für Studierende, Arbeitssuchende und MitarbeiterInnen von KooperationspartnerInnen


16. Februar 2009

Kuh-Handel. Malerei und Objekte über Tier und Mensch

Ausstellung von Theresa Beitl

Theresa Beitl ist die jüngste Tochter Richard Beitls - ihm ist derzeit im Heimatmuseum eine Ausstellung gewidmet - und lebt in Berlin. Unter dem Titel „Malerei und Objekte über Tier und Mensch“ beschäftigt sich Theresa Beitl hauptsächlich mit einem für das Montafon charakteristischen Tier, nämlich mit der Kuh. Bewusst oder unbewusst spannt sie einen Bogen, der jenem ihres Vaters nicht unähnlich ist – da ist auf der einen Seite die Künstlerin, die aus der Stadt kommt, und da ist auf der anderen Seite das Objekt ihrer Bilder, das typisch für das Land ist – der Spagat zwischen Alt und Neu, zwischen Heimisch und Fremd scheint sich auch hier aufzubauen.


Theresa Beitl hat, durchaus in familiärer Tradition, Literatur und Volkskunde studiert, das anschließende Studium der Malerei in Paris und Berlin hat sie zur professionellen Künstlerin werden lassen. Mitgliedschaften in Künstlervereinigungen, Stipendien und Preise zeigen, dass sich Theresa Beitl etabliert hat und die Montafoner Museen freuen sich, dass sich diesmal Theresa Beitl mit ihren „kuh-len“ Werken zwar nicht mehr in die Höhle der Kühe begibt, sich aber doch der zwischen Turbo- und Milka-Kuh breit gefächerten Kompetenz der ländlichen Bevölkerung stellt.


Montafoner Heimatmuseum Schruns, bis 18. April (Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag, jeweils 16-18 Uhr)

23. Januar 2009

Infoblatt Montafoner Museen

Der Obmann des Heimatschutzvereins Montafon berichtet im neuesten Infoblatt:


"Das Vereinsjahr 2009 hat begonnen und ich möchte Ihnen dazu die besten Wünsche vermitteln! 2008 stand neben dem Anspruch, die laufenden Projekte fortzusetzen, ganz im Zeichen der talweiten Ausdehnung der Aktivitäten. Der Verein bemühte sich 2008 um mehr Veranstaltungen außerhalb des Heimatmuseums, was sich auf die Besucherzahlen wie folgt niederschlug: Während das Montafoner Heimatmuseum diesmal etwa 10.200 Menschen besuchten (Vorjahr 12.000) konnten die Museen und der Verein insgesamt mehr als 18.000 Menschen erreichen (Vorjahr 17.500). Wie wichtig Veranstaltungen sind, zeigt der Umstand, dass mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher den Einladungen der rund 270 Veranstaltungen und Führungen folgten.


Im Mittelpunkt der Ausstellungstätigkeit stand das Thema „Grenzüberschreitungen“, das von Edith Hessenberger kuratiert und von einer umfangreichen Publikation begleitet wurde. Projekte zur Archäologie, Bergbaugeschichte, Via-Valtellina, Kulturlandschaft im Allgemeinen, Maisäßlandschaft im Besonderen, Montafonertracht, Archivierung (Fotos, ZeitzeugInnen, Kulturgüter), zu Themenwegen sowie zu weiteren Aspekten der Zeitgeschichte konnten teilweise sehr erfolgreich weiter geführt werden. Mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten für die Umsetzung des Programms, alle Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Projekte zusammengezählt waren etwa 130 Menschen für die Sache des Heimatschutzvereins Montafon und die Montafoner Museen im Einsatz! Ihnen allen gebührt ein großer Dank, so wie ich mich auch bei allen 750 Mitgliedern beziehungsweise jenem großen Teil, die ihren Mitgliedsbeitrag bezahlten, bedanken möchte.


2009 sollen die laufenden Projekte fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Montafoner Museen, die sich nicht nur auf den Standort Schruns, sondern auch auf die neue Außenstelle am Bartholomäberg sowie vor allem die Besetzung der für den Verein relevanten Themen im Tal konzentrieren wird. Die an fünf Orten zu sehende Ausstellung „Mensch & Berg. Die Geschichte einer leidenschaftlichen Beziehung“ wird ab Pfingsten nicht nur eines der zentralsten Themen im Leben der Montafonerinnen und Montafoner in den Mittelpunkt rücken, sondern die Ausstellungen wollen auch die Zusammenarbeit in der Region im Sinne des künftigen musealen Konzepts fördern.


Für kritische Anregungen und Ergänzungen sind wir dankbar und freuen uns schon jetzt auf die nächste Begegnung mit Ihnen in einem der Montafoner Museen oder bei einer Veranstaltung außerhalb der Museen.


Andreas Rudigier"


19. Januar 2009

Richard Beitl (1900-1982)

Donnerstag, 29. Jänner 2009,
19.15 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns

Richard Beitl (1900-1982). Dichtung – Wissenschaft – Wirken für die Heimat (Ausstellungseröffnung)

Dem Volkskundeprofessor, Schriftsteller und langjährigen Schrunser Kulturreferenten Richard Beitl (1900-1982) wird die Winterausstellung im Montafoner Heimatmuseum in Schruns gewidmet. Der aus Schruns stammende Beitl war als Dozent für Volkskunde in Berlin tätig und verfasste auch heute noch gültige Publikationen. In der Nachkriegszeit setzte er sich als Schrunser Kulturreferent für den Bau der Hochjochbahn und gegen die Ableitung der Litz ins Klostertal ein und spielte eine entscheidende Rolle in der Auseinandersetzung um die Schreibweise „Montavon“. Hohe Bekanntheit erlangte er als Schriftsteller von Romanen („Angelika“, „Johringla“).

Zur Eröffnung sprechen Dr. Paul Rachbauer und Prof. Klaus Beitl.


Im März erscheint zu Richard Beitl ein Band der Montafoner Schriftenreihe, zu dem international renommierte Autorinnen und Autoren beitragen und das breite Schaffen Beitls anschaulich darlegen werden. Vorträge und Lesungen ergänzen ebenfalls im März und April das Rahmenprogramm zur Ausstellung, die bis 18. April zu sehen ist.

November 1918 in Vorarlberg

Dienstag, 27. Jänner 2009,

19.15 Uhr Schruns, Montafoner Heimatmuseum

November 1918 in Vorarlberg. Untergang und Neubeginn
(Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Wanner)

Am 3. November erklärte sich Vorarlberg zum selbstständigen Staat mit einer republikanischen Verfassung, eigener Währung, einem Volksheer und einer Grenze am Arlberg. Wohin jedoch die Zukunft führen würde, wusste man nicht. Der allgemeine Trend hieß zur Schweiz! Der Referent schildert erstmals umfassend die turbulenten Monate November-Dezember 1918: die Politik, Vorarlbergs Auslandsbeziehungen, die Rollen der katholischen Kirche und der Parteien, das Leben und Leiden der sozialen Klassen und Gruppen, den starken Antisemitismus und die tristen wirtschaftlichen Verhältnisse. Es herrschte Hungersnot, die "Spanische Grippe" forderte Hunderte von Menschenleben, die einst blühende Textilindustrie lag am Boden, Tausende enttäuschter und geschundener Kriegsheimkehrer waren arbeitslos. Frauen und Kinder waren unglaublichen Belastungen ausgesetzt.


26. Dezember 2008

Erdverkabelung

Die Umfrage zur Erdverkabelung der Stromleitungen durch das Montafon auf diesem Blog ist erwartungsgemäß eindeutig ausgefallen: Von den 36 abgegebenen Stimmen votierten 30 für die Verlegung der Kabel unter die Erde, während sich nur 6 für die Beibehaltung der Freileitungen aussprachen.
Ein klares Meinungsbild, das auch im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen zur Zukunft des Tourismus im Montafon berücksichtigt werden sollte.
Weitere detaillierte Informationen zur Erdverkabelung finden sich auf der Website der Bürgerinitiative Pro Nofatnom.

6. Dezember 2008

Frau im Bergbau

Harter Kampf um die Kohle
Frau im Bergbau: Arbeit knöcheltief im Schlamm.

Am heutigen Barbara-Tag wird die Ausstellung über Frauen im Bergbau eröffnet.
In Vorarlberg hat sich bislang noch kein Forscherteam dem Thema gewidmet, fest steht jedoch, dass in der Hochblüte des Silber-, Kupfer und Erzabbaus im Montafon, also zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert, auch viele Frauen unter Tag beschäftigt waren.
Billige Arbeitskräfte
Das erklärt sich auch daraus, dass die Arbeit bzw. der Broterwerb über die Jahrhunderte eine Familienangelegenheit war. Neben den Frauen, die, so die Leiterin des Hittisauer Frauenmuseums Elisabeth Stöckler, entgegen anderer Vorstellung damals ganz selbstverständlich berufstätig waren, wurden somit allerdings auch Kinder eingesetzt. Das war nicht immer im Berg, aber überall dort, wo ihre Arbeitskraft - ohne oder bei geringerem Lohn - gebraucht wurde, schufteten sie mit.
Frühe Proteste
Dokumentiert wird dies etwa auf alten Stichen oder in Dokumenten. So beschwerten sich Mitte des 16. Jahrhundert im bekannten Tiroler Bergbauort Schwaz etwa Knappen über ihre zahlreichen weiblichen Arbeitskollegen, die ihnen den Verdienst streitig machten. "Der Berg ist Mannes-, nicht Weiberarbeit", heißt es da.
Im 20. Jahrhundert war man längst anderer Meinung. Und deshalb widmet sich das Frauenmuseum Hittisau ab heute (dem Tag der Bergbau-Schutzpatronin Barbara) dem Thema und eröffnet die Ausstellung "Von Kohle gezeichnet".
Starke Begegnungen
Gezeigt werden dabei in erster Linie Fotodokumente von Dariusz Kantor. Es sind beeindruckende Bildgeschichten, die er erzählt. Unterwegs war er vor allem in Oberschlesien bzw. im heutigen Polen. Bei aller Ästhetik bringen diese Bilder die Härte der Arbeit zum Ausdruck. Eine starke Begegnung. In Hittisau setzt man sich zudem in Vorträgen mit dem Thema auseinander. Für Vorarlberg bleibt, diesen Aspekt des Bergbaus im Montafon näher zu beleuchten.
Die Ausstellung wird im Frauenmuseum in Hittisau, heute, 4. Dezember, 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis 28. Februar zu besichtigen, Freitag und Samstag, 15 bis 17 Uhr, Sonntag, 14 bis 17 Uhr und nach tel. Vereinbarung: +43/5513/6209-50.
(VN, 4.12.2008)

21. November 2008

Bilanzpräsentation der Geschichtswerkstatt Silbertal

Freitag, 28. November, 20 Uhr
Silbertal, Vereinshaus

An diesem Abend entwirft die Geschichtswerkstatt Silbertal ein rückblickendes Selbstbild. Wesentliche Ergebnisse der Arbeit werden vorgestellt, aber auch die Arbeitsweise und das Selbstverständnis dieser Gruppe sind Thema des Abends. Nicht zuletzt widmet sich die Veranstaltung der Frage, was regionalhistorische Basisprojekte wie dieses leisten können. Immerhin darf die Silbertaler Geschichtswerkstatt für sich in Anspruch nehmen, ein singuläres und exemplarisches Beispiel dörflicher Erinnerungsarbeit zu sein. Großen Anteil daran haben der Heimatschutzverein und die Museen Montafon.

Seit Juli 2007 arbeitet die Geschichtswerkstatt Silbertal an einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Mittlerweile hat sich diese Initiative zu einem überregional beachteten und geschätzten Modell lebendiger Erinnerungskultur entwickelt.
Der Bilanzabend bietet nun Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse und eine rückblickende Gesamteinschätzung dieses Projektmodells kennen zu lernen.

Programm:
• Geleitworte Landesrat Mag. Siegi Stemer
• Präsentation der Publikation „Von Silbertal nach Sobibor. Über Josef Vallaster und den Nationalsozialismus im Montafon“ von Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber, Vorarlberger Landesarchiv.
• Einblick in die Aktivitäten der vergangenen eineinhalb Jahre mittels einer Filmdokumentation des ORF-Journalisten Markus Barnay.
• Bilanz und persönliche Erfahrungen einzelner Mitglieder der Geschichtswerkstatt Silbertal, mit kulturellen Zukunftsaspekten.
• Vorstellung eines Grundkonzeptes für die Neugestaltung eines öffentlichen Erinnerns an Krieg und
Nationalsozialismus in Silbertal.
• Würdigung von Silbertaler Jugendlichen für ihre Projektinitiative zum Thema „Zivilcourage.“

Moderation Jutta Berger, Journalistin (Der Standard)

19. November 2008

Die Montafonerin

Freitag, 21. November 2008,
19.30 Uhr Schruns,
Montafoner Heimatmuseum

Die Montafonerin.
Auf den Spuren weiblicher Lebenswirklichkeit vom 16. bis zum 21. Jahrhundert
(Buchpräsentation mit Mag. Christina Arnold)


Was kann der moderne Mensch von den Frauen und ihrer Geschichte in der kleinen geographischen Region des Montafons lernen? Diese Frage werden die Leserinnen und Leser individuell für sich beantworten, wenn sie sich von der Kraft, Leistung und Ausstrahlung der Montafonerinnen berühren lassen. Das Buch basiert auf historischen Quellen und zeichnet ein buntes Bild von Tradition, Brauchtum, sprachlichen Besonderheiten und gelebten Werten. Es öffnet die Augen für das Leben – das Leben der Frauen, wie sie es unter den zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten meistern und aktiv gestalten. Wenn heute postuliert wird, „Die Zukunft ist weiblich“, dann hat das zutiefst mit Lebens- und Überlebensstrategien zu tun, die Frauen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Die Montafonerinnen geben dafür ein anschauliches Beispiel.


Zum Buch sprechen die Autorin Mag. Christina Arnold (sie ist geborene Schrunserin und lebt heute in Birgitz bei Innsbruck) sowie Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber (Mitherausgeber des 4. Bandes der Montafoner Geschichte)


1. November 2008

Grenzüberschreitungen. Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen

Vernissage der Ausstellung im Heimatmuseum Prättigau Grüsch:
Freitag, 14. November 2008, 19.00 Uhr

Das Phänomen Grenze, seine Entstehung und Wirkung auf Menschen sowie die Grenze als
Schauplatz schicksalhafter Ereignisse stehen im Mittelpunkt der GRENZÜBERSCHREITUNGEN:
Das 20. Jahrhundert brachte rasante Veränderungen und Entwicklungen mit sich, die in
der Betrachtung von Grenzen besonders deutlich werden. Kernpunkte sind die Auseinandersetzungen
mit der Grenze aus historischer Perspektive, aber auch aus der Perspektive
der Menschen zu beiden Seiten, wie zum Beispiel aus derjenigen von landwirtschaftlichen
Hilfskräften, Schmugglern, Zöllnern, Schleppern oder Flüchtlingen.



Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag und Sonntag, 14.00 bis 17.00 Uhr.
Führungen und Sonderöffnungen jeweils auf Anfrage.
Weihnachten geschlossen.
Finissage: 28. Juni 2009

Kulturhaus Rosengarten, Hauptstrasse 17, Postfach 123, 7214 Grüsch
Tel. 081 325 16 82, Fax 081 325 35 91
info@kulturhaus-rosengarten.ch, www.kulturhaus-rosengarten.ch

19. Oktober 2008

Grenzgeschichte. Historisches zur Grenze im Montafon

Vortrag von Michael Kasper am Donnerstag 23.10.2008 um 19:30 Uhr in der Wintersportausstellung im alten Gemeindeamt Tschagguns


Historische Aspekte der Grenze; ihre Entwicklung, Veränderung und vor allem ihre Bedeutung für die Bevölkerung stehen im Mittelpunkt dieses Vortrages. In einem thematischen Längsschnitt werden die unterschiedliche Wahrnehmung von Grenzen im Laufe der Geschichte, die verbindenden und trennenden Aspekte, welche die Lebensräume im Umfeld der Grenze prägten sowie die mit dem Phänomen Grenze zusammenhängenden sozioökonomischen Auswirkungen beleuchtet.

Das Böse im Menschen

8. Oktober 2008

Erdverkabelung

Die Verlegung der Hochspannungsleitungen unter die Erde scheint im Montafon also wirklich ein ernsthaftes Thema zu werden. Dass die VIW sich das gerne sparen würden, ist wohl keine große Überraschung - der Firma bringt das unmittelbar in erster Linie Kosten. Fakt ist aber auch, dass die Tourismusregion Montafon durch diesen unübersehbaren Teil der "Kulturlandschaft" massiv beeinträchtigt wird. Man denke etwa nur an die Autobahnabfahrt Montafon, wo man sich in einem Hochspannungsmasten-Wald bewegt, im Hintergrund das idyllische Zementwerk. Als Urlauber/in, der/die die Berge und die Natur sucht, würde ich da nur ungern in Richtung Montafon abfahren...
Ähnliches gilt dann für das Tal selbst. Auf den Spazier- und Radwegen entlang der Ill summen nicht die Bienen, sondern surren die Hochspannungs-Leitungen... Dazu kommt dann noch der Umstand, dass die höchsten menschlichen Bauten nicht die Kirchtürme, sondern die Strommasten sind (ausser vielleicht in Gargellen, aber das ist ein anderes Thema...). Engagement und Initiative sollte man nun nicht nur von Bürgerbewegungen und direkt betroffenen Bürgermeistern erwarten, sondern vor allem vom Stand Montafon, der ja in letzter Zeit nicht unumstritten war und gerade in diesem Bereich zeigen könnnte, dass er auch Probleme lösen und die Entwicklung im Montafon positiv weiterbringen kann...


Beitrag vom 8.10.08 auf vorarlberg.orf.at.

6. Oktober 2008

Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 19.30 Uhr in St. Gallenkirch, Hotel Vermala

Von Grenzüberschreitern und Grenzbewachern.
Eine Annäherung an das Geschäft mit der Grenze am Beispiel der Biographie Meinrad Juens

(Vortrag von MMag.a Edith Hessenberger)


Das sagenumwobene Schmugglerwesen wird heute stark romantisiert. Edith Hessenberger (Ethnologin und Kuratorin der Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum) lädt zu einem Blick hinter die Kulissen ein: Wer waren Schmuggler? Wie sah ihr Alltag aus? Und welchen Stellenwert hatte das Schmuggeln wirklich für die Montafoner? Mit der Biographie Meinrad Juens, der in der NS-Zeit auch zahlreiche Flüchtlinge in die Schweiz geleitet hat, wird nicht nur ein interessanter Aspekt, sondern eine besonders beeindruckende Persönlichkeit der Montafoner Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts beleuchtet.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung "Grenzüberschreitungen" im Montafoner Heimatmuseum Schruns (die noch bis zum 26. Oktober geöffnet ist und ab 14. November im Museum Rosengarten in Grüsch zu sehen ist).


Zwangsarbeit in Vorarlberg am Beispiel der Illwerke

Diesen Freitag wird die 2005 abgeschlossene und bisher nicht veröffentlichte Dissertation zum Thema "Zwangsarbeit in Vorarlberg am Beispiel der Illwerke" im Rahmen der Ausstellung "Grenzüberschreitungen - Von Schmugglern, Schleppern, Flüchtlingen" erstmals in Vorarlberg der Öffentlichkeit präsentiert. Nach den teilweise hitzig geführten Diskussionen um die Zugänglichkeit der Arbeit (die erst im Frühjahr 2008 im Vorarlberger Landesarchiv zur Einsichtnahme hinterlegt wurde und bis dahin gesperrt war) sowie deren Qualität (die von Historikern der Malingesellschaft in Frage gestellt wurde) kann mit Spannung die Präsentation mit anschließender Diskussion in Gaschurn erwartet werden. Es ist zu hoffen, dass sich auch die Kritiker ins innere Montafon begeben und dort mit dem Autor einen fachlichen Disput führen werden...

Ausschreibungstext zum Vortrag von Dr. Jens Gassmann am 10.10.08 um 19:30 im Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn:

"Die Geschichte der montanen Baustellen der Vorarlberger Illwerke während der Zeit des Nationalsozialismus sorgten in den vergangenen Jahren häufig für wissenschaftliche aber auch emotionale Dispute. Ihrer Verpflichtung zur Aufklärung nachkommend, haben die Vorarlberger Illwerke AG im Rahmen einer Dissertation die Aufarbeitung dieses Kapitels der Firmengeschichte in Auftrag gegeben. Herausgekommen ist eine nicht alltägliche Dissertation, welche beides, Mikrokosmos wie Makrokosmos dieser Zeit, in einem synchronen wie diachronen Schnitt beleuchtet. Nicht nur die Politik der Elektrizitätswirtschaft auf Reichsebene, sondern auch die ganz alltägliche Geschichte des Fremdarbeiters auf der Baustelle, seine Lebensumstände, Versorgungssituation werden beleuchtet und vorgestellt.

Schwerpunkt dieses ersten, für die breite Öffentlichkeit zugänglichen, Vortrages bildet die soziale Situation unter der Fokussierung Fremd sein, an der Grenze leben und davon nichts wissen!?"