16. September 2013

Zeitreise durch die Silvretta

Neue Ausstellung im Tourismusmuseum Gaschurn:

Zeitreise durch die Silvretta



Woher hat die Silvretta ihren Namen? Wer waren die ersten Menschen dort, und was haben sie gemacht? Was hat es mit dem sagenumwobenen Veltlinerhüsli auf sich? Welche Abenteuer erlebten die frühen Bergsteiger unter den schroffen Gipfeln? Wie kam es dazu, dass man bis vor kurzem in der Silvretta Boot fahren konnte?

Das Tourismusmuseum Gaschurn bietet die einmalige Möglichkeit einer Reise durch die Jahrtausende, in Form einer Zeitreise voller Bilder und Klänge durch die Silvretta. 


 Mehr zur Geschichte der Silvretta im Begleitband zur Ausstellung bzw. Tagungsband:


15. September 2013

septimo 2013 - Woche 3

Mo, 16.9., 20 Uhr, Heimatmuseum Schruns
Montafoner Montaggespräch
Mario von Cranach

„Zu Schruns und zum Montafon habe ich mein Leben lang enge Beziehungen behalten; und ich komme immer wieder hierher zurück; auch, weil mein älterer Bruder Christian da wohnt.“
Dies erzählt Mario v. Cranach, Sohn eines Gutsbesitzers , der 1945 mit seiner Familie aus Polen fliehen muss. Eher zufällig landen sie in Schruns. Bei aller Problematik dieses Fluchtschicksals geht es den Cranachs hier relativ gut. Die Familie wird von vielen Seiten fürsorglich unterstützt.
Im Rahmen des Montaggesprächs wird Mario von Cranach erzählen: Von seiner Kindheit auf dem polnischen Gutshof, der Fluchtgeschichte, und besonders von seinen lebendigen Erinnerungen an Schruns; an seine Schulzeit, die Ferienjobs bei den Illwerken und beim Bau der Hochjochbahn, seine Klettertouren, seine Freunde.
Mario v. Cranach lebt als emeritierter Professor in Bern. Und immer noch ist er sehr aktiv, als Wissenschaftler und in Sozialprojekten.
Moderation: Mag. Jasmin Ölz-Barnay
in Kooperation mit dem ORF-Landesstudio Vorarlberg 
Eintritt EUR 4,-, Mitglieder Heimatschutzverein frei

Di, 17.9., 20 Uhr, Gh. Adler St. Gallenkirch
Bezeichnung von Tieren und Pflanzen in Flurnamen (St. Gallenkirch und Gaschurn)
Vortrag von Dr. Guntram Plangg
Ein Vergleich der deutschen Flurnamen im Montafon mit den älteren romanischen zeigt uns, wie sich die Landwirtschaft entwickelt hat. In der Vieh- und Alpwirtschaft sind die Grundlagen die gleichen bis auf Milchverarbeitung und Viehzucht, die aber weniger Spuren hinterlassen haben.
Die vielen Pflanznennamen spiegeln die Bedeutung von Nutzholz, von Futtermitteln für den Viehstand, von Volksmedizin, von Beeren und Pilzen für die Bauern im ausgehenden Mittelalter. Die Innerfratte gibt ein gutes Beispiel, wie man aus den Namen Kulturgeschichte erarbeiten kann.
Eintritt EUR 4,-- / für Mitglieder des Heimatschutzvereins frei

Mi, 18.9., 19 Uhr, Tourismusmuseum Gaschurn
Heilkräuterwerkstatt
Herstellung von Balsamen aus heimischen Kräutern mit Sabine Fitsch und Carmen Juen
Durch die industrielle Massenfertigung kosmetischer Produkte ging das Wissen über die Zusammensetzung und Zubereitung eigener Hautpflegeprodukte in der breiten Bevölkerung verloren. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen empfindlich auf einzelne Bestandteile von Cremes, Seifen, etc. reagieren, nimmt das Interesse an natürlichen Kosmetikprodukten zu. Es ist sehr spannend neuem und altem Kräuterwissen zu begegnen und diese auch anzuwenden.
Wir befassen uns näher mit unseren heimischen Heilpflanzen, um daraus zwei verschiedene Kräuterbalsame nach altbewährter Tradition herzustellen. Wie erkenne ich die Pflanzen, wo wachsen sie, wie und wann werden sie geerntet und aufbewahrt.
“Tief in der lebendigen Erde wurzelt die Pflanze. Mit Blatt und Blüte empfängt sie das Licht und schenkt uns Kraft und Heilung.“
Anmeldungen unter: 0664/7943003 oder sabine.fitsch@drei.at
Eintritt: € 20,-- pro Person

Do, 19.9., 9:30, Kristbergbahn Silbertal
Silberpfad – Die faszinierende Geschichte des Bergbaus
Bergbauforschung interaktiv entdecken

Das Montafon, besonders aber Silbertal und Bartholomäberg, sind eng mit der Geschichte des Bergbaus verbunden. Um die Bergbaugeschichte und deren moderne wissenschaftliche Erforschung begreifbar zu machen, wurde ein Forschungslehrpfad mit dem Namen „Silberpfad“ von der Kristbergbahn in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck, der Gemeinde Silbertal sowie dem Panoramagasthof Kristberg eingerichtet.
Der Lehrpfad ist speziell für Familien und interessierte Gruppen zu empfehlen. In herrlicher Natur bringen zwölf zum Teil interaktive Stationen dem Besucher die Faszination des Bergbaus näher. Am Ende des Weges bei der Knappenkapelle und unterhalb des Panoramagasthofs Kristberg wartet zudem die „Silberspielwelt“ als zusätzliche Attraktion auf Kinder. Unterschiedliche Spielelemente machen den Bergbau hier für alle Sinne erlebbar und lassen Kinder in die Arbeitswelt der Knappen eintauchen.
Treffpunkt: Talstation Montafoner Kristbergbahn
Eintritt frei, die Kosten der Kristbergbahn sind jedoch zu berücksichtigen
in Kooperation mit der Montafoner Kristbergbahn

Fr, 20.9., 20 Uhr, Vitalzentrum Felbermayer Gaschurn
Montafun e Grischun
Eine sprachliche Grenzüberschreitung - Vortrag von Chasper Pult
Wie das Walserhaus, der Montafonertisch, das Schäppele und der Sauerkäse tragen auch die Flurnamen zur kulturellen Identität der Montafoner bei. Der Vortrag von Chasper Pult, Linguist und Kulturwissenschafter aus Sent im Unterengadin, widmet sich dem rätoromanischem Namensgut, das bis heute das Montafon mit Graubünden verbindet. Erkennen wir noch den Bezug zu den Nachbarn im Süden? Warum ist z.B. der Name Montafon direkt mit Davos verbunden? Und was hat Silvretta mit St. Moritz zu tun? Vermunt (in alten Dokumenten Formundt geschrieben) wurde von den Bündnern jahrzehntelang  als Fermunt in den Karten aufgeführt, heute aber nach langen Auseinandersetzungen ebenfalls in der Montafoner Form mit V am Wortanfang. Für das Verständnis des Namens (am Vortrag wird das Rätsel gelöst) war dies ein guter Kompromiss! Die Toponomastik ist immer mit Geschichte und Kultur verbunden: So zum Beispiel der Begriff Vorarlberg, der aus der Sicht Wiens Nacharlberg heissen sollte...
Eintritt: EUR 4,-- / Mitglieder Heimatschutzverein frei

Sa, 21.9., 10 Uhr, Heimatmuseum Schruns
anRUF - Schreibtag für junge Kreative
Du hättest einiges zu sagen? Dich reizt das Spiel mit Wörtern und Sprache? Du erzählst gerne? Da gibt es einiges in deinem Kopf, das einmal zu Wort kommen soll?
Du zweifelst, ob du schreiben kannst? Du kannst es. Garantiert! (Wenn notwendig: Vergiss den Deutschunterricht.)
Was du brauchst, ist Neugier und Lust am Ausprobieren von Neuem. Wir lassen in diesem Workshop Texte entstehen, in Prosa, in Gedichtform, geformt oder in freien Rhythmen. Wir fabrizieren Wortsalate und malen mit Worten. Wir sind mehrsprachig unterwegs und machen Grenzgänge zwischen Dialekt, Hoch- und Kunstsprache.
Und wenn du später vor Publikum lesen möchtest – auch dazu bekommst du eine Möglichkeit.
Dauer: 10-17 Uhr
Leitung: Helene Rüdisser/Franz Rüdisser
Eintritt frei

So, 22.9., 8:30 Uhr, Latons/Küngs-Maisäß
Montafoner Alp- und Maisäßbesitz im Klostertal
Kulturlandschaftswanderung mit Dr. Leo Walser
Die Bartholomäberger Sennalpe Latons und der Küngs-Maisäß, heute ebenfalls alpwirtschaftlich genutzt, sind allein wegen ihrer topografischen Lage auf der Schattseite des Klostertales eine Besonderheit unter den Montafoner Kulturlandschaften.
Nach der Auffahrt mit dem Wanderbus nach Rellsegg (ca. 1490 m ü. M.), einem bekannten Aussichtspunkt, führt die Wanderung über die Alplegi (1800 m ü. M.) zur Latonsalpe hinunter (ca. 1650 m ü. M.).Von geht es weiter durch das Einzugsgebiet des Gasteltobels (mit Tiefblick in das äußere Klostertal) und  das Naturwaldreservat Bomatschies zur denkmalgeschützten Maisäßsiedlung am Oberen Stein (Küngs-Maisäß) auf ca. 1550 m ü.M.
Der Rückweg über die Falla, Ganzaleitha, Botzis  und Rofer  zur Bärger Kirche folgt im Wesentlichen dem historischen Maisäßweg.
Auf Grund der beschränkten Teilnehmerzahl (Wanderbus) ist eine telefonische Anmeldung erforderlich (0650/6365484). Bergtaugliche Schuhe mit griffiger Sohle, Regenschutz und allenfalls Wanderstöcke werden empfohlen.
Treffpunkt: 8.30 Uhr Parkplatz bei der Kirche Bartholomäberg
Eintritt frei


8. September 2013

septimo 2013 - Woche 2

Mo, 9.9., 20 Uhr, Mehrzwecksaal Bartholomäberg
"Ich nannte ihn Vergaldner Schneeberg" - Ein Vortrag zur Geschichte der Bergnamen und zum Alpinismus im Montafon, von Dr. Peter Bußjäger
Die Benennung von Bergen hing bis vor nicht allzu langer Zeit auf engste mit der Lebenswelt der Bewohner des Alpenraums zusammen. Erst als der Alpinismus ungefähr ab der Mitte des 19. Jahrhunderts das Gebirge entdeckte trat ein Wandel ein. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Berge, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, eine vergleichsweise geringe Bedeutung. Ihre Benennung widerspiegelt zunächst das bäuerliche Lebensumfeld, wofür Namen wie Mittagsspitze, Alpkopf, ja sogar Piz Buin zeugen. Danach trugen aber bei weitem noch nicht alle Berggipfel einen Namen. Erst die Alpinisten hatten das Bedürfnis, den von ihnen erklommenen Spitzen einen Namen zu geben und waren dabei verschiedentlich recht kreativ. Der Vortrag wird auf diese Entwicklung näher eingehen und aufzeigen, dass viele Bergnamen viel jüngeren Datums sind als mitunter erwartet.
Eintritt EUR 4,-- /für Mitglieder des Heimatschutzvereins frei

Di, 10.9., 19:30, Heimatmuseum Schruns
Einen Ausweis vom FC Schruns - Geschichten von Menschen, die als Flüchtlinge kamen
Vor neun Jahren wurden die ersten Flüchtlingsfamilien gebracht, in eine ihnen völlig unbekannte Gegend, mit Menschen, deren Sprache sie nicht verstanden.
Maria Rast war als kurzer Aufenthalt gedacht. Es wurden Jahre. Kinder kamen hier zur Welt, besuchten Kindergarten, die Schulen. Sprachen bald Deutsch und Montafonerisch. Als die Eltern sich verständigen konnten, entstanden Beziehungen, Freundschaften.
Jahrelang blieben Unsicherheit und Angst, wieder weggewiesen zu werden. Dem Einsatz vieler MitbürgerInnen verdanken sie das Recht, in der neuen Heimat zu bleiben.
Wann gehört man dazu? Erzählen, verzeichnet als Montafoner Tradition im UNESCO-Kulturerbe, ist ein guter Weg dorthin.
Moderation: Helene Rüdisser / Franz Rüdisser
Musik: , Christian Stroppa (Saxophon/Flöte), Erik Frei (Gitarre)
Eintritt frei

Mi, 11.9., 16 Uhr, Pfarrkirche Bartholomäberg
Barockkirche Bartholomäberg - Führung mit Klaus Bertle
Die Barockkirche Bartholomäberg gilt als eine der sehenswertesten Kirchen in Vorarlberg. Nach der allgemeinen Überlieferung war Bartholomäberg schon im 11. Jahrhundert eine eigene Pfarrei. Am 26. Mai 1729 legte Pfarrer Johann Franz Marent den Grundstein zur neuen Barockkirche, der dritten und noch heute bestehenden Kirche. Das Gebäude beherbergt bedeutende Kunstschätze Vorarlbergs, wie etwa das romanische Vortragekreuz, den spätgotischen Knappenaltar und die barocke Ausstattung des Tiroler Bildhauers Andreas Kölle (1680-1755).
Eintritt frei

Mi, 11.9., 19 Uhr, Heimatmuseum Schruns
Montafoner Trachtengespräche - Stickereikostbarkeiten und ihre Motive
Die Stickereien der Montafoner Tracht, die auf verschiedenen Teilen der Tracht präsent sind, zeigen sich in der Nadelmalerei mit farbbrillianten Übergängen, wo Plattstiche ineinandergreifend gestochen werden und so die feinen Farbschattierungen entstehen. Insbesondere China scheint im 18. Jahrhundert Einfluss  auf die Ausführung europäischer Seidenstickereien in Plattstich gehabt zu haben. Der sich daraus entwickelten Naturalismus zu Anfang des 19. Jh. und die neu erfundene mechanische Musterung durch Stickereimaschinen führte zu einem künstlerischen Verlust in der handwerklichen Stickerei.
Wie unterscheiden sich eigentlich die Stickereien im Montafon? Gibt es einen Unterschied bei der Motivwahl in den einzelnen Gemeinden? Mit Stickerinnen aus dem Tal betrachten wir unterschiedliche Motive und Raritäten der Montafoner Tracht aus dem Museumsdepot.
Moderation: Elisabeth Walch
Eintritt frei

Do, 12.9., 19 Uhr, Tourismusmuseum Gaschurn
Zeitreise durch die Silvretta, Ausstellungseröffnung
Woher hat die Silvretta ihren Namen? Wer waren die ersten Menschen dort, und was haben sie gemacht? Was hat es mit dem sagenumwobenen Veltlinerhüsli auf sich? Welche Abenteuer erlebten die frühen Bergsteiger unter den schroffen Gipfeln? Wie kam es dazu, dass man bis vor kurzem in der Silvretta Boot fahren konnte?
Das Tourismusmuseum Gaschurn bietet im Rahmen einer neuen Ausstellung die einmalige Möglichkeit einer Reise durch die Jahrtausende, in Form einer Zeitreise voller Bilder und Klänge durch die Silvretta.
Eintritt frei

Fr, 13.9. Wintersportsammlung Tschagguns
Bergsteigen unter Tage
Eine Übersicht über die aktuelle Höhlenforschung an der Weißplatte und der Sulzflu
Vortrag von Alexander Klampfer und Emil Büchel
Das Rätikon, bekannt für seine Wanderziele, Schitouren bis hin zu den anspruchsvollen alpinen Klettertouren wartet auch unter der Oberfläche mit teils nur wenig bekannten Naturwundern auf. Das sogenannte Weißplatten-Höhlensystem, eine von rund 150 dokumentierten Höhlen im Gebiet, weist nicht nur einen der größten natürlich Hohlräume des Landes auf, sondern ist mit rund 500 m Tiefe und über 2 km Ganglänge eine der größten Höhlen Vorarlbergs!
Der Vortrag bietet einen Überblick über die Tätigkeiten des Vorarlberger Höhlenvereins sowie eine Übersicht über die bedeutendsten Höhlen an der Sulzfluh und Weißplatte.
Eintritt: EUR 4,-- / für Mitglieder des Heimatschutzvereins frei

Sa, 14.9., 7 Uhr, Schruns/Partnun
Auf den Spuren des Höhlenbären - Exkursion in die Apollohöhle, der zur Zeit längsten Höhle im Rätikon mit Alexander Klampfer und Emil Büchel
Die Apollohöhle ist eine alpine, weitgehend fossile Karsthöhle in der Gemeinde St. Antönien im Kanton Graubünden in der Schweiz. Sie liegt an der Ostflanke der 2818 m hohen Sulzfluh und hat eine vermessene Länge von über 3 km. Die Apollohöhle war zusammen mit anderen Höhlen in der Sulzfluh (Obere und Untere Seehöhle, Pfingsthöhle, Mondgang) vermutlich Teil eines einst zusammengehörigen großen Höhlensystems. Großen Bekanntheitsgrad erlangte die Apollohöhle durch den Fund von Knochen des Höhlenbären sowie durch Ihre eindrucksvollen Gänge.
Gemeinsam mit erfahrenen Höhlenforschern und geprüften Höhlenführern erkunden wir die einfach zu begehenden Teile der Höhle.

Anforderungen: Gute Kondition sowie Trittsicherheit (der Aufstieg bis zur Höhle dauert knapp 2 Stunden, Aufenthalt in der Höhle ca. 3 Stunden).
Ausrüstung: Bergschuhe, Rucksack für Helm und Höhlenanzug bzw. Bekleidung, entsprechende Kleidung für die Höhlentour sowie ein Helm mit Beleuchtung (ein spezieller Höhlenanzug sowie ein Helm mit Beleuchtung kann gegen ein Unkostenbeitrag von 15 € geliehen werden)
Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen

Treffpunkt: Parkplatz 6 in Partnun um 09:00 Uhr
Abfahrt in Schruns, 7 Uhr Bahnhof Schruns

Eintritt EUR 15,-- / EUR 13,-- für Mitglieder des Heimatschutzvereins

in Kooperation mit dem Karst- und Höhlenkundlichen Ausschuss des Vorarlberger Landesmuseumsvereins

So, 15.9., 9 Uhr, Gargellen - Sarottla Joch
Auf der Flucht: Gargellen – Sarotla – Schweiz
Interaktives Theater mit geführter Wanderung
Gargellen – Röbi – Rongg – Sarotla
Basierend auf Zeitzeugenberichten, historischen Dokumenten und literarischen Texten von Franz Werfel, Jura Soyfer u.a. versucht das teatro caprile in theatralischen und tänzerischen Streiflichtern den Fluchten während der NS Zeit nachzuspüren: Der Entwurzelung dieser Menschen, ihren Strapazen in einer hochalpinen Region, ihrer oftmals tödlichen Abhängigkeit von lokalen HelferInnen inmitten kleinräumiger Dorfstrukturen und sozialer Kontrolle oder der Menschlichkeit der Grenzwächter. Dabei wird die Bedeutung lokaler Geschichte und ihrer Protagonisten innerhalb nationaler und internationaler Politik besonders sichtbar.
Emotionale Dichte und historische Fakten machen „Auf der Flucht“ zu einem beeindruckenden kulturellen und künstlerischen Event. Gespielt wird im Hotel Madrisa, in Alphütten und im freien Gelände, die dargestellten Figuren und das Publikum durchmessen gleichermaßen das herrliche Gebirgspanorama mit dem einen Ziel: das Sarotla-Joch.
Spiel: Roland Etlinger, Katharina Grabher, Maria King, Andreas Kosek und Mark Német
Konzept: Katharina Grabher
Choreographie: Maria King
Regie: Andreas Kosek
Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.  Verkürzte Wanderungen und Szenen in trockenen Ausweichquartieren sind vorbereitet. Labestation auf dem Rückweg: Alpe Rongg. Begleitung: Friedrich Juen, Michael Kasper (Montafoner Museen).
Der Aufstieg von Gargellen auf das Sarotla-Joch erfordert eine entsprechende Grundkondition. Überdies wird eine bergwegtaugliche Ausrüstung (Schuhe mit griffiger Sohle, Regenschutz, ev. Wanderstöcke) empfohlen.
Treffpunkt: 9 Uhr Kirche Gargellen
Eintritt EUR 13,-- / EUR 8,-- für Mitglieder des Heimatschutzvereins
In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems und dem teatro caprile

Foto (c) Walter Kegele

1. September 2013

septimo 2013 - Woche 1

Di, 3.9., 14-17 Uhr
Alte Säge Rasafei "Müllis Ferdi"Führungen und Schausägen mit Hubert Loretz und Klaus Bertle
Die alte Säge am Rasafeibach in Latschau ist nach dem Flurnamen „Mülli“ (die Mülli erinnert an die bis ins 20. Jahrhundert in der Nähe betriebene Getreidemühle) und dem früheren Besitzer Ferdinand Loretz benannt. Die Familie Loretz erwarb 1849 die seit dem 18. Jahrhundert betriebene Säge von den Geschwistern Gavanesch. Der heutige Zustand entspricht im Wesentlichen dem von 1907. Damals erfolgte der Umbau zu einem so genannten Venezianergatter aus Teilen einer Säge in Frastanz.
Im gemauerten Untergeschoss befindet sich das oberschlächtige hölzerne Wasserrad (Durchmesser 4,1 m), welches in der Radstube die Transmission antreibt. Diese sorgt über zwei exzentrische Schwungräder und die Stelzen für die Auf- und Abbewegungen des Venezianergatters, einem einfachen senkrechten Sägeblatt mit automatischem Vorschub. Über eine Handwinde werden die Baumstämme seitlich auf den Blochwagen geholt.
Eintritt frei

Do, 5.9., 18 Uhr
Orgelkonzert mit historischer Einführung
mit Martin Heini und Michael Kasper
Die Orgel in Gortipohl zählt im Kern zu den ältesten Orgel im Montafon. Es handelt sich dabei ursprünglich um eine Appenzeller Hausorgel aus dem 17. Jahrhundert. Solche Hausorgeln waren entsprechend der Lokaltradition in der Ostschweiz (insbesondere Toggenburg und Appenzell) weit verbreitet. Die Orgel hatte nur sechs Register im Manual. 1863 erwarben die Gebrüder Kasper aus Gortipohl das Instrument und schenkten es der Kirche ihres Heimatortes. 1866 wurde es, ergänzt mit einem Pedalregister, in der Kirche aufgestellt. Oberhalb des mittleren Pfeifenfelds ist folgende Inschrift zu lesen: „Zum Lobe Gottes u. zur Ehre des Hl. Nicolaus hat der ehrsame Jüngling Christian Kasper diese Orgel gestiftet Ano 1866“. Mit Werken von süddeutschen Komponisten aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie mit Toggenburger Hausorgeltänzen präsentiert Martin Heini die klanglichen Möglichkeiten des Instruments. Im Anschluss an das Konzert besteht die Gelegenheit, die Orgel zu besichtigen.
Eintritt EUR 7,-- / EUR 5,-- für Mitglieder des Heimatschutzvereins
in Kooperation mit dem Vital-Zentrum Felbermayer, Gaschurn.

Fr, 6.9., ab 14 Uhr 
Handwerk Sennen, Herstellen von Käse
Wir produzieren unseren eigenen Käse in der Sennschule im Käsehaus Montafon. Unter fachkundiger Führung besichtigen wir zuerst die historische Alpsennerei im Heimatmuseum Schruns. Die Sennerei stammt ursprünglich von der Alpe Rona im hinteren Silbertal und wurde im Museum originalgetreu nachgebaut. Alte Montafoner Mundartwörter wie „Brenta“, „Bolma“ und „Käsger“ lernen wir ebenso kennen. Anschließend spazieren wir ca. 20 Minuten zum Käsehaus Montafon und setzen in der Sennschule die Theorie in die Praxis um. In ca. 2 Stunden bereiten wir unseren eigenen Käse zum Mitnehmen zu. Zum Abschluss genießen wir ein gemeinsames Abendessen vom Bauernbuffet.
Treffpunkt: 14 Uhr Heimatmuseum Schruns, Führung durch die historische Alpsennerei
Eintritt EUR 44,-, EUR 39,- für Mitglieder des Heimatschutzvereins
Im Preis inbegriffen sind die Museumsführung, Sennschule, Schürze, selbstgemachter Käse und Abendessen.
In Kooperation mit dem Käsehaus Montafon.

So, 8.9., 8 Uhr
Blockgletscherwanderungen Dürrwald
Exkursion mit Katharina Stocker MA
Diese geologische Wanderung führt in das frühherbstliche hintere Silbertal zu den Blockgletschern bei der oberen Dürrwaldalpe. Neben den geologischen Besonderheiten dieser Region werden vor allem die Blockgletscher Thema der Exkursion sein.
Diese interessanten Erscheinungen zeigen auf anschauliche Weise, wie sich der alpine Permafrost in der Landschaftsausbildung äußert.
Treffpunkt: 8 Uhr, Parkplatz „Felsa“ (bei Beginn Fellimännlestraße), anschließend fahren wir gemeinsam mit dem Bus bis zur Unteren Dürrwaldalpe und kehren auf demselben Weg wieder retour.
reine Gehzeit: 4 Stunden
Der Aufstieg erfordert eine entsprechende Grundkondition. Überdies wird eine bergtaugliche Ausrüstung (Schuhe mit griffiger Sohle, Regenschutz, ev. Wanderstöcke) sowie Verpflegung empfohlen.
Eintritt frei




26. August 2013

Aus dem Montafon an den Mississippi

Sonntag, 1. September, 10 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns

Ausstellungseröffnung & septimo-Auftakt:
Aus dem Montafon an den Mississippi - Montafoner Amerika-AuswandererInnen

Zahlreiche Montafoner und Montafonerinnen sind im 19. Jahrhundert aus unterschiedlichen Anlässen ins Hoffnungsland Amerika ausgewandert. Die meisten von ihnen hatten davor schon Wanderungserfahrung, trotzdem war das Risiko dieser Entscheidung kaum abzusehen.
Fast alle ließen sich zumindest anfänglich in St. Louis am Mississippi nieder. Hier hatte ein Gaschurner bereits in den 1830er Jahren ein Baugeschäft gegründet, in dem die Neuankömmlinge Arbeit fanden. Die Ausstellung bietet beispielhafte Einblicke in amerikanische Lebensläufe von Montafoner Auswanderern:
Glück und Unglück, Aufstieg und Absturz oder einfach ein mehr oder weniger ordentliches Auskommen kennzeichnen die Biografien. Etliche haben die Chancen der Neuen Welt zupackend angenommen, andere hatten Anpassungsschwierigkeiten und Heimweh und wieder andere sind im Meer der namenlosen Einwanderer untergegangen. Von all dem erzählen diese Ausstellung und der Begleitband.



Konzeption und Inhalt:   Meinrad Pichler
Gestaltung, Grafik:   Bertram Frei (Grafik-Design Frei)
Mitarbeit:   Elisabeth Walch, Leo Walser
Gesamtleitung:   Michael Kasper

22. August 2013

septimo 2013 – Kommen | Gehen | Bleiben



Zum dritten Mal in Folge wird der September im Montafon zum Kulturmonat. Vom 1. September bis zum 5. Oktober wird von den Montafoner Museen ein abwechslungsreiches Programm zur Vergangenheit und Gegenwart der südlichsten Talschaft Vorarlbergs geboten. Im Fokus des diesjährigen septimo steht insbesondere das Thema „Migration“. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Montafoner „Kultur- und Naturlandschaft“. 



Die Montafoner Museen setzen mit dem einzigartigen Vermittlungsprogramm septimo neue Maßstäbe in der besucherfreundlichen Präsentation der regionalen Kulturgeschichte, die laufend weiter erforscht und aufgearbeitet wird. Im Rahmen der unterschiedlichen Veranstaltungsformate werden verschiedenste Altersgruppen angesprochen und eingeladen, sich mit Themen wie der Auswanderung der Montafoner nach Amerika, der spätmittelalterlichen Niederlassung der Walser und insbesondere jüngeren Phänomenen der Migration im Montafon auseinanderzusetzen.
Die Ausstellungseröffnung „Vom Montafon an den Mississippi“ steht daher bewusst am Beginn des Veranstaltungsreigens und wird in der Folge durch Programmpunkte wie „Einen Ausweis vom FC Schruns – Geschichten von Menschen, die als Flüchtlinge kamen“ oder das Montaggespräch mit Mario Cranach, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Flucht ins Montafon kam, ergänzt. Derartige Themen rund um das Kommen, Gehen und Bleiben haben wohl Signalcharakter für die Ausrichtung eines „Heimatschutzvereins“ im 21. Jahrhundert. Sie zeigen auf, dass Migration nicht nur ein Phänomen der Gegenwart, sondern Teil der Menschheitsgeschichte ist. Sie geben Einblicke in die lange Geschichte von Zu- und Abwanderung im Montafon und möchten das Bewusstsein schärfen, dass im Tal schon immer Menschen unterschiedlicher Herkunft Leben, Arbeit und Gesellschaft in vielfältiger Form mitgestaltet haben.


Einen unverzichtbaren Schwerpunkt des kulturhistorischen Erntemonats bildet die Kultur- und Naturlandschaft des Montafons – finden sich doch die Veranstaltungsorte vom Talbeginn bis zum Talschluss über alle Höhenstufen hinweg verteilt. Die Museen setzen damit ein klares Zeichen der Offenheit, denn sie verlassen die ehrwürdigen Museumsgebäude und begeben sich in die landschaftliche Vielfalt, die das Montafon zu bieten hat. Alpen und Maisäße, Wanderwege, Gasthäuser, Kirchen, Höhlen, Blockgletscher und Auwälder sind nur einige der Schauplätze der Veranstaltungen.

Programmbroschüre

Veranstalter: Montafoner Museen
E info@montafoner-museen.at
T +43 (0)5556 74723
I www.septimo.at 

5. August 2013

Terminaviso: 1. Montafoner Gipfeltreffen

1. Montafoner Gipfeltreffen

"Gebirgsüberschreitung und Gipfelsturm als Großtat"

 

Montag 7. – Freitag 11. Oktober 2013 in Schruns


Gebirge, Gebirgsketten und hohe Berge übten sein jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus. Dies wird bereits aus Schriftzeugnissen der frühen Hochkulturen Vorderasiens vor mehr als 4000 Jahren deutlich, wo Berg und Gebirge ganz unterschiedliche Konnotationen hervorrufen können. Diese können sowohl positiv als auch negativ beladen sein. Berge können als Göttersitze und als Synonyme für Tempel und Stadt figurieren. Sie können als Sinnbilder naturbelassener Garten- und Naturlandschaften begegnen, die man als Kulissen und Erholungsräume in die Palastlandschaften der expandierenden Großstädte zu integrieren versucht. Sie können aber auch als Ursprungsgebiet zivilisationsfremder Gefahren und Bedrohungen angesehen werden, die es zu überwinden und zu bewältigen gilt. Das Spannungsverhältnis zwischen Faszinosum und Schauder, abstoßender Fremdheit einerseits, sowie magischer Anziehung andererseits ist ein bestimmendes Kennzeichen jener Wahrnehmungsmuster, die das Verhältnis zwischen Mensch und Gebirge seit frühesten Zeiten prägen und die bis in die Gegenwart zu beobachten sind. Dabei spielt der Aspekt der Aneignung und Bezwingung der mit der Gebirgswelt verbundenen Alterität von Anbeginn eine besondere Rolle.
Die internationale Tagung in Schruns beschäftigt sich mit diesem Phänomen der Naturbezwingung unter einer gezielt unversalhistorischen Perspektive. Gebirgsüberschreitung und Gipfelsturm repräsentieren in diesem Zusammenhang die „große Tat“, die sowohl ein Individuum als auch ein Kollektiv vollbringen konnte. Im Zentrum der Betrachtung steht nicht die Faktizität des Erreichten, sondern der jeweilige Darstellungsmodus der vollbrachten Leistung. Es geht nicht um die historische Einzeltat, sondern um deren Präsentation in der Öffentlichkeit und den in diesen Kontexten entfalteten Diskurs.
Historisch-chronologisch spannen die Vorträge einen weiten, interdisziplinär angelegten Bogen, der von den frühen Schriftkulturen Vorderasiens bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Geographisch werden Gebirgslandschaften ganz unterschiedlicher Weltgegenden in den Blick genommen. Neben lokalen Studien, die auf die alpinen Landschaften Tirols und Vorarlbergs fokussieren, beschäftigen sich Detailstudien mit den Alpenregionen der Schweiz und Frankreichs, mit dem Taurosgebirge in der Türkei, dem Zagrosgebirge im Iran, dem Hindukusch Zentralasiens, der Kaukasusregion, dem Sinai oder dem Hochland Tibets. In 28 Vorträgen von international renommierten Gelehrten bietet die Tagung einen bis dahin nicht gekannten ebenso breiten wie tiefen Blick auf ein Thema, das die Menschen seit Jahrhunderten fasziniert und das bis zur Gegenwart nichts von seinem Reiz verloren hat.

Organisation:
Robert Rollinger, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik, Universität Innsbruck
Martin Korenjak, Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien, Innsbruck
Michael Kasper, Montafoner Museen, Schruns
Andreas Rudigier, vorarlberg museum, Bregenz

Die Tagung ist öffentlich zugänglich.
Tagungsort: Schruns (Austria), Sternensaal
Registrierung: Registrierungsbüro befindet sich im Sternensaal
Montag, 7.10. 15-20 Uhr
Dienstag, 8.10., 8-13 Uhr

Kontakt: Karin Valasek, info@montafoner-museen.at

gefördert durch:

Land Vorarlberg: Wissenschaftsabteilung


Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien



Stand Montafon


vorarlberg museum




Programm:
Montag: (Nachmittag: Anreise)
18:00 - 20.30 Eröffnung
Einführung: Martin Korenjak, Robert Rollinger
Grußworte: BM Karlheinz Töchterle
Eröffnungsvortrag: Raoul Schrott
anschl. Buffet
Dienstag:
9.00-9.45 Alexander und der Hindukusch (Barbara Czerny, Innsbruck)
9.45-10.30 Vom höchsten Gipfel zum Grund des Meeres: Naturbezwingung als Herrschaftslegitimation (Sebastian Fink, Innsbruck)
Pause: 10.30-11.00
11.00-11.45 „Das Ende des Alten vom Berg. Die mongolische Eroberung der assassinischen Bergfeste Alamut“. (Johannes Gießauf, Graz)
11.45-12.30 (Keine) Frauen in der Silvretta. Die Ausnahmebergsteigerin Hermine Flaig (Edith Hessenberger, Telfs)
Mittagspause: 12.30 – 14.30
14.30-15.15 Bedeutende Bündner Bergsteiger in der Berninagruppe und den Bergeller Bergen (Florian Hitz, Chur)
15.15-16.00 „Kreuzzug auf den Piz Buin“ – Gipfelkreuzerrichtung als politische Machtdemonstration (Michael Kasper, Schruns)
Pause: 16.00-16.30
16.30-17.15 Ein Krieg im Gebirge: Bernhard Freiherr von Hornsteins „Algoica rupicaprarum venatio" (1749) (Wolfgang Kofler, Innsbruck und Anna Novokhatko, Freiburg i. B.)
17.15-18.00 Der Mythos des Gebirgskrieg(er)s im Ersten Weltkrieg (Hermann Kuprian, Innsbruck)
Mittwoch:
9.00-9.45 Gebirgsbezwingung in der Metaphorik der Kirchenväter: Ephraem der Syrer (Martin Lang, Innsbruck)
9.45-10.30 Maximilian I. bezwingt das Gebirge: Der Magnanimus des Richardus Sbrulius (Johanna Luggin, Innsbruck)
Pause: 10.30-11.00
11.00-11.45 Hannibals Alpenüberquerung im Bild, 18.-21. Jahrhundert (Jon Mathieu, Luzern)
11.45-12.30 Die Alpenüberquerungen der römisch-deutschen Herrscher im Mittelalter (Mark Mersiowsky, Innsbruck)
Mittagspause: 12.30 – 14.30
14.30-15.15 ---
15.15-16.00 Gebirgsbezwingung und deren Verarbeitung in der Kunstgeschichte (Doris Hallama, Innsbruck)
Pause: 16.00-16.30
16.30-17.15 Marco Polo auf dem Dach der Welt“ (Hermann Niedermayr, Innsbruck)
17.15-18.00 Die Zimba und deren permanente Bezwingung (Christof Thöny, Bludenz)
Donnerstag:
9.00-9.45 Sargon II’s campaign to the Zagros Mountains (Giovanni B. Lanfranchi, Padova)
9.45-10.30 Vitellius´ Zug über die Alpen (Josef Wiesehöfer, Kiel)
Pause: 10.30-11.00
11.00-11.45 Hitlers Gebirgsjäger auf dem Elbrus 1942. Diesseits und jenseits von Kriegspropaganda und Nachkriegsmythen (Dirk Rupnow, Innsbruck)
11.45-12.30 Die Bezwingung des Gebirges durch Marschall Suwarow (Wolfgang Scheffknecht, Lustenau)
Mittagspause: 12.30 – 14.30
14.30-15.15 Der lange Weg nach Lhasa Heinrich Harrers und Peter Aufschnaiters Flucht über den Himalaya (Wido Sieberer, Kitzbühel)
15.15-16.00 Gebirgsüberquerungen aus archäologischer Sicht am Fallbeispiel Tirol und Vorarlberg (Harald Stadler, Innsbruck)
Pause: 16.00-16.30
16.30-17.15 Xenophons Marsch durchs Gebirge (Oliver Stoll, Passau)
17.15-18.00 Der römische Alpenfeldzug (Brigitte Truschnegg, Innsbruck)
Freitag:
9.00-9.45 Schamanen, Goldgräber und Soldaten – frühe Formen der Aneignung von Gebirgen in Vorarlberg (Manfred Tschaikner, Bregenz)
9.45-10.30 Alpenpassage und Geschichtskultur: Mit dem Carbonstock in die Steinzeit (Bernhard Tschofen, Zürich und Sarah Willner, Tübingen)
Pause 10.30-11.00
11.00-11.45 Hannibals Zug über die Alpen (Kai Ruffing, Marburg)
11.45-12.30 Schlusswort (Klaus Eisterer, Innsbruck)
Freitag, Nachmittag: 13.30-16.00 Exkursion nach Gaschurn mit Bus

Anreise Bahn:
ÖBB - Österreichische Bundesbahnen
Auskunft über alle europäischen Zugverbindungen und Fahrplan, inklusive Umsteigemöglichkeiten sowie Preisinfos für innerösterreichische Bahnfahrten finden Sie unter www.oebb.at.
MBS - Montafonerbahn Bludenz - Schruns
Bahnhof Bludenz - Montafonerbahn von Bludenz nach Schruns (ca. 20 min.), Frequenz ca. alle 30 min. (zu den Hauptzeiten). Informationen zu den Fahrzeiten und Fahrplan, Verbindungen und Dienstleistungen erhalten Sie unter www.montafonerbahn.at

Anreise PKW:
Aus Deutschland (D)
Pfändertunnel - Rheintalautobahn A14 - Ambergtunnel - Abfahrt Bludenz/Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).

Aus der Schweiz (CH)
Über Chur - Autobahn von Zürich/Chur - Abfahrt Gams – Fürstentum Liechtenstein (FL) - Feldkirch/Tisis - durch Feldkirch in Richtung Bludenz/Innsbruck - Walgau- autobahn A14 - Abfahrt Bludenz / Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).
Über St. Gallen- Autobahn von Zürich/St. Gallen - Ausfahrt Oberriet-Meiningen - Autobahn A 14 in Richtung Bludenz ab Auffahrt Rankweil - Ambergtunnel A14 - Abfahrt Bludenz/Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).

Aus Österreich (A)
Über den Arlberg - S 16 Arlbergschnellstraße in Richtung Bludenz - Abfahrt Bludenz/Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).

Ortsplan Schruns:

3. Juli 2013

Reiseziel Museum 2013

„Reiseziel Museum 2013“ –
Von hier nach dort und umgekehrt!

Sonntag, 7. Juli, 10-17 Uhr
Sonntag, 4. August, 10-17 Uhr
Sonntag, 1. September, 10-17 Uhr

Auch in diesem Sommer heißt es wieder „Reiseziel Museum“! Kinder werden zu kleinen Reiseleiterinnen und Reiseleitern und begeben sich mit der Familie auf eine einmalige Museumsreise. An drei Terminen bietet die Aktion in 37 Museen in Vorarlberg und Liechtenstein ein tolles Familienprogramm für Groß und Klein. 

In Kooperation mit der Kulturabteilung sowie der Initiative „Kinder in die Mitte“ des Landes Vorarlberg und der Kulturstiftung Liechtenstein öffnen an drei Sonntagen im Sommer insgesamt 37 Museen ihre Türen für Kinder und deren Familien. Bei der Aktion „Reiseziel Museum“ werden Kinder zwischen 3 und 12 Jahren zu kleinen Museums-Reisleiterinnen und Reiseleitern. In jedem Museum erwartet die Kinder ein eigens für sie und ihre Familien konzipiertes Programm mit tollen Mitmach-Aktionen. Spannend wird der diesjährige Themenschwerpunkt, der in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle für Integrationsangelegenheiten des Landes erarbeitet wurde. Mehr Informationen unter www.vorarlberg.at/kinderindiemitte

Kinderprogramm in den MONTAFONER MUSEEN

Montafoner Bergbaumuseum Silbertal (Zentrum 256, Gemeindeamt)
Schätze der Erde
Wenn Archäologen ausgraben, müssen sie sehr vorsichtig sein. Die Fundstücke erzählen uns viel über die Vergangenheit. Unsere jungen Reiseleiterinnen und Reiseleiter benutzen wie die Archäologen kleine Werkzeuge und erforschen bzw. suchen kleine Fundstücke in der Erde. Die gefundenen Schätze können im Reisekoffer mitgenommen werden.
Im neu gestalteten Bergbaumuseum seid ihr auch eingeladen, die neue Kinderecke auszuprobieren und gemeinsam mit euren Eltern, Großeltern usw. in eine längst vergangene, mit Mythen und Sagen bespickte Welt einzutauchen. 

Museum Frühmesshaus Bartholomäberg (Dorf 11)
Windkraftwerk
Interessante Ergebnisse aus der 13-jährigen Forschung zur frühesten Besiedelungsgeschichte des Montafons warten auf dich als jungen‘ Reiseziel-Museum-Besucher! Nach einem spannenden Suchrätsel bauen wir mit dir ein kunterbuntes „Windkraftwerk“ aus Haselstock, Kork und Federn, denn auch schon zu Urzeiten war der Wind ganz wichtig für das Überleben der Menschen. Konkret wurden wind- und wassergeschützte Gebiete von den Siedlern ausgesucht, um sich dort sesshaft zu machen. So können wir auch mit dieser Bastelei einen Zusammenhang mit urzeitlich maßgeblichen und überlebenswichtigen Naturbedingungen und Erfordernissen herstellen und dem Windrad eine besondere Symbolik vermitteln.

Montafoner Heimatmuseum Schruns (Kirchplatz 15)
Wir prägen eine Münze
Das Prägen und Bearbeiten von Metallblechen ist eine sehr alte Technik mit einer langen Tradition im Kunsthandwerk. Häufig wurden Goldbleche durch Gravieren, Treiben, Punzen oder Ätzen in die gewünschte Form gebracht. Wir prägen unsere eigene Münze mit Metallfolie und dürfen diese dann im Reisekoffer mitnehmen.

Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn (Dorf 9)
Wir wandern aus!
Das haben auch viele Montafoner gesagt und sind in eine neue Heimat aufgebrochen. Dabei war nicht nur ihre Abenteuerlust Grund für die große Reise. Im Tourismusmuseum Gaschurn erfährst du, wohin die Menschen gegangen sind und wie es ihnen dabei ergangen ist. Um für die Reise gerüstet zu sein, kannst du dir deinen eigenen Münzbeutel basteln. Bei einem Quiz durchs Museum kannst du dir die ersten Taler verdienen und deine Reise in einem Leporello, den du selber gestalten kannst, festhalten.

Mehr Informationen unter www.vorarlberg.at/kinderindiemitte

1. Juli 2013

„Der Krautschneider ist da!“ – Streifzüge durch die Montafoner Migrationsgeschichte

Lesung mit MMag. Michael Kasper
Musik: Moussa Cissokho

Datum 02.07.2013
Beginn 20:00
Ort Kunstforum Montafon




Das Wandern prägte über Jahrhunderte die Montafoner Geschichte. Während im Mittelalter noch Walser und Bergarbeiter ins Montafon einwanderten, folgte in der Neuzeit saisonale oder dauerhafte Abwanderung aus dem kargen Gebirgstal, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Begriffe wie „Krautschneider“, „Sensenhändler“, „Ährenleserinnen“ oder „Schwabenkinder“ sind untrennbar mit der Geschichte der Montafoner Bevölkerung verknüpft und werden an diesem Abend durch verschiedene Berichte, Erzählungen und andere Texte veranschaulicht. Dass die Montafoner Migrationsgeschichte aber bis heute andauert, immer noch Menschen ins Tal kommen, andere hingegen abwandern soll ebenso in den Blick genommen werden. Der aus dem Senegal stammende Sänger Moussa Cissokho wird die Veranstaltung auf der Kora (afrikan. Stegharfe) musikalisch begleiten. 

in Kooperation mit dem Kunstforum Montafon

30. Mai 2013

Im Juni in den Montafoner Museen

Veranstaltungen im Juni in den Montafoner Museen: 


7. Juni - 14 Uhr, Kurs: Kräuterspirale bauen | Garten Tourismusmuseum Gaschurn, Dorfstraße 9

9. Juni - 10:30 Uhr, 1. Gaschurner Museumsgespräch: "D´Maisäßziet" | Tourismusmuseum Gaschurn, Dorfstraße 9

9. Juni - 14 Uhr, Naturvielfalt in Vandans. Biotopexkursion zu Ladritschbach, Agat und Venser Tobel | Vandans, Treffpunkt Venser Kapelle

12. Juni - 20 Uhr, Der Einfall der Bündner ins Montafon 1622 | Wintersportsammlung Tschagguns, Dekan-Ellensohn-Weg 3

15. Juni - 9 Uhr, Schragazukurs | Gargellen, Treffpunkt: Hotel Vergalden, HNr. 62 Gargellen

20. Juni - 18 Uhr, Bergbau im Montafon. Ausstellungseröffnung | Bergbaumuseum Silbertal, Zentrum 256 (Gemeindeamt)

23. Juni - 14 Uhr, Naturvielfalt in Tschagguns. Biotopexkursion im Gebiet von Bitschweil, Mansaura und untere Hora | Tschagguns, Treffpunkt: Parkplatz Bitschweil

30. Juni - 20:15 Uhr, Sonnenmusik, Habsburger und das Montafon | Vitalzentrum Felbermayer, Gaschurn

Detaillierte Infos zu den einzelnen Veranstaltungen unter www.montafoner-museen.at/veranstaltungen

 

22. Mai 2013

Erzählen vom Leben im 20. Jahrhundert

Erzählen vom Leben im 20. Jahrhundert
Buchpräsentation von Dr. Edith Hessenberger

28. Mai 2013, 20 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns, Kirchplatz 15

Wie erzählen Montafonerinnen und Montafoner von ihrem Leben, und was ist ihnen vom 20. Jahrhundert besonders in Erinnerung geblieben? Edith Hessenberger untersuchte im Rahmen ihrer Dissertation 67 lebensgeschichtliche Erzählungen und setzt sie zu einer anderen Art der Geschichte des letzten Jahrhunderts zusammen: zu einer Geschichte bestehend aus Erinnerungen von Menschen aus dem Montafon. Diese umfasst inhaltlich drei Kernbereiche: die arbeitsame Kindheit im ärmlichen berglandwirtschaftlich geprägten Montafon der Zwischenkriegszeit, die Jahre des Nationalsozialismus und seine Auswirkungen auf das Leben im Tal, und schließlich den wirtschaftlichen Aufschwung und die Modernisierung des Lebens seit den 1950er Jahren. Roter Faden in den Erzählungen ist der unvorstellbare Wandel, den jede und jeder von den Befragten im Laufe ihres Lebens miterlebte.  

Edith Hessenberger studierte Europäische Ethnologie und Geographie in Wien und Innsbruck und ist heute als freiberufliche Wissenschafterin tätig.
Moderation: Dr. Andreas Rudigier

Autorin: Edith Hessenberger
Titel: Erzählen vom Leben im 20. Jahrhundert
Untertitel: Erinnerungspraxis und Erzähltraditionen in lebensgeschichtlichen Interviews am Beispiel der Region Montafon/Vorarlberg
ISBN: 978-3-7065-5207-3
Umfang: 464 Seiten

zahlreiche s/w-Abbildungen

Preis: EUR 34,90

In den Montafoner Museen (Bestellung: info@montafoner-museen.at) und im Buchhandel erhältlich.



Lange Nacht der Kirchen 2013

Alte Pfarrkirche Vandans, 18 Uhr
Pfarrkirche Bartholomäberg, 20 Uhr
Pfarrkirche St. Gallenkirch, 20 Uhr

Lange Nacht der Kirchen
"Dann wird es weder Tag noch Nacht werden, sondern am Abend wird Licht sein." (Sach 14,7)
 
Rudolf Sagmeister (Vandans), Klaus Bertle (Bartholomäberg) und Mag. Wilfried Dür (St. Gallenkirch) erläutern an diesem Abend die Geschichten dieser drei bedeutenden Montafoner Kirchen. Wenn Sie mehr über diese besonderen Sakralbauten erfahren wollen, bietet sich in dieser Langen Nacht die Gelegenheit dazu. 


Die alte Pfarrkirche von Vandans steht im Ortszentrum und wurde in den Jahren 1777 (Langhaus) und 1792 (Presbyterium) an Stelle der damals zu klein gewordenen Pfarrkirche unter Pfarrer Anton Fleisch errichtet. Die Kirche ist ein einfacher barocker Bau. Als in den Jahren 1958 bis 1960 die neue Pfarrkirche gebaut wurde, glaubte man, diese Kirche abbrechen zu können. Doch viele Umstände brachten es zuwege, dass die Kirche stehen blieb und in den Jahren 1990-1992 restauriert werden konnte. 

Die landesweit einzigartige barocke Pfarrkirche von Bartholomäberg aus 1732 mit einem gotischem Knappenaltar (um 1525), einer bedeutenden Orgel und einem romanischen Vortragekreuz aus dem 12. Jahrhundert steht an einer beherrschenden Stelle in der Siedlung am Berghang. Der Grundstein für diese Kirche wurde am 26. Mai 1729 gelegt. Die feierliche Einweihung führte am 6. Juni 1743 Bischof Benedikt von Rost aus Chur durch. Bartholomäberg war bereits um das Jahr 1100 die erste Pfarre im Montafon. 1383 nennt eine Urkunde die Erhebung und Abtrennung Bartholomäbergs von Bludenz. Bartholomäberg war bis in die frühe Neuzeit der Hauptort des Montafons. 


In St. Gallenkirch bestand seit 1307 eine Kapelle, 1474 erfolgte ein Neubau. Jener Zeit gehört der noch heute bestehende gotische Polygon-Chor in seiner architektonischen Gestaltung an. Das gotische Chor-Gewölbe wurde barockisiert. Die Kirche zählt mit ihren drei Rokokoaltären, der Kanzel und dem Orgelgehäuse zu den schönsten Rokokokirchen Vorarlbergs. Bedeutend ist auch der außergewöhnliche Freskenzyklus von W. Klausner (1775).






Trockensteinmauern - bauen, sanieren und verstehen

Trockensteinmauern - bauen, sanieren und verstehen
mit Dr. Martin Lutz und Friedrich Juen
 
23.-25. Mai 2013 - St. Gallenkirch / Rüti (Via Valtellina)
 
Dieser dreitägige Kurs vermittelt die Grundfertigkeiten für die Errichtung und Sanierung von Trockensteinmauern in Anlehnung an den LFI-Zertifikatslehrgang Errichtung von Trockensteinmauern. Im praktischen Handanlegen werden Sie in Bauablauf, Steintriage, Fundamente, Schnurgerüst, Hintermauerung, Binde- und Decksteine, Stabilität, Steinqualität, Werkzeug, Ökologie, etc. eingeführt. Tägliche Erfahrungsaustausche über Erfolge und Misserfolge runden den Kurs ab.

Grundlagen und Grundfertigkeiten zum Trockensteinmauerbau, Goldene Regeln des Trockenmauerbaus und deren praktische Anwendung, Vorgehen in der Planung und Arbeitsvorbereitung bis hin zur Instandhaltung, Werkzeug- und Steinkunde, historische Hintergründe und ökologisch-landschaftliche Bedeutung.

Diese Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem LFI Vorarlberg, dem Stand Montafon, der Gemeinde St. Gallenkirch sowie dem Biosphärenpark Großes Walsertal durchgeführt.
Anmeldung und weitere Informationen: LFI Vorarlberg, 05574/400-191 oder info@montafoner-museen.at 


13. Mai 2013

Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg

Donnerstag, 16. Mai, 20 Uhr
Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn
 
Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg
Buchpräsentation mit Sigi Schwärzler

Wenngleich die Thematik des Wilderns in Vorarlberg nicht neu ist und seit Jahrhunderten fremdes Wild illegal erlegt wird, so ist es bis zum heutigen Tage medial ein eher wenig bearbeitetes Kapitel. Umso mehr gebührt Sigi Schwärzler, dem Autor des Buches „Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg“, das Verdienst, sich erstmalig monographisch dieses heimatkundlichen hochinteressanten Themas angenommen zu haben.

Unter dem Begriff des Wildschützen verstand man eine Person, die der Jagd nachging, ohne dazu berechtigt zu sein. Nur waren just Existenz und Ausmaß der Jagdberechtigung bestimmter Personenkreise zwischen den Jagdausübenden einerseits und den Forstorganen beziehungsweise den landesfürstlichen Behörden andererseits umstritten. Was sich aus der Sicht Ersterer als „gutes altes Recht“ präsentierte, konnte aus obrigkeitlicher Perspektive durchaus als Rechtsanmaßung und „Verachtung landesfürstlicher Autorität“ qualifiziert werden. Wilderei war nicht irgendein peripheres Delikt, sondern eines, das in der Volkskunde der Unterschichten eine große Rolle spielte. Es war das Männerdelikt „par excellence“.


29. April 2013

hem.at.land - Mundarttexte und Musik

Freitag, 3. Mai 2013 um 19:30 Uhr
im Gasthof Löwen, Tschagguns

hem.at.land
Mundarttexte und Musik


Heimat sei dort, wo man sich aufregt: O Heimatland!
Und Heimat ist dort, wo man sich wohl fühlt: O Hoamatle, o Hoamatle. Der Volksmund weiß es schon lange: Ohni zanggat wörd net gliabt.

Lob und Spott, Ärgerliches und Liebes, Lustiges und Ernstes, gereimt und ungereimt spiegeln die Mundart-Texte Einstellungen von Einheimischen und Zweiheimischen wieder, lassen Altheimische und Neuheimische zu Wort kommen.

Zam Rima sen si guat ofglet mengs Gschichtli kunnt do ofs Tapet – und die HAUSMUSIK LÖWEN ist Garantie, dass die Veranstaltung, bei Gespräch, Essen und Trinken d Lüt zemma brengt.

Mit Heinrich Pfanner, Vandans, Helene Rüdisser, Schruns, Franz Rüdisser, Schruns, Valentina und Ismayil, Schruns, Hausmusik Löwen, Tschagguns. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe mundartMAI.

17. April 2013

18. Montafoner Trachtengespräche

18. Montafoner Trachtengespräche
Produkt Schafwolle – die Lodenfabrik, die Herstellung des neuen Mäßli und das Montafoner Steinschaf



Montag, 22.04.2013, 19:00 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns



Die Montafoner Museen mit den Montafoner Trachtengesprächen wollen auf die Erwartungen, Anregungen und Wünsche ihrer Besucher/innen immer wieder aufs Neue eingehen. Wir versuchen nach wie vor unser Stammpublikum bei der einheimischen Bevölkerung vergrößern. Die Geschichte und die Produkte der Lodenfabrik in Schruns werden einleitend zum Thema gemacht. Sigrid Bannier kommt extra zu Besuch, um über ihre Arbeit am neuen Mäßli zu berichten. Die Dokumentation über die Herstellung wurde vergangenes Wochenende von Ulrike Bitschnau (Geschäftsführerin des Landestrachtenverbandes) den Montafoner Museen übergeben. Sie wird informieren warum es sich so schwierig gestaltete jemanden zu finden, der das Mäßli wieder herstellen kann.
Peter Kasper und Martin Mathies werden schließlich das Montafoner Steinschaf vorstellen, dessen Wolle im Mäßli verarbeitet wird.

Nach dieser Präsentation werden wir uns dann der Frage widmen: Wie viel Montafoner Steinschaf ist im Mäßi? Und in der Publikumsdiskussion - Was ließe sich noch aus dieser Wolle herstellen? Wie kann daraus ein gefördertes Projekt werden?
Mit Sigrid Bannier (Filzerin), Ulrike Bitschnau (Landestrachtenverband), Marion Ebster (Stand Montafon), Peter Kasper und Martin Mathies (Montafoner Steinschafzüchter), Elisabeth Walch (Montafoner Museen).

8. April 2013

Montafoner Museen: Jahresbericht 2012

Ab 9. April erhältlich, für HSV-Mitglieder bei der Generalversammlung gratis.

Michael Kasper (Hg.), Jahresbericht 2012. Montafoner Museen. Heimatschutzverein Montafon. Montafon Archiv, Schruns 2013.
INHALT:

Jahresbericht
Jahresbericht der Montafoner Museen (Michael Kasper)  4
   
Ausstellungen
So jung! – Fotografien erzählen von geglückter und verlorener Kindheit im Montafon (Bruno Winkler)  10
„Ich träume noch von der Kuranstalt“ – Eine Ausstellung (Lisa Hessenberger)  14
Wenn jemand geht (Marko Zink)  20
Feste und Bräuche im Montafoner Jahreskreis (Michael Kasper, Elisabeth Walch)  22
   
Vermittlung & Veranstaltungen
septimo 2012 (Michael Burger)  28
Heimat bauen (Bruno Winkler)  29
„Von der Wissenschaft zur Gastwirtschaft“ – Silvretta Historica Tagung 2012
(Christoph Walser, Thomas Reitmaier, Karsten Lambers )  32
Die ViaValtellina (Karin Valasek)  34
Kulturlandschaftswanderungen (Leo Walser)  37
Montafoner Trachtengespräche (Elisabeth Walch)  39
Meine, deine, unsere Tracht – Eine globale Beziehungsgeschichte (Theresia Anwander)  41
Exkursion Stoffdruckmuseum Hard (Elisabeth Walch)  44
Engadiner Begegnung in St. Moritz (Elisabeth Walch)  45
Erzählen ist Immaterielles Kulturerbe im Montafon (Edith Hessenberger)  47
Mach Urlaub do im Tal (Annelies Zerlauth)                49
Social Media in den Montafoner Museen (Michael Kasper)  50
   
Zeitgeschichte
Der Montafoner Arbeitskreis (Dirk Strohmann)  52
„Das werd ich nie vergessen!“ – Erinnern zwischen Kollektivität und Individualität (Lisa Hessenberger)   60
Berühmte Gäste im Montafon (Désirée Mangard)   66
Zwangsarbeit auf den Baustellen der Vorarlberger Illwerke 1938-45 (Michael Kasper)  67
Joseph Cordiers Kriegstagebuch in deutscher Sprache (Edith Hessenberger)  71
„Der Kreuzzug des Reichsbundes“ – Das erste Gipfelkreuz auf dem Piz Buin (Michael Kasper)  82
Ein Blick ins Gipfelbuch des Piz Buin der 1940er Jahre (Andreas Brugger)  88
Entwicklung der alpinen Leistungsphysiologie um die Jahrhundertwende (Hanns-Christian Gunga)  90
Zwecks Herstellung geordneter Zustände (Franz Rüdisser)  96
   
Migrationsgeschichte
Im Sturm nach Amerika (Meinrad Pichler)  98
Zwei Berichte zur Montafoner Arbeitsmigration 1806/07 (Michael Kasper)  101
„Aus dem Thal Montefu in Tyrol“ (Markus Bauer)  102
   
Geschichte & Kunstgeschichte
Die Frevelbücher der Herrschaft Bludenz (1544-1599) (Nicole Ohneberg)  112
Ein Gang durch die Geschichte des Zeinisjochs (Michael Kasper)  121
Gab es Viehmärkte auf Vermunt? (Dieter Petras)  130
St. Nikolaus in Gortipohl (Andreas Rudigier)   133
Paßnamen und Grenzen im Montafon (Guntram Plangg)  137

Archäologie
Bergbau im südlichen Vorarlberg – ein montanarchäologischer Survey (Georg Neuhauser, Sarah Leib)  146
Archäologie im Montafon – neue Erkenntnisse zur frühen Wirtschafts- und
Besiedlungsgeschichte (Rüdiger Krause et al.)  151
   
Kultur- & Naturlandschaft
Vom Wandel in der Kulturlandschaft (Friedrich Juen)  158
Lösungsansätze zwischen Dynamik und Tradition – von der Erfindung eines Werkzeugs zum
Erhalt der Maisäßlandschaften Montafon (Marion Ebster)  161
Kennzeichnung „Montafoner Baukultur“ (Leo Walser)  165
Der »Alte Pfarrhof« –  Mühleweg 4 in Innerberg (Klaus Pfeifer)  166
Informationen, Beratungen und Stellungnahmen zu Kulturlandschaftsprojekten (Leo Walser)  174
Kulturgut „Schragazu“ (Edith Hessenberger)  175
Förderungen für bauliche Kulturgüter (Leo Walser)  178
Kulturlandschaftsfonds des Standes Montafon (Leo Walser)  179
Kampf um Aufmerksamkeit: Tourismusinszenierung der Berge (Stefan Forster)   180
Die Montafoner Kulturlandschaft im 19. Jahrhundert (Michael Kasper)  183
Kult[ur] ist in. Das Projekt Montafoner Kulturlandschaft (Nadine Kasper, Patrick Rösler)  188
Die Blockgletscher der Verwallgruppe (Katharina Stocker)  190
„Bergsteigen unter Tage“ (Alexander Klampfer)  196
Das Biotopinventar Vorarlberg (Ruth Swoboda)  201
Raumentwicklung Montafon (Martin Strele, Christoph Breuer)  203
100 Jahre Fideliskapelle Gargellen (Wilfried Dür)  208
   
Museen / Archiv / Heimatschutzverein
Die Museumssammlung wächst! (Elisabeth Walch)  210
Bericht aus dem Montafon Archiv (Andreas Brugger)  212
Jahresabschluss 2012 (Judith Ganahl)  214
Heimatschutzverein Montafon  215
Autorinnen und Autoren  216
Bildnachweis  217
Publikationen  218

Preis: EUR 12,--/6,-- (Nichtmitglieder/Mitglieder)
Bestellung unter info@montafoner-museen.at Versand (Inland) + EUR 2,90

GV Heimatschutzverein Montafon

Dienstag, 9. April, 19 Uhr
Vereinshaus Silbertal

Ordentliche Generalversammlung des Heimatschutzvereins Montafon

Tagesordnung:

1 Begrüßung
2 Genehmigung des Protokolls der letzten Generalversammlung (das Protokoll liegt bei der Versammlung auf und kann auf Wunsch auch vorher im Heimatmuseum eingesehen werden)
3 Bericht des Obmanns zum Vereinsjahr 2012
4 Bericht der Kassierin zum Vereinsjahr 2012
5 Stellungnahme der Kassaprüfer und Entlastung der Kassierin
6 Entlastung des Vorstands
7 Vorschau auf das Vereinsjahr 2013 und Genehmigung des Voranschlags
8 Festsetzung des Mitgliedsbeitrags für 2014
9 Allfälliges

Im Rahmen der Generalversammlung wird auch der Jahresbericht 2012, der über 50 Beiträge zu den vielfältigen Tätigkeitsbereichen des Heimatschutzvereins umfasst, präsentiert und kann von den anwesenden Mitgliedern gratis mitgenommen werden (später kostet er dann...).

22. März 2013

Ostern im Montafon

Am Beginn der Passionszeit stellte im Montafon der „Schmerzhafte Samstag“, der Tag vor dem Palmsonntag, einen ersten Höhepunkt dar. An diesem Tag fand in der größten Wallfahrtskirche des Tales, in Tschagguns, das bedeutendste Wallfahrtsfest des Jahres statt.

Am Palmsonntag folgte die Palmenweihe, bei der große Sträuße aus Weißtannen- und Buchenästen, Palmkätzchen und Haselruten zur Weihe in der Kirche vorbereitet werden. Auf die Haselstecken wurden mitunter kleine rote Winteräpfel gespießt, oder aus Zweigen wurd ein Kreuz geformt. Auch Wacholder, Buchsbaum oder Stechpalme kamen in den Strauß. Nach dem Palmsonntag wurden die geweihten Palmen unter das Dach der Häuser gesteckt, um Blitz und Feuer abzuwehren. Ein Zweiglein kam als Haussegen hinter das Kruzifix in der Stubenecke, das Kreuzlein des Straußes gegen das Verhexen in den Stall. Schließlich wurden einzelne Zweige bei Gewittergefahr im Herd verbrannt.





Für die männliche Dorfjugend beginnt dann in der Karwoche am Gründonnerstag die große Zeit. Wenn am Abend des Gründonnerstages die Kirchenglocken für drei Tage verstummen, kommt der große Auftritt der „Rätschner“. Der Volkskundler Richard Beitl berichtete dabei folgendes vom Tun der Schrunser Schulbuben vor dem Ersten Weltkrieg:

„Am Tag nach Palmsonntag beriefen einige, die Zufall, Reichtum der Eltern, Ehrgeiz, Alter oder irgendeine Tüchtigkeit zu Führern in der Schule bestimmt hatte, alle Besitzer von Rätschen oder Kartafeln auf die Gemeindebünte. Die Rätschen waren schwere Holztafeln, auf denen mehrere Hämmer, durch eine Drehwalze angespannt und gehoben, den scharfen, prasselnden Lärm eines Maschinengewehres erzeugten. Die Aufstellung der Rätschner hatte ihre festen Regeln. Zuerst kamen die schwächlichen Zweihämmer und zuletzt die von allen geachteten Achthämmer, die schwer in der Schulter hingen. An die Spitze, ans Ende und in die Mitte traten die Bevorzugten, die sich für dieses Jahr die große, mittlere und kleinere und das Totenglöggli gesichert hatten, alles handfeste, abgegriffene Holzbretter, in denen ein großer Klöppel hin und her schwang. Das Totenglöggli ging am Ende des Zuges, und wenn einer aus dem Dorf in den Kartagen starb, mußte es talaus, talein, bergauf und bergab auf allen Wegen geläutet werden, wofür der Glockenträger zusätzlich ein Silberstück bekam.
Wenn am Mittwoch die Mette nahe war, versammelten sich alle Rätschner auf dem Platz und zogen dann im Gleichtakt der Beine und Hämmer durchs Dorf. Das prasselte und knatterte dann um die Hausecken: rrr – rrr – rrrr – rrr – rrr – rrrr -. Mit den ersten Kirchgängern trafen auch die Buben am Seitenportal ein, schwangen die Rätschen an die alte Mauer und traten in die erleuchtete Kirche. Genauso wurde am Morgen und Abend ausgerückt. Nur das ‚Läuten‘ ganz in der Frühe besorgten die großen Holzglocken. […]“


Mehr zu diesem Thema im Jahresbericht 2011 der Montafoner Museen: http://www.stand-montafon.at/montafoner-museen/shop/jahresberichte

16. März 2013

Der Papst und das Montafon

Das Wappen und Siegel des Montafons zeigt in silbernem Schild zwei schwarze, gekreuzte Schlüssel. Das Symbol der gekreuzten Schlüssel ist dem päpstlichen Wappen entnommen, wird seit dem frühen 15. Jahrhundert verwendet. 



Während des Appenzellerkriegs (1405–1408) organisierten sich die Montafoner zu einem „Land“ (sog. Stand) und verwendeten als Zeichen im Wappen die zwei vom Hof St. Peter (bei Bludenz) abgeleiteten gekreuzten Petrusschlüssel.
Dieses Wappen wurde später eigenmächtig, um die eigene Bedeutung innerhalb der Vorarlberger Landstände zu erhöhen, zum päpstlichen Wappen umgestaltet, indem dem Wappenschild noch eine dreifache Papstkrone hinzugefügt wurde. Begründet wurde dies damit, dass Papst Johannes XXIII angeblich auf dem Weg zum Konzil von Konstanz in einer Sänfte vom Klostertal über den Kristberg ins Montafon getragen wurde, um der Pest zu entgehen und den Montafonern zum Dank dann das Recht auf diese Insignien verliehen habe.
1700 gestattete Papst Innozenz XII den Montafonern aber schließlich auch offiziell die Führung dieses Wappens. Hohe katholische Geistliche mit Montafoner Wurzeln und die Vorgesetzten Tales hatten sich für diese Bestätigung in Rom eingesetzt.