1. Montafoner Gipfeltreffen
"Gebirgsüberschreitung und Gipfelsturm als Großtat"

Montag 7. – Freitag 11. Oktober 2013 in Schruns
Gebirge, Gebirgsketten und hohe Berge übten sein jeher eine besondere
Faszination auf den Menschen aus. Dies wird bereits aus
Schriftzeugnissen der frühen Hochkulturen Vorderasiens vor mehr als 4000
Jahren deutlich, wo Berg und Gebirge ganz unterschiedliche
Konnotationen hervorrufen können. Diese können sowohl positiv als auch
negativ beladen sein. Berge können als Göttersitze und als Synonyme für
Tempel und Stadt figurieren. Sie können als Sinnbilder naturbelassener
Garten- und Naturlandschaften begegnen, die man als Kulissen und
Erholungsräume in die Palastlandschaften der expandierenden Großstädte
zu integrieren versucht. Sie können aber auch als Ursprungsgebiet
zivilisationsfremder Gefahren und Bedrohungen angesehen werden, die es
zu überwinden und zu bewältigen gilt. Das Spannungsverhältnis zwischen
Faszinosum und Schauder, abstoßender Fremdheit einerseits, sowie
magischer Anziehung andererseits ist ein bestimmendes Kennzeichen jener
Wahrnehmungsmuster, die das Verhältnis zwischen Mensch und Gebirge seit
frühesten Zeiten prägen und die bis in die Gegenwart zu beobachten sind.
Dabei spielt der Aspekt der Aneignung und Bezwingung der mit der
Gebirgswelt verbundenen Alterität von Anbeginn eine besondere Rolle.
Die internationale Tagung in Schruns beschäftigt sich mit diesem
Phänomen der Naturbezwingung unter einer gezielt unversalhistorischen
Perspektive. Gebirgsüberschreitung und Gipfelsturm repräsentieren in
diesem Zusammenhang die „große Tat“, die sowohl ein Individuum als auch
ein Kollektiv vollbringen konnte. Im Zentrum der Betrachtung steht nicht
die Faktizität des Erreichten, sondern der jeweilige Darstellungsmodus
der vollbrachten Leistung. Es geht nicht um die historische Einzeltat,
sondern um deren Präsentation in der Öffentlichkeit und den in diesen
Kontexten entfalteten Diskurs.
Historisch-chronologisch spannen die Vorträge einen weiten,
interdisziplinär angelegten Bogen, der von den frühen Schriftkulturen
Vorderasiens bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Geographisch
werden Gebirgslandschaften ganz unterschiedlicher Weltgegenden in den
Blick genommen. Neben lokalen Studien, die auf die alpinen Landschaften
Tirols und Vorarlbergs fokussieren, beschäftigen sich Detailstudien mit
den Alpenregionen der Schweiz und Frankreichs, mit dem Taurosgebirge in
der Türkei, dem Zagrosgebirge im Iran, dem Hindukusch Zentralasiens, der
Kaukasusregion, dem Sinai oder dem Hochland Tibets. In 28 Vorträgen von
international renommierten Gelehrten bietet die Tagung einen bis dahin
nicht gekannten ebenso breiten wie tiefen Blick auf ein Thema, das die
Menschen seit Jahrhunderten fasziniert und das bis zur Gegenwart nichts
von seinem Reiz verloren hat.
Organisation:
Robert Rollinger, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik, Universität Innsbruck
Martin Korenjak, Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien, Innsbruck
Michael Kasper, Montafoner Museen, Schruns
Andreas Rudigier, vorarlberg museum, Bregenz
Die Tagung ist öffentlich zugänglich.
Tagungsort: Schruns (Austria), Sternensaal
Registrierung: Registrierungsbüro befindet sich im Sternensaal
Montag, 7.10. 15-20 Uhr
Dienstag, 8.10., 8-13 Uhr
Kontakt: Karin Valasek,
info@montafoner-museen.at
gefördert durch:
Land Vorarlberg: Wissenschaftsabteilung

Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien

Stand Montafon

vorarlberg museum
Programm:
Montag: (Nachmittag: Anreise)
18:00 - 20.30 Eröffnung
Einführung: Martin Korenjak, Robert Rollinger
Grußworte: BM Karlheinz Töchterle
Eröffnungsvortrag: Raoul Schrott
anschl. Buffet
Dienstag:
9.00-9.45 Alexander und der Hindukusch (Barbara Czerny, Innsbruck)
9.45-10.30 Vom höchsten Gipfel zum Grund des Meeres: Naturbezwingung als Herrschaftslegitimation (Sebastian Fink, Innsbruck)
Pause: 10.30-11.00
11.00-11.45 „Das Ende des Alten vom Berg. Die mongolische Eroberung
der assassinischen Bergfeste Alamut“. (Johannes Gießauf, Graz)
11.45-12.30 (Keine) Frauen in der Silvretta. Die Ausnahmebergsteigerin Hermine Flaig (Edith Hessenberger, Telfs)
Mittagspause: 12.30 – 14.30
14.30-15.15 Bedeutende Bündner Bergsteiger in der Berninagruppe und den Bergeller Bergen (Florian Hitz, Chur)
15.15-16.00 „Kreuzzug auf den Piz Buin“ – Gipfelkreuzerrichtung als politische Machtdemonstration (Michael Kasper, Schruns)
Pause: 16.00-16.30
16.30-17.15 Ein Krieg im Gebirge: Bernhard Freiherr von Hornsteins
„Algoica rupicaprarum venatio" (1749) (Wolfgang Kofler, Innsbruck und
Anna Novokhatko, Freiburg i. B.)
17.15-18.00 Der Mythos des Gebirgskrieg(er)s im Ersten Weltkrieg (Hermann Kuprian, Innsbruck)
Mittwoch:
9.00-9.45 Gebirgsbezwingung in der Metaphorik der Kirchenväter: Ephraem der Syrer (Martin Lang, Innsbruck)
9.45-10.30 Maximilian I. bezwingt das Gebirge: Der Magnanimus des Richardus Sbrulius (Johanna Luggin, Innsbruck)
Pause: 10.30-11.00
11.00-11.45 Hannibals Alpenüberquerung im Bild, 18.-21. Jahrhundert (Jon Mathieu, Luzern)
11.45-12.30 Die Alpenüberquerungen der römisch-deutschen Herrscher im Mittelalter (Mark Mersiowsky, Innsbruck)
Mittagspause: 12.30 – 14.30
14.30-15.15 ---
15.15-16.00 Gebirgsbezwingung und deren Verarbeitung in der Kunstgeschichte (Doris Hallama, Innsbruck)
Pause: 16.00-16.30
16.30-17.15 Marco Polo auf dem Dach der Welt“ (Hermann Niedermayr, Innsbruck)
17.15-18.00 Die Zimba und deren permanente Bezwingung (Christof Thöny, Bludenz)
Donnerstag:
9.00-9.45 Sargon II’s campaign to the Zagros Mountains (Giovanni B. Lanfranchi, Padova)
9.45-10.30 Vitellius´ Zug über die Alpen (Josef Wiesehöfer, Kiel)
Pause: 10.30-11.00
11.00-11.45 Hitlers Gebirgsjäger auf dem Elbrus 1942. Diesseits und
jenseits von Kriegspropaganda und Nachkriegsmythen (Dirk Rupnow,
Innsbruck)
11.45-12.30 Die Bezwingung des Gebirges durch Marschall Suwarow (Wolfgang Scheffknecht, Lustenau)
Mittagspause: 12.30 – 14.30
14.30-15.15 Der lange Weg nach Lhasa Heinrich Harrers und Peter
Aufschnaiters Flucht über den Himalaya (Wido Sieberer, Kitzbühel)
15.15-16.00 Gebirgsüberquerungen aus archäologischer Sicht am Fallbeispiel Tirol und Vorarlberg (Harald Stadler, Innsbruck)
Pause: 16.00-16.30
16.30-17.15 Xenophons Marsch durchs Gebirge (Oliver Stoll, Passau)
17.15-18.00 Der römische Alpenfeldzug (Brigitte Truschnegg, Innsbruck)
Freitag:
9.00-9.45
Schamanen, Goldgräber und Soldaten – frühe Formen der Aneignung von Gebirgen in Vorarlberg (Manfred Tschaikner, Bregenz)
9.45-10.30 Alpenpassage und Geschichtskultur: Mit dem Carbonstock in
die Steinzeit (Bernhard Tschofen, Zürich und Sarah Willner, Tübingen)
Pause 10.30-11.00
11.00-11.45 Hannibals Zug über die Alpen (Kai Ruffing, Marburg)
11.45-12.30 Schlusswort (Klaus Eisterer, Innsbruck)
Freitag, Nachmittag: 13.30-16.00 Exkursion nach Gaschurn mit Bus
Anreise Bahn:
ÖBB - Österreichische Bundesbahnen Auskunft über alle
europäischen Zugverbindungen und Fahrplan, inklusive
Umsteigemöglichkeiten sowie Preisinfos für innerösterreichische
Bahnfahrten finden Sie unter
www.oebb.at.
MBS - Montafonerbahn Bludenz - Schruns Bahnhof Bludenz -
Montafonerbahn von Bludenz nach Schruns (ca. 20 min.), Frequenz ca.
alle 30 min. (zu den Hauptzeiten). Informationen zu den Fahrzeiten und
Fahrplan, Verbindungen und Dienstleistungen erhalten Sie unter
www.montafonerbahn.at
Anreise PKW:
Aus Deutschland (D)
Pfändertunnel - Rheintalautobahn A14 - Ambergtunnel - Abfahrt Bludenz/Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).
Aus der Schweiz (CH)
Über
Chur
- Autobahn von Zürich/Chur - Abfahrt Gams – Fürstentum Liechtenstein
(FL) - Feldkirch/Tisis - durch Feldkirch in Richtung Bludenz/Innsbruck -
Walgau- autobahn A14 - Abfahrt Bludenz / Montafon - L 188 Montafoner
Straße (Silvrettastraße).
Über
St. Gallen- Autobahn von
Zürich/St. Gallen - Ausfahrt Oberriet-Meiningen - Autobahn A 14 in
Richtung Bludenz ab Auffahrt Rankweil - Ambergtunnel A14 - Abfahrt
Bludenz/Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).
Aus Österreich (A)
Über den
Arlberg - S 16 Arlbergschnellstraße in Richtung Bludenz - Abfahrt Bludenz/Montafon - L 188 Montafoner Straße (Silvrettastraße).
Ortsplan Schruns: